EX-Superfund-Partner
Christian Halper widmet sich dem Bio-Leben

Der Multimillionär und frühere Superfund-Partner Christian Halper hat Hedgefonds den Rücken gekehrt. Er widmet sich mit Hingabe dem Bio-Leben in Gärtnerei, Hotel und Restaurant. Seine Berater sind die Sterne.

Christian Halpers Leben würde Stoff für ein Hollywood-Movie bieten. Der 43-jährige studierte Elektro- und Nachrichtentechniker entwickelte eine Software (TeleChart) für Privatanleger, die Börsendaten automatisch in einem Charttechnik-Programm verarbeitete. Das war vor etwa 17 Jahren. Und Halper legte mit dieser Innovation den Grundstein für die Fondsgesellschaft Superfund von Christian Baha, an deren Gründung er beteiligt war. Rund 1,3 Milliarden Euro von privaten und institutionellen Investoren sollte Superfund später verwalten. Halper blieb stets im Hintergrund und ließ sich von Baha im Vorjahr auszahlen; kolportiert wird ein dreistelliger Millionen-Betrag. Ausreichend Spielkapital jedenfalls, in Halpers persönlicher Unternehmensholding liegen alleine 56 Millionen Eigenkapital.

Womit er sich dort beschäftigt, hat mit Hedgefonds ganz und gar nichts zu tun: Das Biovitalhotel Weissenseerhof gehört dazu, die Biogärtnerei „Natur fair!“ in Kärnten sowie das vegetarische Luxusrestaurant „Tian“ in der Wiener City, wo nach der Ernährungslehre des Hunzukuc-Bergvolkes im Himalaja gekocht wird. Auch Halpers Berater sind nicht von dieser Welt, denn der Selfmade-Multimillionär orientiert sich nach den Sternen.

Visionär oder Spinner?

„Ja, das bin ich“, sagt er lachend. „Ich halte vieles für möglich, wo andere meinen, der ist ein Spinner. Jeder sollte ein bisschen spinnen“, ist Halper überzeugt, „Spinnen in dem Sinne, dass man auch Querverbindungen schafft, wie das die Spinne tut. Nicht nur in gerader Richtung denken, sondern die Dinge miteinander verbinden.“ Und diese Philosophie lebt Halper auch. Sein grünes Business folgt dem biologischen Kreislauf: vom Anbau der Pflanzen über deren Verwertung in Küche und Hotel bis hin zum biologischen Abfall, der wiederum den Nährboden für seine Kräuter und das Gemüse bildet.

Für die Küche in seinem Biohotel hat Halper bereits eine „Grüne Haube“ verliehen bekommen. Ein Ansporn, der ihn dazu veranlasst hat, nun auch andere Hotels in der Umgebung mit seinem Biogemüse zu beliefern sowie das Angebot in der Gärtnerei um neue Sorten zu bereichern: Mandarinensalbei oder Ananasmelisse oder Biomandelpilz, der auf Holzspänen gezüchtet wird.

In die Sterne geschaut

Auf den Bio-Trip und die Astrologie ist Halper nicht über Nacht gekommen. Das Interesse wurde bei ihm vor knapp zwei Jahrzehnten geweckt. Die Sternenkunde brachte ihm ein Kollege im Institut für Philosophie nahe. „Mein Schlüsselerlebnis war die Selbst- und Fremdwahrnehmung, als ich mir mein erstes eigenes Horoskop erstellte“, schildert Halper. Von da an war er überzeugt, und seither befragt er die Sterne. „Um mich und andere besser kennenzulernen, um Lösungen für Probleme zu finden, aber auch, um berufliche Entscheidungen zu treffen“, sagt er, schränkt aber ein, dass er diesbezüglich „weder dogmatisch noch militant“ sei. Die große Wirtschaftskrise hat er jedenfalls mithilfe der Sterne, aber auch mittels seiner Charttechnik lange vorhergesehen. Der Sukkus daraus waren die Gold-Fonds, die Halper und Baha schon vor vielen Jahren in düsterer Vorahnung bei Superfund auflegten.

Ein Spinner, dessen Verstand nicht mehr so mitspielt, ist Halper ganz und gar nicht. Dass der frühere Fondsmanager auch Humor hat und sich heute nicht mehr darum scheren muss, ob er vor seinen Kunden in Anzug und genagelten Schuhen auftritt, zeigt sein auffälliger Nagelschmuck. Halper trägt nämlich lange, gepflegte Fingernägel – und immer mit extravaganten Farbe. Derzeit ist „Heavy Metal“ angesagt. Die Kleidung wird exakt darauf abgestimmt. „Ich lebe in meiner zweiten Lebenshälfte nun mehr den weiblichen Part aus, den ganzheitlichen, verbindenden und sensiblen“, erklärt Halper. Schade findet er nur, dass das weibliche Element in unserer Gesellschaft nach wie vor weniger als das dominant Männliche geschätzt wird. Die Conclusio des filmreifen Lebens des Christian Halper: Geld macht doch unabhängig und frei.

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