Lokalkritik: Krabben am Badeschiff Holy Moly

Lokalkritik: Krabben am Badeschiff Holy Moly

Dass Christian Petz ein genialer Koch ist, muss nicht sonderlich hervorgehoben werden. Was gute Köche aber noch zusätzlich auszeichnet, das sind Ideen, die andere nicht haben. Wenn sie nicht nachhüpfen, was andere vormachen, sondern wenn sie etwa Produkte verwenden, die sonst kaum wo auf den Speisekarten zu finden sind.

Im Lokal Holy Moly am Badeschiff von Christian Petz wird das derzeit eindrucksvoll dargeboten. Petz bekommt jeden Montag und Freitag Taschenkrebse, die er auf eine wunderbare Weise zubereitet.

Taschenkrebse sind in Österreich rar, nur manch ein Asiate hat es mit ihnen versucht. In Ländern wie Frankreich und den USA sind sie ungleich häufiger anzutreffen – in asiatischen Ländern sowieso.

Taschenkrebse (Cancer pagurus) gehören zur Familie der „Zehnfusskrebse“ und genießen unter Feinschmeckern einen hohen Suchtfaktor. Besonders das Fleisch in den Scheren schmeckt grandios. Petz bereitet die wunderbaren Tierchen nach einem speziell ausgetüftelten Rezept zu. Er macht, anders als in Asien, keine klebrige und dickflüssige Sauce dazu, die den Geschmack nur verfälscht, sondern hat eine ganz zarte Pfeffersauce entwickelt. So bleiben die Krebse weitgehend so, wie sie sind. Einfach genial. Das Gericht nennt er „Singapore Black Pepper Crab“. Der Preis von 22 Euro pro Stück ist für diese Delikatesse, die jeden Montag und Freitag frisch geliefert wird, auch vertretbar. Taschenkrebse sind ein hochwertiges Meeresprodukt. So was isst man auch nicht jeden Tag.

Es ist schön, dass es noch solche Köche gibt, die Mut zum Risiko beweisen und gegen den Strom schwimmen. Auch wenn das Badeschiff am Donaukanal fest verankert ist.

NAME: Badeschiff Holy Moly
ADRESSE: 1010 Wien, Donaukanallände
TELEFON: 0699 15130750
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 17–01 Uhr
WEB: www.badeschiff.at

Bild: Herbert Hacker/René Prohaska Herbert Hacker

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