Anwalt Bernhard Hainz sammelt Kunst

Die Passion von Arbeitsrechtler Bernhard Hainz ist Kunst. In seinem Fundus befinden sich Werke von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.

Anwalt Bernhard Hainz sammelt Kunst

Normalerweise bringt man Besuche beim Anwalt gerne rasch hinter sich. Beim Arbeitsrechtsexperten Bernhard Hainz, 54, Gründer und Geschäftsführer der Sozietät CMS Reich-Rohrwig-Hainz, möchte man gerne länger verweilen. Denn das neue Head Office in der Wiener Gauermanngasse könnte man glatt mit einer Kunstgalerie verwechseln.

Schon im Entree des lichtdurchfluteten Dachgeschosses trifft man auf die Geometriker Esther Stocker und Walter Obholzer, stoppt vor dem mit Reißnägeln gespickten Bügeleisen von Man Ray und ist verleitet, in das naturgetreue "Gurkerl“ von Erwin Wurm zu beißen.

Lässt man sich auf einen Bürorundgang mit Hainz ein, kommt man in den Genuss aller 350 Werke - von der österreichischen klassischen Moderne bis hin zu internationaler zeitgenössischer Kunst - allesamt im Privatbesitz von Bernhard Hainz und seiner Ehefrau Elisabeth.

Die Sammlerleidenschaft hat den Arbeitsrechtler erstmals 1987 gepackt, als er als Anwalt eingetragen wurde. "Ich dachte mir, jetzt bist Du etabliert und leistest dir auch Bilder‘“. Seine Wahl fiel auf "ein wunderschönes Blatt“, das die Seitenallee des Schloss Schönbrunn zierte und die Signatur von Rudolf von Alt trug und "der Moderne war Miró“.

Später sprang die Liebe zu den Stimmungsimpressionisten wie Tina Blau, Emil Jakob Schindler und Olga Wisinger-Florian über. "Ich entwickelte eine richtige Passion“. Bald befanden sich auch Arbeiten von Albin Egger-Lienz, Herber Boeckl, Franz Grabmayr, Karl Stark und Walter Pichler in seinem Besitz. "Wir haben uns eigentlich durch die österreichische Kunst bis hin zur zeitgenössischen durchgesammelt“.

In der Zwischenzeit hatte Hainz auch immer wieder Gelegenheit mit Künstlern Freundschaften zu schließen und ist so "rascher in diese Welt eingetaucht“, als wenn er alles hätte nachlesen müssen“.

Zu diesen Freunden zählte er auch den bereits verstorbenen Maler Karl Stark, der mit Arnulf Rainer, Alfred Hrdlicka oder Arik Brauer auf Du und Du war. "Wir haben uns viel ausgetauscht und so bekam ich ein unheimliches Gefühl für die Kunst“. Auch wenn der Jurist schon lange stilsicher ist und gut 800 Werke sein Eigen nennt, tauscht er sich gerne mit dem heimischen Shootingstar Klaus Mosettig, Franz Graf oder Ester Stocker über neueste Strömungen aus.

Hainz überlässt nichts dem Zufall. Nachdem er neben Edelbert Köb auch Gesellschafter der Viennafair ist, nimmt er auch privat gerne Ratschläge des ehemaligen Direktors des MUMOK an. "Köb hat mich sehr bei der Hängung der Bilder im Office unterstützt“. Die Ordnung ist unübersehbar. Erst die geometrischen Künstler, dann die Expressionisten und die acht Besprechungszimmer sind Künstlern der jeweiligen CMS-Tochtergesellschaften in Zentral- und Osteuropa zugeordnet.

"Das ist das Zimmer für Brainstorming“, zeigt Hainz schmunzelnd auf ein Hirn aus beschichtetem Metall, das vom bulgarischen Künstler Bravdoliub Ivanov stammt und die Wand ziert. Aber auch die Fotokunst hat ihren Platz. Der hat sich der Sammler erst kürzlich gewidmet, da seine Tochter Barbara Fotografie studiert. Also trifft man auch auf Arbeiten von Claudia Rogge oder die gestochen unscharfen Bilder von Eva Schlegel.

Die richtigen Provokationen hängen allerdings im Privatbüro von Hainz. "Meine Frau sagt immer, das sei das Gruselkabinett“. Man könnte auch strenge Kammer dazu sagen. Beim Eintritt sticht gleich die Kettenlampe von Franz West ins Auge. An der rechten Wand dominiert ein Schüttbild von Hermann Nitsch, daneben ein Egger-Lienz, "weil beide sich mit dem Leben und dem Tod beschäftigten“. Das Highlight ist jedoch eine Skulptur in Form eines durchbohrten Männertorsos. "Den nennen unsere Rechtsanwaltsanwärter den geschundenen Konzipienten mit den verlorenen Prozessen“, erzählt Hainz lachend.

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