Essen im Supermarkt

Essen im Supermarkt

Mit Kim im Merkur-Markt folgt die Supermarktkette einem neuen Trend: Essen direkt im Markt, dort, wo die Kunden ihre Einkaufswagerln vor sich herschieben.

Wien, Hoher Markt, samstagmittags, Punkt 12 Uhr. Am unteren Ende des Platzes hat sich eine größere Menschenmenge versammelt, um eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten Wiens zu bestaunen: die Parade der Anker-Uhr-Figuren mit Musikbegleitung. Um in den neuen Merkur-Markt gleich unmittelbar daneben zu gelangen, muss man sich um diese Zeit erst durch eine Ansammlung von Touristen mühsam durcharbeiten. Es herrscht ein Gedränge und Gewusel wie zu Stoßzeiten in der U-Bahn.

Drinnen das gleiche Bild: Alle wollen in den Lift, um in den zweiten Stock zu gelangen. Dort befindet sich nämlich das neue Restaurant von Österreichs bekanntester Asia-Köchin: Sohyi Kim kocht seit kurzem im Flagship-Store der Merkur-Supermarktkette. Ein Spektakel der etwas anderen Art, doch offenbar nicht minder begehrt als die Anker-Uhr gleich nebenan.

Mit Kim im Merkur-Markt folgt die Supermarktkette einem neuen Trend: Essen direkt im Markt, dort, wo die Kunden ihre Einkaufswagerln vor sich herschieben. Einer der Ersten war Meinl am Graben, nicht weit vom neuen Merkur entfernt. Meinl kombinierte seinen Delikatessen-Supermarkt nicht nur mit einem Gourmetrestaurant, sondern installierte auch schon früh im Erdgeschoß gleich nach dem Eingang das Fast-Food-Lokal "Meinl’s To Go" sowie ein kleines Café.

Von Billa bis Wein & Co

Inzwischen sind Supermarktlokale weit verbreitet. Im Billa Corso im Wiener Herrnhuterhaus am Neuen Markt können sich Kunden in einem der Do-&-Co-Lokale der Marke "Henry“ mit Snacks und Fertiggerichten stärken. In der neuen Interspar-Filiale in Wien-Mitte wurde erst kürzlich das Schnellimbiss-Lokal "Pasta & Café“ eröffnet. Und auch die Wein-Supermarktkette "Wein & Co“ setzt seit dem Vorjahr in der Filiale in der Mariahilfer Straße auf die Kochkünste eines prominenten Küchenchefs: Im Restaurantbereich werden Gerichte serviert, die der ehemalige Vierhaubenkoch und jetzige "Badeschiff“-Meister Christian Petz kreiert hat.

Merkur - mit derzeit rund 70 Gastronomiebetrieben in den Filialen in ganz Österreich - hat mit "Kim kocht“ am Hohen Markt momentan einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die neue Wirkungsstätte der emsigen Koreanerin ist im Moment wohl das beste Supermarktlokal Österreichs. Fast täglich steht die Köchin von Mittag bis 18 Uhr persönlich am Herd. Erst dann wechselt sie in ihr Restaurant im neunten Bezirk, wo der erste Menü-Durchgang um 18 Uhr gestrichen wurde.

Kims Merkur-Dependance ist ein Lokal mit einer echten Schauküche, wer sich auf einen der Barhocker schwingt, sitzt direkt davor - nur durch eine Glaswand vom Kochgeschehen getrennt. Der Rest der Gäste verteilt sich auf kleine Tischchen.

Kim kocht auch hier grandios. Allein das "Beef Tartar nach Kim’s Art“ ist ein einziger Gaumenkitzel, man kann den Küchengehilfen hautnah zusehen, wie sie das rohe Fleisch mit dem Messer zerhacken. Für ihre außergewöhnlichen Kreationen mit Thunfisch wurde Kim zu Recht stets gefeiert, dass sie aber auch noch eines der berühmtesten Gerichte der österreichischen Küche in einer unüblichen Perfektion zubereitet, ist schon erstaunlich. Ausgerechnet eine Asiatin sorgt für das derzeit wahrscheinlich beste Wiener Kalbsschnitzel der Stadt. Kim: "Damit habe ich bei einem Wettkochen im deutschen Fernsehen sogar gegen Alfons Schuhbeck gewonnen.“

Die Köchin profitiert auch davon, dass sie sämtliche Produkte praktisch vor der Nase hat. Das Angebot in dem neuen Nobel-Merkur ist ganz generell besser als in jedem anderen Supermarkt des Landes. Allein das riesige Sortiment der Obstabteilung ist konkurrenzlos und schlägt damit auch den Meinl am Graben. Die Preise sind dabei nicht anders als in allen anderen Merkur-Filialen.

Essen im Asia-Supermarkt

Einen Stock tiefer befindet sich die "Dallmayr Café & Bar“, die ebenfalls in den Verantwortungsbereich von Sohyi Kim fällt. Frühstücksvarianten sowie Kaffee- und Teeauswahl samt Patisserie sind vorbildlich.

Ganz anders geht es im Prosi-Markt im siebenten Bezirk zu. Dort befindet sich in Gürtelnähe Wiens größter Ethnomarkt. Der Inhaber, ein gebürtiger Inder, hat vor zwölf Jahren mit einem kleinen Laden in der Kandlgasse angefangen. Heute gehört ihm fast die ganze Straße, eine Art Shoppingcity für exotische Lebensmittel mit 6.000 Produkten aus 50 Ländern der Welt. Und auch dort kann man essen. Und zwar in einem kleinen Hinterzimmer mit ein paar Tischen und einer Theke. Das Schöne dabei: Die verschiedenen Currys, Chutneys, Fleischbällchen und Teigtaschen werden hier besser zubereitet als in vielen indischen Restaurants der Stadt.

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