Lokalkritik: "Kleinsasserhof" in Kärnten

Lokalkritik: "Kleinsasserhof" in Kärnten

Der Kleinsasserhof ist wahrhaftig ein Fest für die Sinne und dies nicht nur in Bezug auf den Geschmack. Denn das wohl schrägste Restaurant Kärntens, ja wenn nicht sogar Österreichs, überzeugt nicht nur mit einer fantastischen Küche, sondern überrascht vor allem mit der Optik.

Eigentlich ist der Kleinsasserhof ein Bauernhof aus dem sechzehnten Jahrhundert, der sich fernab von Trubel und Stress in einer herrlichen Grünruhelage befindet. Aber eben nur eigentlich, denn sobald man das Restaurant betritt, befindet man sich wahrhaftig in einer anderen Welt. Am Eingang wird man bereits von einer künstlerisch einzigartig gestalteten Fassade, von Elefanten und einem Astronauten begrüßt. Im Speisesaal, der eher die Atmosphäre eines gemütlichen Wohnzimmers ausstrahlt, findet man auf der einen Seite ein Porträt von Buddha, auf der anderen Seite Jesus und drumherum ist man umgeben von Antiquitäten, Raritäten und vor allem Kuriositäten – wie etwa einem riesigen Elch-Kopf über der Bar. Jeder Tisch, jeder Sessel, ja jeder Teller gleicht nicht dem anderen. Einheitlichkeit findet man hier nicht, dafür aber jede Menge Kultur, Kitsch und Kunst – liebevoll verschmolzen zu einem Gesamtkunstwerk.

Aber nun zum eigentlichen Höhepunkt: Dem Essen. Die Speisekarte ist klein, aber fein. Und ganz nach dem Motto "Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst" beginnt der Genuss schon mit dem Gruß aus der Küche: Hirschsalami, Kürbis- sowie Kräuter-Topfenaufstrich, dazu knuspriges Brot. Die Küche übt sich in bester Bodenständigkeit. So wird etwa die Suppe in einer großen Schüssel serviert.

Unter den Vorspeisen, die durchaus auch als Hauptspeisen durchgehen können, findet man Köstlichkeiten wie Bauernmozzarella mit Zucchinivinaigrette, Bauernschinken mit Kren und dem selbstgebackenen und ausgezeichneten Holzofenbrot oder getrocknetes, mariniertes Rindfleisch mit Ruccola und Grana. Nur so zum Einstimmen.

Bodenständig geht's zu

Danach Fleischnudel mit Speckgrammerl und Sauerkraut, Bauernschweinsbratl im Natursaft mit Sauerkraut und Serviettenknödel oder Lammragout mit Wurzelwerk, Rosmarinpolenta und Preiselbeeren – einfach, genial und köstlich. Aber auch Vegetarier müssen am Kleinsasserhof nicht Hunger leiden. So gibt es Kärntnernudeln, herrliche Salate, Kichererbsenbällchen mir Joghurt-Kräutersauce oder einen überbackenen Polenta-Melanzani-Mozzarella-Auflauf. Wobei letzterer ein wenig mehr Würze vertragen hätte.

Als ein Muss erweisen sich auch die leichten Nachspeisen. Dabei hat man die Qual der Wahl: Pinienkerntorte, gebackene Topfentorte, Mohntorte oder Joghurtnockerl mit Fruchtmark. Besonders empfehlenswert ist allerdings das Tiramisu mit Beerenmark – ein Traum.

Das Resümee: Der Kleinsasserhof bietet ein herrlich chaotisches Ambiente mit einer fantastischen Küche. Die Produkte werden von der eigenen Landwirtschaft oder von Bauern aus der Umgebung bezogen – das schmeckt man auch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, die Zubereitung ist schnell und das junge Personal zuvorkommend und höflich, aber nicht aufdringlich. Es herrscht kein kaltes Restaurantklima, sondern eine herzliche Atmosphäre und das Auge kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ein Restaurant gerade richtig, um dem stressigen Alltag zu entkommen. Zu guter Letzt noch einen Tipp: Früh genug reservieren, damit man auch einen Platz bekommt!

NAME: Kleinsasserhof
ADRESSE: 9800 Spittal an der Drau, Kleinsass 3
TELEFON: 04762/2292
ÖFFNUNGSZEITEN: Mittwoch-Samstag 12-24, Sonn- und Feiertags 12-23 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 14, Hauptspeisen bis 17 Euro
WEB: www.kleinsasserhof.at

Leben

Österreicher fahren auf italienischen Panettone ab

Schoko-Nikolo fallen im Greenpeace-Test durch

Leben

Schoko-Nikolo fallen im Greenpeace-Test durch

Leben

Jetzt wird Geliefert: Online-Supermärkte im Test

Leben

Die Rennaissance alter Schweinerassen