Hotelmanager Anton Birnbaum – Hobbykoch und App-Erfinder

Hotelmanager Anton Birnbaum – Hobbykoch und App-Erfinder

Anton Birnbaum, 33, ist ein klassisches Wirtshauskind. Der stellvertretende Hoteldirektor des Le Méridien Wien wuchs im elterlichen Gasthaus in Vöcklabruck auf. "Entweder stand ich hinter der Schank, half der Mama in der Küche, habe dem Papa beim Servieren über die Schulter geschaut oder am Stammtisch meine Hausaufgaben gemacht.“ Seine Berufspläne gingen jedoch zunächst in eine andere Richtung...

Birnbaum machte die Lehre zum Einzelhandelskaufmann und wollte in die große weite Welt. Doch es kam alles ganz anders: Mit 21 Jahren wurde er Restaurantleiter im "Aioli“ bei Do&Co, vier Jahre später leitete er als jüngster Mitarbeiter bei Spar zehn Filialen, im Alter von 28 war er Personalchef im Hotel Le Méridien - und heute ist er der Stellvertreter von Hotelchefin Gabriele Benz.

Essen im Internet

Seine große Leidenschaft ist Essen. Und das auch im Internet: Gemeinsam mit seinem Freund Anton Grundner gründete Birnbaum die App " Foodspotting Austria “, die sich zum Ziel gesetzt hat, reale Koch- und Essenserlebnisse einzelner Personen im Internet zu dokumentieren. "Wir wünschen uns Fotos, die das Erlebnis Essen, Trinken, Präsentation und Stimmung spürbar machen und zeigen, was und wie es Österreich schmeckt.“ Mit dieser App hat Birnbaum offenbar den Nerv der Zeit getroffen: mehr als 1.400 Mitglieder schlossen sich der Facebook-Gruppe bereits an.

Bei Birnbaum trifft eine Redensart besonders zu: "Es kommt meist anders, als man denkt“. Nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann kamen dem jungen Mann bald Zweifel, ob er als Bürohengst richtig eingesetzt ist. Seinen ersten Job bei T-Mobil im Beschwerdemanagement schmiss er nach einem halben Jahr hin. Raus aus dem Büro, zurück zu den Wurzeln. Birnbaum bewarb sich bei Do&Co und stieg nur drei Monate später zum Restaurantleiter im damaligen "Aioli“ auf. "Ich hatte null Ahnung, doch Attila Dogudan sagte mir: `Wichtig ist, dass Sie ein guter Wirt und Gastgeber sind. Alles andere kann man lernen.´“ So war es dann auch. Fünf Jahre lang arbeitete Birnbaum beim Top-Caterer.

Zu seinem Job im Le Méridien kam er eher beiläufig, per Mail. Er schrieb der Hotelchefin Gabriele Benz seine Eindrücke als Gast vom Le Méridien - und bekam kurze Zeit später den Job des Personalchefs angeboten.

Mit seiner Erfindung "Foodspotting Austria“ ging es ähnlich. Birnbaum kocht für sein Leben gern. Meist kaufen Freunde die Lebensmittel ein und der Kulinariker zaubert aus den Zutaten ein Mahl - am liebsten etwas einfaches. "Ich bin nicht überkandidelt, esse keine Austern und mag keinen Kaviar“. Bei den Essensrunden haben dann einige Teilnehmer Fotos auf Facebook gepostet. Birnbaum: "Das war der Anfang von Foodspotting Austria.“

Oba vom Gas

Hinzu kam, dass sich Birnbaum und sein Freund Anton Grundner beim Kochen mit "viel Drama“ und mehrgängigen Menüs übertrumpfen wollten, und diese Matches auch posteten. Bis Grundner sagte: "Oba vom Gas. Wir kochen jetzt nur mehr einfache Gerichte“. Das gefiel auch der Fan-Gemeinde. "Unsere Genuss-App ist sehr vielseitig und vor allem nicht kommerziell angelegt“, erklärt Birnbaum. "Einem Freund oder Bekannten schenkt man mehr Glauben als einem professionellen Gastrokritiker. Was habe ich von einem Profifotografen, der ein präpariertes Schnitzel stundelang ausleuchtet, dieses aber nicht gut schmeckt“, ist sein Resümee.

Und Geheimtipps in Sachen Gastronomie gibt es auf der Seite auch. Birnbaum ist etwa fasziniert von der gerösteten Leber im Restaurant "Klein Steiermark“ im Wiener Schweizer Garten: "Die schmeckt unpackbar köstlich.“

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