Ernst Mayr, Geschäftsführer der Fussl Modestraße, ist enorm in Form

Ernst Mayr, Geschäftsführer der Fussl Modestraße, ist enorm in Form

Ernst Mayr, Geschäftsführer der Fussl Modestraße, wächst über seine Grenzen: Beruflich bereitet er die Expansion nach Deutschland vor, privat trainiert er fleißig für den New-York-Marathon 2013.

Ernst Mayr, 42, der geschäftsführende Gesellschafter der Fussl Modestraße, ist flott unterwegs. Er tritt kräftig in die Pedale des Ergometers. Der Puls steigt. Nur noch wenige Minuten, dann hat der gebürtige Oberösterreicher seinen Belastungstest in Heinrich Bergmüllers Kompetenz-Zentrum für Fitness & Gesundheit abgeschlossen. Bergmüller, bekannt geworden als Hermann Maiers Konditionstrainer, ist mit Mayrs Leistungsstand zufrieden. Der Trainingsplan wird entsprechend adaptiert, damit der Unternehmer sein Ziel erreicht: "Nächstes Jahr steht der New York City Marathon auf dem Programm. Ich bin fix dabei und habe schon reserviert.“

Schalter auf Gesund umgelegt

Und Mayr ist kein Mann, der leere Worthülsen verschießt. Wenn er sich etwas vornimmt, zieht er das durch - ohne Wenn und Aber: "Vor eineinhalb Jahren brachte ich noch hundert Kilo auf die Waage, inzwischen bin ich um 17 Kilo leichter.“ Mayr baute seinen Keller in ein Fitness-Studio um und schaffte sich ein Laufband, einen Ergometer, einen Crosstrainer und eine Kraftstation an. Und statt zu Kuchen greift er heute lieber ins Obstkörberl, und viermal die Woche trainiert er Ausdauer und Kraft. "Du brauchst natürlich auch ein sportliches Ziel“, erklärt Mayr. "Erst bin ich in Linz und der Wachau einen Halbmarathon gelaufen und heuer im Herbst bereits den Marathon auf Mallorca.“

Nicht nur beim Sport, auch im Business ist Mayr eine Kraftmaschine. Gemeinsam mit seinem Bruder Karl baute er das Filialnetz der Fussl Modekette innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 30 auf 141 Standorte aus. Die durchschnittliche Umsatzsteigerung der letzten 40 Jahre betrug 15 Prozent im Jahr. Der 141 Jahre alte Familienbetrieb zählt zu den schnellstwachsenden Unternehmen Österreichs, setzt heute 95 Millionen Euro netto um und beschäftigt 1.000 Mitarbeiter. Hierzulande stößt der Modefilialist bald an seine Expansionsgrenzen. Letzte Lücken sollen noch geschlossen werden, dann folgt die Expansion nach Deutschland.

Alles in einer Person

Und was sagt Mayr zur Wirtschaftskrise? "Wir werden heuer das beste Ergebnis in unserer Firmengeschichte schreiben.“ Punkt. Den Erfolg der Fussl Modestraße hat er rasch umrissen. "Wir sind betriebswirtschaftlich sehr flach aufgestellt. Ich bin Rechnungswesen, Personalchef, Expansionist und Jurist. Ich bin alles in einer Person. Das Einzige, wo ich mich nicht auskenne, ist die Mode, das macht mein Bruder.“ Die Mayrs beschäftigen auch 20 Tischler und statten ihre Läden selbst aus. "Wir haben immer die Einrichtung für zehn bis 14 Geschäfte auf Lager. Wenn sich eine neue Filiale anbietet, sperre ich zwei, drei Monate später auf“, erklärt Mayr sein Business-Modell. Der jüngste Coup: Die Mayr-Brüder haben in allen Filialen auf LED-Licht umgestellt, sparen dadurch zwei Tonnen CO2 im Jahr ein und 500.000 Euro! "Die Krise kann kommen“, lacht Mayr, "sie wird uns aber nicht treffen, wir haben gut vorgesorgt.“

Das hohe Tempo in seiner Firma und sein persönlicher Arbeitseinsatz waren für Mayer nie ein Problem, bis er eines Tages zu grübeln begann."Plötzlich bist du 60 und hast nichts vom Leben gehabt“, überlegte er. Das macht ihm sein Körper und auch seine Familie klar, für die er nicht mehr ausreichend Zeit hatte. "Wenn ich heute nachhaus komme, schalte ich firmentechnisch auf Schlafmodus und bin für meine beiden Söhne und meine Frau da.“ Mayr geht aber noch einen Schritt weiter. Derzeit versucht er sein Arbeitspensum sukzessive auf eine Dreitagewoche umzustellen. Nicht zuletzt, um sich mehr auf die Deutschland-Expansion zu konzentrieren. Der positive Nebeneffekt: Den Kindern kann er mehr Zeit widmen und ihnen Vorbild in Sachen Ernährung und Sport sein, "die Mitarbeiter bekommen mehr Verantwortung, fühlen sich aufgewertet und sind besser motiviert“.

Kampfansage

Der Sport hat freilich nach wie vor einen hohen Stellenwert in Mayrs Leben. Die Zeit dafür nimmt er sich jetzt allerdings in aller Herrgottsfrüh. "Ich muss mich zwar überwinden, damit ich um fünf Uhr morgens laufen gehe, dafür kann ich mit meiner Familie aber frühstücken“, erzählt er. Außerdem ist Mayr hochmotiviert, weil er ja seinen Marathon nächstes Jahr in New York vor Augen hat. Doch das ist nur ein Grund, weshalb Mayr so hart trainiert. "Der Franz Gasselsberger, der Chef von der Oberbank, ist auch ein Läufer, und den möchte ich nächstes Jahr im April schlagen“, gibt er lachend zu.

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