9 Fakten zur FIFA

9 Fakten zur FIFA

FIFA-Präsident Sepp Blatter bei der Eröffnung des 65. FIFA-Kongresses in Zürich: Der Fußball-Weltverband steht wegen der aktuellen Festnahmen und Korruptionsvorwürfe gehörig unter Druck.

Wer wählt den FIFA-Präsident, wie viel verdient der Weltverband eigentlich und was ist der "Garcia-Report"? Neun Fakten zur FIFA.

1. Was ist die FIFA?

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich. Die FIFA wurde im Jahr 1904 von sieben europäischen Landesverbänden gegründet. Zu ihr gehören 209 nationale Verbände, die wiederum in sechs Kontinentalverbänden organisiert sind: UEFA (Europa), Confédération Africaine de Football (Afrika), Asian Football Confederation (Asien), CONMEBOL (Südamerika), CONCACAF (Nord- und Zentralamerika), Oceania Football Confederation (Ozeanien). Die FIFA ist ein Verein Schweizerischen Rechts, das heißt, sie unterliegt nicht den Veröffentlichungspflichten wie etwa Aktiengesellschaften oder GmbH’s.

2. Wer steht an der Spitze der FIFA?

An der Spitze der FIFA steht der Präsident, seit 1998 ist dies der Schweizer Joseph Blatter (79). Das FIFA-Exekutivkomitee besteht aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten und 16 weiteren Mitgliedern. Es ist das höchste Entscheidungsorgan in der FIFA.

3. Wer wählt den FIFA-Präsident?

Jeder FIFA-Mitgliedsverband stellt einen Delegierten, der eine Stimme hat. Insgesamt sind es 209 Delegierte. Im ersten Wahlgang benötigt der Kandidat mit den meisten Stimmen eine Zwei-Drittel-Mehrheit, um sofort zum Präsident gewählt zu werden. Das sind 140 Stimmen. Im zweiten und jedem weiteren Wahlgang genügt eine einfache Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen (derzeit 105). Die Wahl findet durch den FIFA-Kongress in geheimer Abstimmung statt. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

4. Wer tritt gegen Joseph Blatter an?

Als letzter von anfangs noch fünf Blatter-Gegenkandidaten tritt der Chef des jordanischen Fußballverbandes Prinz Ali bin al-Hussein an, nachdem im Mai auch Michael van Praag und Luis Figo ihre Kandidatur zurückzogen. Die unabhängigen Kandidaten Jerome Champagne (Ex-stellvertretender Generalsekretär und Berufsdiplomat aus Frankreich) und David Ginola (Anm.: französicher Ex-Fußballnationalspieler) hatten nicht einmal die formalen Kriterien erfüllt. Ein großer Fehler der Blatter-Gegner: Sie haben ihn und seine „Familie“ (O-Ton Blatter) unterschätzt. Blatter gilt aufgrund der Unterstützung aus Afrika und Asien als klarer Favorit.

5. Wie sieht es mit den Finanzen bei der FIFA aus?

Bei Zahlen, Daten und Fakten gibt sich die FIFA weitgehend zugeknöpft. Auch der nun veröffentlichte Finanzreport 2014 lässt einige Fragen offen. Trotz Rekordeinnahme von 5,7 Milliarden Dollar für Rechnungszeitraum der Jahre 2011 bis 2014, was einer Steigerung von 32 Prozent entspricht, sinkt der Profit. Die Rücklagen stiegen im gleichen Zeitraum um rund 19 Prozent von 1,28 Milliarden auf 1,5 Milliarden Dollar.

6. Wer sind die größten Sponsoren der FIFA?

Zu den größten Sponsoren des Weltverbandes zählen Coca-Cola, Visa, Hyundai, Kia Motors, Adidas und Gazprom. Die Airline Emirates und Sony stiegen bereits Ende 2014 aus dem Pool der Marketing-Partner der FIFA aus. Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental und die Kreditkartengesellschaft MasterCard waren schon zuvor ausgestiegen. Es laufen Gespräche mit Samsung und Qatar Airways über eine Zusammenarbeit. Die derzeitigen Hauptsponsoren, aber auch Nebensponsoren haben nun aufgrund des Korruptionsskandals den Druck auf die FIFA erhöht und fordern Aufklärung. Sie drohen mit einem Ausstieg.

7. Stimmenkauf, Bestechung, Korruption, Erpressung, Geldwäsche

Für den Stimmenkauf bei den vorangegangenen Wahlen zum FIFA-Präsident sollen Beträge zwischen 50.000 und 100.000 Euro geflossen sein sowie das Versprechen auf einen Posten in einem der sechs Kontinentalverbände einen Posten zu bekommen. Außerdem wurden lukrative Geschäfte mit der FIFA (günstige Vergabe TV-Rechte, Marketing- und Werbedeals) in Aussicht gestellt. Die BBC hat bereits vor der WM 2010 in Südafrika aufgedeckt, wie Umschläge mit dem Schmiergeld die Besitzer wechselten.

8. Was ist der Garcia-Report?

Michael Garcia, ein früherer US-Staatsanwalt, untersuchte als Chefermittler der FIFA die umstrittene Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 nach Russland und 2022 nach Katar. Vor der Vergabe sollen Schmiergelder geflossen sein. Der Gesamtbericht zu möglichen Korruptionsfällen im Vergabeprozess umfasst 430 Seiten, Garcia hatte zwei Jahre lang ermittelt und den Report Anfang September 2014 abgeschlossen. Die FIFA hat daraufhin Anzeige gegen "Unbekannt" erstattet. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes (FIFA) hat sich zunächst nicht für die Veröffentlichung des brisanten Garcia-Reports ausgesprochen. Nach und nach wurde avisiert, dass Teile veröffentlicht werden. Bis heute wird um die Veröffentlichung im Weltverband gestritten. Garcia ist zurückgetreten, nachdem die FIFA den Report nicht veröffentlichen wollte. Er ist heute einer der größten Kritiker der FIFA.

9. Wer ermittelt derzeit gegen die FIFA?

Die Schweizer Staatsanwaltschaft eröffnete am Mittwoch ein Strafverfahren rund um die Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar. Beim Verfahren wegen der WM-Vergaben geht es nach Angaben der Schweizer Bundesstaatsanwaltschaft um den Verdacht "der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannt". Dabei wurden im Hauptquartier des Weltverbandes in Zürich elektronische Daten und Dokumente sichergestellt. Die FIFA-Konten in der Schweiz wurden gesperrt, über die vermutlich illegale Zahlungen erfolgten.

In Zürich wurden Mittwochfrüh sechs Fußball-Funktionäre aus den Betten geholt, im Verlauf des Tages wurde noch ein siebenter Funktionär verhaftet. Insgesamt ermittelt die US-Bundespolizei FBI gegen 14 Personen, davon sind neun FIFA-Funktionäre. Bei den fünf weiteren handelt es sich um Chefs von Sportmarketingunternehmen.

Die USA begehrt nun die Auslieferung der Verdächtigen, von denen vermutet wird, dass sie Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen haben. In New York wird neben der Annahme von Bestechungsgeldern auch hinsichtlich verdeckter Provisionen, Korruption, Geldwäsche und Betrug ermittelt. Die verhafteten Funktionäre widersetzen sich allerdings der Auslieferung in die USA, wo ihnen Haftstrafen bis zu 20 Jahren drohen. Nun will die Schweizer Justiz die USA auffordern, formelle Auslieferungsgesuche stellen.

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