Architekt Armin Ebner widmet sich moderner Fotokunst

Armin Ebner, Architekt der Gruppe BEHF, sammelt Fotokunst. Sein Anspruch sind moderne, konkrete Werke, die ihn betroffen machen.

Architekt Armin Ebner widmet sich moderner Fotokunst

Manche Menschen wissen schon von Jugend an, was sie wollen, was ihre Berufung ist. So ein Mensch ist auch Armin Ebner, 46. Architekt und Mitbegründer des Architektenbüros BEHF, das er mit Lebensgefährtin Susanne Hasenauer und Stephan Ferency nach seinem Abgang von der Angewandten gegründet hat. Sein Lebenslauf lässt sich daher in ein paar Worten zusammenfassen: Mittelschule, Studium an der Angewandten, Bürogründung 1997, basta.

Seine Heimat Spittal a. d. Drau in Kärnten wurde dem Kreativen rasch zu eng, und er ging mit 18 Jahren "von der Provinz“ nach Wien. An der Angewandten lernte er seine heutigen Partner Hasenauer und Ferency kennen. Der Rest ist bekannt. Heute betreiben die drei eines der größten Architekturbüros in der Bundeshauptstadt und beschäftigen etwa 100 Mitarbeiter. Auch in den Sommermonaten geht dem Dreiergespann nie die Arbeit aus. Aktuellstes Projekt ist die Neugestaltung des Gourmettempels Fabios in der Wiener Innenstadt, das am 10. September unter der Leitung von Haubenkoch Joachim Gradwohl seine Pforten öffnen wird.

Kurz vor der Fertigstellung ist auch der neue Merkur im Palais Principe am Hohen Markt, im November öffnet das Hotel Lamee an der gleichen Adresse, und auch die Umbauarbeiten des Sky-Restaurants im Kaufhaus Steffl auf der Wiener Kärntner Straße gehen zügig voran. Doch das Know-how von Ebner & Co ist nicht nur in der Hotellerie gefragt. BEHF gestaltet die Shops für die Telekom und zeichnet für die Gestaltung aller Filialen der Deutschen Bank, quer durch Europa, verantwortlich.

Gebaut wird also an allen Ecken und Enden. "Die Menschen investieren derzeit lieber in Immobilien, als dass sie ihr Geld unsicher anlegen“, resümiert Ebner. Erfreulich für sein Business, über Freizeit verfügt der Architekt kaum. Die wenige, die ihm bleibt, investiert er in die Kunst, vor allem in Fotokunst. "Und die muss in irgendeiner Form mit Körper im weitesten Sinne zu tun haben“, erzählt er. "Es muss mit Leben zu tun haben, weil unser Beruf ist gebaute Materie, tote Materie, und ich möchte ein bisschen einen Kontrapunkt setzen.“

Selektiver Sammler

Ebner versteht sich freilich nicht als klassischer Kunstsammler, sondern als jemand, der Kunst selektiv erwirbt. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Susi hat er sich - "ein gewisses Korsett, praktisch eine enge Brille“ - darauf geeinigt, welche Kunst sie beide kaufen. "Primär muss es ein modernes Medium sein, wie beispielsweise Fotografie, und das Werk muss konkret sein, uns betroffen machen“, beschreibt er seine Selektionskriterien.

Viel Augenmerk legt er auf Künstler im Osten, denn "die haben noch viel aufzuarbeiten und bewältigen dies in Form ihrer Werke“. So eine Künstlerin ist die Russin Anastasia Khoroshilova, die sich mit der Vergänglichkeit und Schwäche des kollektiven Gedächtnisses einer Gesellschaft auseinandersetzt. So fertigte sie etwa lebensgroße Porträts von Müttern, die ihre Kinder beim Terroranschlag 2004 auf die Schule in Beslan verloren hatten, und auch Bilder der Kinder. Zwei dieser Exponate hängen bei Ebner. Ihm gefällt auch die russische Gruppe AES+F, die Themen wie Jungfräulichkeit, Gewalt und den Kommerz im weitesten Sinne bearbeitet.

Die Wand von Ebner ziert auch der deutsche Künstler Thorsten Brinkmann, der mit Altgegenständen und Sperrmüll skulpturale und bildnerische Aggregatzustände herstellt. Ebner erwarb einige seiner Selbstporträts, deren Köpfe und Körperteile ebenfalls mit Altgegenständen verhüllt und dekoriert sind. Doch auch in Österreich kann Ebner seine Sammelleidenschaft befriedigen. Zu seinen "Lieblingen“ gehört Angelika Krinzinger. Von ihr ließ er seinen Sohn Lois, Lebensgefährtin Susi und sich selbst porträtieren. Allerdings in der für Krinzinger bekannten Art: es werden nur Auge, Mund, Brustwarze abgelichtet und gerahmt.

Meist "passieren“ Ebner seine fotografischen Kunstwerke einfach. Auf klassischen Auktionen findet man den Architekten deshalb nie. Diesem Mainstream möchte er tunlichst ausweichen. "Denn Kinderbilder von Khoroshilova berühren mein Herz viel mehr als etwa Fotos von berühmten Filmstars wie John Malkovich, auf dessen Haupt eine weiße Taube platziert wurde.“

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