Lokalkritik: "Viento" in Wien

Lokalkritik: "Viento" in Wien

Der neue Betreiber, Nino Cuturic, hat dazu zwei Köche aus Kroatien nach Wien geholt. Die Speisekarte ist ziemlich umfangreich und beinhaltet neben Fisch-, Pasta- und Meeresfrüchten auch so seltsame Gerichte wie Putenfilet mit Orangensauce.

Weil Trüffelzeit ist, werden derzeit vom Hausherren Pastagerichte mit weißen Trüffeln aus Istrien angepriesen. Und so kommen Tagliatelle in einer dicken Oberssauce zu Tisch, über die dann mit großer Geste eine mit freiem Auge kaum erkennbare Menge einer weißen Trüffelknolle darüber gehobelt wird. Der Kampf der an Winzigkeit leidenden Trüffelstücke gegen die dominante Oberssauce erscheint damit von vornherein aussichtslos. Was bleibt, sind Erinnerungen an Restaurants im Piemont oder in Istrien, wo der Umgang mit den Knollen doch deutlich großzügiger erfolgt.

Immerhin kostet die Trüffelpasta im Viento 25 Euro. Ein noch schlechteres Preis-Leistungsverhältnis haben nur noch die Scampi der Gattung Kaisergranaten, die ebenfalls mit dem Hinweis, „die sollten sie unbedingt probieren“ gesondert empfohlen werden. Es sind sechs oder sieben Tierchen, nicht mehr ganz frisch, denn sie haben aus dem fernen Kroatien kommend, einen weiten Weg hinter sich und landen hier in Wien in gegrillter Form auf dem Teller. Natürlich wissen wir, dass Kaisergranaten an und für sich etwas teurer sind, aber 60 Euro (!!!) für eine Portion ist dann doch alles andere als eine Mezzie.

Vom derzeitigen Boom kroatischer Weine lässt sich in der Weinkarte auch nur wenig erkennen, lediglich die beiden Namen „Krauthaker“ und „Giorgio Clai“ versöhnen ein wenig. Alles in allem ist das „Viento“ nicht viel mehr als ein durchschnittlicher Kroate – allerdings einer mit überdurchschnittlichen Preisen.

NAME: Viento
ADRESSE: 1190 Wien, Döblinger Hauptstr. 59
TELEFON: 0650/527 20 95
ÖFFNUNGSZEITEN: tägl. 9–24 Uhr
PREIS: Vorspeisen bis 17, Hauptspeisen bis 60 Euro

Bild: Herbert Hacker/René Prohaska Herbert Hacker

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