Festspiele für den Gaumen

Top-Restaurants Ikarus und Obauer, bester Spanier Österreichs und Lokale mit Seeblick als Ausflugsziel: Wer Salzburgs alljährliches Kulturspektakel besucht, muss nicht verhungern.

Wenn zu Zeiten der Salzburger Festspiele die bekannte Feinschmecker-Arena „Ikarus Hangar-7“ in Salzburg täglich gestürmt wird, geraten dort die Mitarbeiter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Doch an Stress dieser Art ist Restaurantleiter Ondrej Kovar gewöhnt. Er gilt als einer der fähigsten Service-Chefs des Landes, und auch die Küchenmannschaft unter der Führung von Roland Trettl weiß, wie man unter Hochdruck zu funktionieren hat. Der küchentechnische Zeremonienmeister, ausgebildet von Kochlegende Eckart Witzigmann, unterstützt und koordiniert mit seinem Team seit Jahren internationale Top-Köche, die dort im Monatsrhythmus ihre kulinarischen Auftritte abspulen. Ein weltweit einzigartiges Konzept.

Dafür gab es im jährlich erscheinenden „Falstaff Restaurantguide“ heuer erstmals (zusammen mit dem Wiener Steirereck) die Maximalwertung von 100 Punkten. Ein beeindruckendes Ergebnis, das aufgrund von überschwänglichen Publikumswertungen erreicht wurde.

Damit ist der gastronomische Überflieger automatisch die beste kulinarische Adresse der Stadt Salzburg. Und bis Ende Juli ist in der Küche des Ikarus noch Peter Goossens vom Restaurant Hof van Cleve – im belgischen Kruishoutem, Region Flandern – zu Gast.

Eine Top-Qualität in dieser Liga findet man allerdings auch bei den Brüdern Obauer in Werfen, rund 20 Kilometer von Salzburg entfernt. Das legendäre Brüderpaar muss nicht mehr gesondert vorgestellt werden, denn die beiden kochen schon seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau. Das Besondere dabei: In all den Jahren hat sich die Küche der Obauers beständig an der Spitze der österreichischen Schlemmerszene halten können, wohl kaum ein Restaurant der Oberliga kann mit einer derartigen Beständigkeit aufwarten. Während andere namhafte Spitzenköche zuweilen von Lebenskrisen und wirtschaftlichen Nöten aus der Bahn geworfen werden, erscheinen Karl und Rudi Obauer im Vergleich dazu so ausgeglichen wie Mönche in einem tibetischen Kloster. Nichts, so scheint es, kann die beiden Himmelhunde am Herd aus der Ruhe bringen.

Kreativbündel

Einer, der hingegen noch viel vor sich hat, ist der junge Andreas Döllerer aus Golling, nicht weit von Werfen entfernt. Die Döllerer-Familie hat es im Laufe der Zeit zu einem beachtlichen Genussimperium gebracht und ist gerade damit beschäftigt, ein neues Restaurant der Superlative errichten zu lassen. Doch auch jetzt garantiert ein Besuch bei Andreas Döllerer sagenhafte Esserlebnisse. Nach Jahren der Inspiration durch ständige Auslandsreisen hat Döllerer mittlerweile einen eigenständigen Stil gefunden. Das inflationär verwendete Wort Kreativität hat bei ihm eine echte Berechtigung, sein handwerkliches Können ist beachtlich. Im „Falstaff“-Guide wurde das Restaurant Döllerer heuer immerhin als fünftbestes in Österreich gereiht.

Auch in Hallein hat sich in den letzten Jahren ein außergewöhnliches Restaurant besonders erfreulich entwickeln können. Dass es sich dabei um ein spanisches Lokal handelt, mag man zunächst kaum glauben. Doch das „Toro Toro“ wird Jahr für Jahr von der gesamten Gourmetkritik in den Himmel gelobt und zählt im Bundesland Salzburg inzwischen zu den Top- Restaurants. Gisela Reitsamer in der Küche hat dem Lokal durch ihre steten Glanzleistungen den Ruf als „bestes spanisches Restaurant außerhalb der iberischen Halbinsel“ eingebracht. Und wer hier einmal gegessen hat, der kann das nachvollziehen.

Zugegeben: Die Anzahl an spanischen Restaurants in Österreich hält sich an und für sich in überschaubaren Grenzen, das „Toro Toro“ in Hallein aber ist mit großem Abstand das beste. Was hier an spanischen Spezialitäten serviert wird, ist nicht nur authentisch, sondern von ausgesuchter Qualität und perfekter Machart. Ob bei Meeresfrüchten, Fleisch oder Schinken – die Qualität der Produkte ist ohne Makel.

Wer allerdings die Vorzüge eines guten Restaurants oder Gasthauses direkt an einem See im Auge hat, der sollte noch etwas weiter ausschwärmen. Es gibt zwar auch einige empfehlenswerte Adressen ganz in der Nähe von Salzburg, der Seegasthof Lackner am Mondsee lohnt aber auch die etwas längere Anreise. Der ambitionierte Wirt und Küchenchef Martin Lackner führt seit geraumer Zeit dieses durch und durch sympathische Restaurant mit angeschlossenem Hotel. Direkt am Seeufer gelegen, besitzt das Haus einen ganz speziellen Charme, Lackners fischbetonte Küche passt hier ideal dazu. Und am Attersee ist derzeit das Gasthaus „Wachtberg“ besonders gefragt. Das eher einfache Wirtshaus in Weyregg mit großartiger Seeterrasse wird momentan gestürmt. Das liegt nicht nur an der privilegierten Lage, sondern auch an der eher deftigen Hausmannskost mit köstlichen Fischgerichten.

Restaurant-Tipps für Festspielbesucher

Ikarus Hangar-7
5020 Salzburg Wilhelm-Spazier-Straße 7a
Tel.: 0662/21 97
www.hangar-7.com
tägl. 12–22 Uhr

Obauer
5450 Werfen Markt 46
Tel.: 0 64 68/52 12
www.obauer.com
Öffnungszeiten variabel

Döllerer
5440 Goling Am Marktplatz 54
Tel.: 0 62 44/42 200
www.doellerer.at
Di–Sa 12–24 Uhr

Toro Toro
5400 Hallein Schloss-Altendorff-Straße 2
Tel.: 0 62 45/842 23
www.toro-toro.at
Di–Sa 18–01 Uhr

Lackner
5310 Mondsee Mondseestraße 1
Tel.: 0 62 32/23 59-0
www.seehotel-lackner.at
tgl. 7–24 Uhr

Gasthaus Wachtberg
4852 Weyregg Wachtbergstr. 79
Tel.: 0 76 64/26 33
www.wachtberg.at
Mo–Do 16–22, Fr u. So 11–22 Uhr

- Herbert Hacker

Body & Soul

Ali Mahlodji - der Whatchado Gründer als Überflieger

Body & Soul

Leo Hillinger - Ein wilder Hund auf der Siegerstraße

Slideshow

Technik

Die besten Actioncams der Saison