Lokalkritik: "Tian Bistro" in Wien

Lokalkritik: "Tian Bistro" in Wien

Das Tian in der Wiener Innenstadt gilt derzeit als das modernste und angesagteste Lokal für Vegetarier, ja sogar Veganer. Das gefällt nicht wenigen, der Laden ist gut besucht, die Vegetarier- und Veganer-Community wird ja auch immer größer. Jetzt haben die Tierproduktverweigerer und Fleischlosfanatiker eine neue Adresse hinzubekommen.

Das bunte Hundertwasser-Ambiente war schon vorher da und wirkt auch ein bisschen abgenützt, die Küchenlinie aber ist brandneu: Wiener Klassiker und internationale Gerichte nach Tian-Art präsentiert.

Und was soll man darunter verstehen? Das kleine Schustergulasch mit Ofenbrot in veganer Form hinterlässt jedenfalls wenig Eindruck und schon gar nicht den Wunsch, es jemals wieder zu bestellen. Viel Erdäpfel und wenig Gulaschsaft? Hmm!

Anders die Gratins in mehreren Varianten. Sie werden in kleinen hübschen Pfännchen serviert, dazu gibt’s Blattsalat. Zur Auswahl stehen drei Varianten, eine mit Kürbis und Schalotten, eine mit Vollkorn-Makkaroni und Erbsen und eine mit Erdäpfeln und Lauch. Bei letzterem dominieren wieder die Erdäpfel, so wie beim Schustergulasch. Aber so ist das halt, wenn es vegetarisch zugehen soll.

Fein sind auch die verschiedenen Flammkuchen in vier Varianten, die üppigste kommt mit Lauch, Rührei und Trüffel daher - mit 22 Euro auch das teuerste Gericht. Schräg die Variante mit Sauerkraut und Räuchertofu.

Alles in allem nicht schlecht gekocht, aber wirklich aufregend ist das nicht. Ein paar Weine auf der Karte, einige Fruchtsäfte, was man halt so für ein Bistro braucht.

Im Grunde genommen ist es ein Museumslokal, da ist für eine Mindestfrequenz automatisch gesorgt. Ob man aber hier extra hergehen möchte, um in einem abgewohnten Hundertwasser-Ensemble Gratins oder Flammkuchen zu essen, bleibt offen.

NAME: Tian Bistro
ADRESSE: 1030 Wien, Weißgerberlände 14
TELEFON: 01 890 95 10
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.-So. 10-20 Uhr
PREIS: Vorspeisen bis 12, Hauptspeisen bis 22 Euro
WEB: www.kunsthaus.tian-bistro.com

Bild: Herbert Hacker/René Prohaska Herbert Hacker

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