Das Duell der Roller: Vespa PX125 vs. Piaggio Beverly 125

Vespa PX125 i.e. – die Legende fährt

Rängtängtängtäng … wie lange haben wir diesen Sound nicht mehr gehört! Die EURO-3-Abgasnorm galt als Ende aller Zweitakter über 50 Kubikzentimeter. Irgendwie hat es Piaggio nun aber doch geschafft: Die „Ur-Vespa“ PX aus dem Jahr 1977 mit Zweitaktmotor, Viergang-Handschaltung und Stahlblechkleid ist wieder da! Ein fabriksneuer Oldie ohne Plastik und elektronischen Schnickschnack. Wer Automatikroller gewohnt ist, muss sich allerdings erst mit der etwas hakeligen Handschaltung anfreunden. Auch auf der Autobahn zeigen sich die Schattenseiten von Retro: Die neue PX (€ 3.599,–) fährt bei Topspeed und Seitenwind genauso kippelig wie das 77er-Original. Nicht mehr ganz wie früher ist leider die Leistung: Von den bis zu 12 PS, die man einst aus dem Zweitakter herausholen konnte, blieben nach EURO-3 nur 6,5 PS über. Effekt: Bei 85 km/h ist Schluss! Aber mit Legenden rast man ja nicht …

PLUS: Kult ist Kult . Für Puristen ist die Sache klar: Das ist „das Original“. Stahl statt Plastik, E- und Kickstarter, Reserverad, Sound. Top: Image, Sympathiewert, anzugtauglich.

MINUS: Fast zu sehr original. „Back to the 70s“ bei Fahrkomfort und Handling. Eher lahmer Motor, beschränkte Autobahntauglichkeit. Mit 4 Liter / 100 km relativ hoher Verbrauch.

Piaggio Beverly 125 i.e. – Fahrspaß pur

Wer von Piaggios Vespa PX auf den ebenfalls neuen Roller Beverly 125 i.e. umsteigt, erleidet eine Art „Komfortschock“ – und das liegt nicht nur an der sofaähnlichen Sitzbank. Die Beverly fährt spurstabil wie ein Motorrad, zieht ab wie eine Rakete und nimmt ihrem Besitzer dank Automatik die Schaltarbeit ab. Der Beverly-Reiter kann sich auf das Wichtigste konzentrieren: den Spaß am Fahren. Der neue Viertaktmotor schöpft die für B-Führerschein-Besitzer (B111) erlaubte Leistungsobergrenze von 15 PS voll aus – das merkt man auch auf der Autobahn. Erst bei 120 km/h kommt die Tachonadel zum Stillstand. Zusammen mit dem riesigen Stauraum unter der Sitzbank eignet sich die Beverly deshalb auch als Ausflugsgefährt. Ein Problem hat die Beverly aber doch: Für den „Aktionspreis“ des italienischen Komfort-Rollers von 3.999 Euro bekommt man fast drei (!) 125er-Scooter „made in China“.

PLUS: Willkommen im 21. Jahrhundert. Der Werbeclaim „Limousinenfeeling auf zwei Rädern“ stimmt: bei Fahreigenschaften, Komfort und Ausstattung Spitze, Testverbrauch 3,2 l / 100 km.

MINUS: Luxuriös. 4.000 Euro sind für eine 125er recht stolz. Und dabei ist das noch der Aktionspreis (regulär: € 4.400,–)! Der hochgezogene Auspuff fungiert als Beifahrer-Fußheizung.

- Getestet von Rainer Grünwald

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