Lokalkritik: "Zur Herknerin" in Wien

Moderne Ableger klassischer Wiener Beisl sind so eine Sache. Als gastronomische Neuinterpretation mögen sie einem ja durchaus verständlich sein. Ihr großer Nachteil aber ist, dass sie immer am Original gemessen werden.

Lokalkritik: "Zur Herknerin" in Wien

So wie etwa das moderne "Drei Hacken Magazin“, eine kühle und weitgehend seelenfreie Weiterentwicklung der legendären und wunderschön altmodischen "Drei Hacken“. In beiden Fällen isst und trinkt man durchaus gut, einmal allerdings mit und einmal ohne Atmosphäre.

Seit einiger Zeit hat Wien ein weiteres Beispiel in dieser Kategorie. Und zwar das Lokal "Zur Herknerin“ in der Wiedner Hauptstraße, geführt von Stefanie Herkner, der Tochter der verstorbenen Wirtshausikone Heinz Herkner. Dieser geniale Mann ging mit einem großartigen Beisl in der Dornbacher Straße als ewig übel gelaunter Wirt und genialer Koch in die Geschichte ein.

Das neue Lokal der Tochter erinnert schon optisch rein gar nicht an das alte Wirtshaus in Hernals. Soll es auch vermutlich nicht. In dem ehemaligen Installateurgeschäft herrscht die wohldurchdachte Lässigkeit einer Künstlergarderobe, weshalb das Lokal in kürzester Zeit zu einer echten Bobo-Hochburg geworden ist.

Dem Publikum scheint es auch wenig zu stören, dass die Grießnockerlsuppe fad und höchstens lauwarm ist und die Krautfleckerl leider nur Kantinen-Charakter haben. Wirklich schlecht ist hier nichts, aber wirklich gut schon gar nichts.

Da fällt einem die Antwort auf die Frage, ob das alte Herkner-Beisel besser war als das neue, relativ leicht: der Unterschied könnte größer kaum sein.

Es wird also weiterhin ein ungelöstes Rätsel bleiben, weshalb immer wieder Lokale aufsperren, die des Namens wegen an legendäre Beisln erinnern, aber mit diesen nicht einmal die Qualität des Salzstreuers gemein haben.

NAME: Zur Herknerin
ADRESSE: 1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 36
TELEFON: 0699 15023622
ÖFFNUNGSZEITEN: Di. bis Fr., 17-22 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 12, Hauptspeisen bis 25 Euro
WEB: zurherknerin.at

Bild: Herbert Hacker/René Prohaska Herbert Hacker

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