Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch schreibt Kochrezepte

Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch schreibt Kochrezepte

Ihre ersten Fischstäbchen sind ihr „heillos verbrannt“. Deshalb schreibt die Baustoffhändlerin und Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch jetzt ein Kochbuch. Mal ganz etwas anderes als ihre Schriften über unternehmerische Verantwortung.

Bettina Lorentschitsch, 44, entspricht ganz dem Bild einer Powerfrau: erfolgreiche Unternehmerin, aktiv in der Standesvertretung, mehrfache Buchautorin, verheiratet, ein Kind. „Das geht flotte Lotte“, so lautet ihr Motto.

Hauptberuflich ist Lorentschitsch Unternehmerin. In der Firmengruppe ihrer Familie mit Sitz in Neumarkt am Wallersee – die überwiegend im Baustoffandel tätig ist – ist sie Geschäftsführerin der Optimus Beteiligungsgesellschaft, an der 15 Firmen hängen. Daneben ist sie Eigentümervertreterin in der Isocell-Firmengruppe, die mit Dämmstoffen knapp 30 Millionen Euro umsetzt. Zudem ist Lorentschitsch Vizepräsidentin des Österreichischen Wirtschaftsbundes und steht als erste Frau an der Spitze der Bundessparte Handel.

Doch auch Powerfrauen gelingt nicht alles. Kochen zum Beispiel. Die ersten Fischstäbchen sind ihr „heillos verbrannt“, gibt sie zu. Doch weil Niederlagen für jemanden wie Bettina Lorentschitsch eine Aufforderung sind, es besser zu machen, hat sie jetzt ein Kochbuch geschrieben. Eines, das ganz ihrem Lebensstil entspricht: Alles muss schnell gehen, „flotte Lotte“ eben. Der Fokus der Rezepte liegt daher auf der schnellen, unkomplizierten Zubereitung.

Traditionell ist bei der Unternehmerin nur die Kammerfunktion. Denn das „Kammer-Gen“ sei ihr in die Wiege gelegt worden, sagt sie lachend. Schon ihr Vater Ewald Berendt war in der Wirtschaftskammer Salzburg aktiv und der Onkel Landesspartenobmann im Handel.

Management via Mail

Seit Lorentschitsch vor elf Monaten als Handelsobfrau angetreten ist, lebt sie vorwiegend in Wien. Die Abstimmungen mit dem Familienunternehmen in Neumarkt macht sie telefonisch oder via Mail. „Es geht jede Bilanz über meinen Schreibtisch, und ich sitze einmal im Quartal mit unseren Geschäftsführern zusammen. Das funktioniert gut.“ Freilich wird es manchmal eng, „ich bin ja kein Übermensch“, relativiert Lorentschitsch.

Die notwendige Unterstützung bekommt sie von ihrer Mitarbeiterin Karin Spindler („Sie ist mein Mund, meine Hand, mein Double, und sie weiß, wie ich ticke“) und von ihrem Vater, der noch so dynamisch und aktiv ist, dass sie einem gemeinsamen Joggen lieber aus dem Weg geht. „Da würde ich mich fürchterlich blamieren“, gesteht sie. Viermal die Woche versucht sie, „zu einer gewissen Menge an Sit-ups“ zu kommen.

Und dann auch noch Bücher schreiben – Thema: Corporate Social Responsibility (CSR) –, für die sie sich auch als Vorsitzende des Zentrums für humane Marktwirtschaft der Wirtschaftskammer Salzburg einsetzt.

Bildungs-Junkie

Anstoß für das Interesse an CSR war, wenn auch unfreiwillig, ihr Religionslehrer in der ersten Klasse Handelsakademie. „Der bezeichnete meinen Vater coram publico als kapitalistischen Ausbeuter.“ Lorentschitsch meldete sich sofort vom Religionsunterricht ab – und machte sich Gedanken, warum Unternehmer oft ein schlechtes Image haben. Später baute sie CSR in ihre Matura ein, machte eine Ausbildung als ISO-9001-Qualitätsmanagerin und ein MBA-Studium. Der MSc an der Donau-Universität Krems ist ihr einfach „passiert“, sagt der Bildungs-Junkie.

In der Zwischenzeit sind Teile von Lorentschitschs Master-Thesis in Sachen soziale Verantwortung und Wirtschaftsethik in drei Bücher eingeflossen: „Marktwirtschaft für Menschen“, „Corporate Social Responsibility“ und „Marktwirtschaft für die Zukunft“, das gerade in Arbeit ist.

Und jetzt ein Kochbuch. Dabei hat die Businessfrau aus Zeitmangel nie Kochen gelernt. Also wurde experimentiert. Daraus ist eine Fülle an raschen Rezepten entstanden, die in Lorentschitschs Bekanntenkreis heiß begehrt sind. Sei es das Szegediner Kraut von Efko, das sie mit Sambal Oelek verfeinert und zu kross gebratenem Zander serviert. Oder ihre Krebssoße auf grünem Spargel – alles „flotte Lotte“.

Hier das Rezept: Während der Spargel kocht, wird Zwiebel angeröstet, dazu kommen 400 Gramm gewürfelte Tomaten und 100 Gramm Flusskrebse. Ist die Soße gar, wird sie passiert, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit Obers verfeinert. Spargel anrichten, Soße dar über und 100 Gramm frische Flusskrebse obendrauf. Basta und guten Appetit.

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