Lokalkritik: "Ceconi’s" in Salzburg

Lokalkritik: "Ceconi’s" in Salzburg

Über Jörg Wörthers Comeback ist schon einiges geschrieben worden. Nach sechs Jahren Abstinenz betreibt er in Salzburg seit einiger Zeit zusammen mit dem Unternehmer Manfred Dietrichsteiner das Restaurant „Ceconi´s“.

Es heißt, der einstige „Koch des Jahrzehnts“ koche nun auf etwas kleinerer Flamme, reduzierter, einfacher und nicht mehr so opulent wie früher. Das stimmt nur zum Teil. Erstens – und das ist schon mal beruhigend: Er kocht so gut wie eh und je. Bei jedem Gericht erkennt man aus zehn Kilometer Entfernung, dass es die Handschrift von Jörg Wörther trägt. Einer wie er kann gar nicht reduzierter kochen, denn er war immer schon der Großmeister der Reduktion auf das Wesentliche. Was heute als großartiger Purismus in den Küchen der Trendlokale in Kopenhagen, Stockholm oder London gefeiert wird, hat Wörther schon vor zwanzig Jahren gemacht. Er hat immer alles weggelassen, was nicht notwendig ist.

Zweitens hat Wörther eine Reihe von Klassikern auf der Karte, die er genauso zubereitet wie früher: etwa seine geniale und unüberbietbare Krebsen-Paradeiser-Suppe, die er entweder kalt oder warm serviert. Seine legendären Sellerietascherl sind ebenfalls noch immer konkurrenzlos, auch wenn er sie ganz einfach nur mit ein paar Pilzen und brauner Bröselbutter zubereitet. Auch das ist Wörther, wie er immer schon war.

Seine Fischgerichte gelingen ihm noch immer punktgenau, und auch wenn er bloß ein Kotellet vom Mangalitzaschwein mit Speckwürfel aus der Pfanne wirft, ist das immer noch hohe Kochkunst.

Richtig ist, dass man in seinem neuen Lokal keine 14-gängigen Menüs bekommt und sich nicht auf kulinarische Orgien wie früher einstellen muss. Man kann jetzt den ganzen Tag über einfach schnell mal vorbei schneien, um einen Happen zu essen. Und zwar einen Happen aus der Hand eines Genies.

NAME: Ceconi's
ADRESSE: 5020 Salzburg, Fürstenallee 5
TELEFON: 0662/820080
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi.–So. 12–23 Uhr
PREISE: Vorspeisen 4,80 bis 28 Euro, Hauptspeisen 14 bis 25 Euro
WEB: www.ceconis.at

Bild: Herbert Hacker/René Prohaska Herbert Hacker

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