Christoph Egger - Der Unzerbrechliche

Christoph Egger - Der Unzerbrechliche

Christoph Egger hat Glorify, die erste Brille der Welt erfunden, die formstabil und bruchfest ist. Sie ist sein Lebenswerk. Sauerstoff tankt er in den Tiroler Bergen.

Kunstflieger Hannes Arch (Weltmeister des Red Bull Air Race) steuert sein Fluggerät auf die Sonnenbrille, die mitten am Rollfeld positioniert wurde. Er setzt zur punktgenauen Landung an. Mehr als 600 Kilo Gewicht wirken auf die Brille ein. Arch zieht das Flugzeug wieder steil nach oben und verschwindet im Himmel. Die Brille hat den Test überstanden. Rahmen und Gläser sind unbeschädigt.

Die Wunderbrille heißt "Gloryfy unbreakable“, ist weltweit einzigartig, wurde vom Tiroler Christoph Egger, 46, erfunden und zur Serienreife gebracht. "Der hochelastische Memory-Rahmen geht immer wieder in seine Ausgangsform zurück, die Gläser sind bruch- und kratzfest“, beschreibt Egger, Mastermind und Geschäftsführer der Firma IQ brand design & production, seine Innovation: "Unbreakable ist meine DNA, mein Lebensprojekt“. Sechs Jahre lang tüftelte er daran, bis 2010 die Serienproduktion in Buch bei Jenbach auf Schiene war. Weder Misserfolge und Rückschläge konnten den Tiroler Erfinder brechen.

Vogelfrei

Den Geist hatte Egger schon immer. Nach dem BWL-Studium startete er als Jungunternehmer und gründete die Werbeagentur "Vogelfrei“. In dieser Zeit entwickelte der Tiroler eine Handyhalterung aus Silikon namens "Bungee“ und landete damit einen Riesenerfolg. Binnen dreier Jahre verkaufte er davon drei Millionen Stück. Als ein Freund sich Gesichtsverletzungen durch eine gebrochene Brille zuzog, dachte er über das Projekt einer unzerbrechlichen Brille nach.

"Das war die Initialzündung für Gloryfy“. Egger begab sich weltweit auf Fact Finding Mission nach einem geeigneten Material, richtete sich ein Labor in einem Keller im Tiroler Mayerhofen ein und bastelte an seinem ersten Prototypen. Der spezielle Kunststoff wurde auf den Namen g-flex getauft und patentiert. Die größte technische Hürde lag allerdings noch vor ihm: Es gab keine geeignete Produktionsmaschine. 2008 lieferte er zwar die ersten Brillen aus, doch die Serienproduktion schien nahezu unmöglich. Er konnte nur 30 Brillen pro Tag fertigen. Um wirtschaftlich zu arbeiten, sind jedoch 300 Stück notwendig. "Ich ging ins volle Risiko und schaffte zwei neue Maschinen an. 2010 haben wir es geschafft. Wir starteten endlich mit der Serienproduktion von Gloryfy im Zillertal“. Es sollte eine Erfolgsstory werden.

"Gerockt" von Extremkletterer David Lama"

Große Unterstützung bekam Egger bislang von Top-Athleten wie Motorsportlegende Heinz Kinigadner, Cliffdiver Orlando Duque oder dem Wunderkind der Kletterszene, David Lama, die allesamt begeisterte Botschafter des Tiroler Brillen-Labels "Gloryfy“ sind. Lama, der als erster Mensch den Gipfel des Cerro Torre in Patagonien im Freikletterstil erreichte, bringt am 13. März seine Dokumentation bundesweit in die heimischen Kinos: Er und sein Team wurden mit Brillen des Modells "G3 The Rock by David Lama“ ausgestattet. Ein Werbeeffekt, der unbezahlbar ist. Und jüngst ist "Unbreakbale eyewear“ bei der ISPO mit dem Award Gold für die GP3-Brille ausgezeichnet worden.

Heute produziert Egger 70.000 Stück Brillen, setzte zuletzt 3,6 Millionen Euro um und ist seit zwei Jahren in der Gewinnzone. Sonnengläser und Sportbrillen wurden jetzt um das Segment Lifestyle erweitert. Den weltweiten Rollout der Marke geht er Schritt für Schritt an, weil er sich erstens "keinen Finanzinvestoren aussetzen möchte“ und zweitens seine "Work-Life-Balance noch ausbaufähig“ ist.

Vor zwei Jahren entdeckte der sportbegeisterte Erfinder das Skitourengehen für sich. "Ich bin in kurzer Zeit in der Natur und kann komplett abschalten“, beschreibt er einen der Vorteile, der jedenfalls für einen Tiroler gilt. Meist wechselt Egger nach der Arbeit in den Sportmodus, egal bei welcher Witterung.

Die Berge liegen vor seiner Türe, Ski und Steigfelle sind rasch angelegt. Am liebsten geht Egger bei Einbruch der Dunkelheit und bevorzugt in Vollmondnächten. Nur einen Katzensprung von Innsbruck entfernt befinden sich die Skigebiete Muttereralm oder die Axamer Lizum, wo Egger abseits der Pisten traumhafte Tiefschneeabfahrten vorfindet. "Wenn ich dann gegen 21 Uhr wieder zu Hause bin, sind Körper und Geist wieder im Einklang.“

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