Die perfekte Ernährung fürs Büro

Zum Frühstück schnell eine Vitaminpille eingeworfen, mit Kaffee (natürlich ist Milch und Zucker drinnen) runter spülen und ab ins Büro. Vormittags eine Leberkäsesemmel, mittags - falls es die Zeit zulässt - was Deftiges, gegen die Heißhungerattacke Schokolade und weil am Abend eine wichtige Businessveranstaltung ansteht, wird am kalten Buffet auch noch mal ordentlich hingelangt. So, oder so ähnlich, sieht nicht selten der Speiseplan beruflich umtriebiger und geforderter Menschen aus.

Die perfekte Ernährung fürs Büro

Auf lange Sicht geht sich das nicht aus. Der Körper rebelliert. Der Blutdruck steigt, der Cholesterinspiegel schnellt in die Höhe, der Bauchumfang wächst. Aus der Ferne winken Burnout, Herzinfarkt und Schlaganfall.

40 Prozent der 18- bis 64-Jährigen sind übergewichtig, zwölf Prozent davon sind adipös. Übergewicht und Adipositas steigen mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern an, wobei beides bei Männern deutlich häufiger auftritt, steht im Österreichischen Ernährungsbericht.

Coaching Zone

Zeit zum Handeln also. Wie wäre es mit einer Diät? Da gäbe es einiges im Angebot: Metabolic Balance, Mayr Kuren, Dukan Diät, 50/50 Diät, die Weight Watchers wären auch noch da - alles schön und gut, allerdings: "Eine Diät ist eine schnelle, kurze Antwort auf komplexe Fragen. Man will möglichst schnell, möglichst viel Gewicht verlieren. Sind die zwei oder drei Wochen vorbei, fällt man nur allzu leicht in alte Muster zurück“, analysiert Ursula Vybiral. Die 46-jährige Wienerin ist Ernährungsberaterin. Ihr Büro liegt am Hohen Markt. Blickt man aus dem Fenster des Beratungszimmers, sieht man direkt einen der beliebtesten und besten Wiener Würstelstände. Ist das Fenster gekippt zieht es ein wenig Käsekrainerduft ins praxisähnliche Büro.

Vybiral coacht demnächst ihren tausendsten Klienten. Zu ihren Kunden gehören Ärzte, Manager, Juristen, Politiker. Sie hält aber auch Vorträge zu richtiger Ernährung in Unternehmen und an Schulen. Wer zu ihr kommt, hat in der Regel schon vieles versucht, um Gewicht los zu werden. Und weiß auch Bescheid über Kohlenhydrate, Ballaststoffe, freie Radikale - über Gutes und Böses in Ernährungsbelangen. Trotzdem gelingt es den meisten nicht, die Disziplin und Konsequenz mit der man berufliche Ziele verfolgt am eigenen Körper anzuwenden.

Vybiral propagiert die "Easy Eating Methode“. Das ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung. Sie unterrichtet sozusagen bewussten Genuss. Verbote sind dabei nicht ihr Ding - aufs Maßhalten kommt es an. Absolute "No-Gos“ gibt es nur in der Abnehmphase. Danach ist vieles erlaubt und gar erwünscht. Alkohol und Naschen, aber alles mit Ziel. Genuss und Geschmack gehören vereint, sich etwas zu verbieten, was man liebt bringt nichts. Hat man einen Tag der Sünde gehabt und über die Stränge geschlagen, ist es dafür umso wichtiger wieder eine Reihe von gut strukturierten "Basic-Tagen“ folgen zu lassen.

Vybiral doziert wie und was zu essen ist. Begleitet ihre Klienten zehn Wochen lang und lädt zu regelmäßigen Nachbesprechungen. Eine Suppen-Nanny? Ihre Methode hat jedenfalls Erfolg. Bei den von ihr ernährungstechnisch Gemanagten purzeln die Pfunde. Und die Lebenqualität steigt.

Wolfgang Henn, Unternehmer in Wien, lässt sich seit zwei Jahren von Vybiral beraten. "Ich war ständig erschöpft, meine Leistungskurve ging nach unten, ich habe Lebensfreude und Körpergefühl verloren“, erinnert er sich. Seit er sich bewusst ernährt, auf Kalorienbomben wie Weißbrot mit Butter verzichtet und seinen Speiseplan umgestellt hat, läuft der Motor wieder rund.

Ähnliches weiß auch der Jurist Bernhard Schmidt zu berichten: In den ersten Berufsjahren futterte sich der 40-Jährige 115 Kilogramm rauf. "Ich habe immer den ganzen Tag gearbeitet und nichts gegessen, und wenn es dann vorbei war, gab es das Belohnungsessen und noch dazu das falsche, weil ich eben unterzuckert war.“ Nach Vybirals Coaching sah die Welt gleich ganz anders aus. 25 Kilogramm sind runter, der Jurist ist nun Triathlet und weiß, was ihm gut tut. "Frühstück, mittags Salate und abends mediterrane Kost - vor allem Fisch und natürlich verzeiht der Sport einiges“, skizziert Schmidt seinen Speisezettel und Tagesablauf.

Betriebliche Vorsorge

Dass er alles richtig macht, legt auch die Expertise der Ernährungsexpertin Hanni Rützler nahe. "Einsteiger müssen lernen sich selbst wahrzunehmen und sich fragen: Wann tut mir essen gut? In der Früh, zu Mittag, am Abend? Ist mein Stoffwechsel rhythmisch oder spontan, erfolgt der Energiewechsel spontan?“ Hat man das einmal für sich und mit Coaches geklärt, kann man das Feintuning machen.

Die Foodtrend-Forscherin scannt zudem die heimische Esskultur und den Gastromarkt. Und da hat in den Kantinen und Büros in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden: "Betrieblich hat sich kulinarisch viel getan. Es herrscht ein liebevoller Umgang mit Gemüse und Obst, und gesundem Essen wird mehr Wertschätzung entgegen gebracht. Das Engagement von Unternehmen, eine gesunde Esskultur zu schaffen, spiegelt die Stimmung und die Arbeitsqualität der Mitarbeiter wider.“

Beispiele und Vorreiter auf diesem Gebiet gibt es einige. So hat das BMW Werk Steyr schon vor Jahren damit begonnen, bei seiner Betriebsgastronomie Gerichte leichter, vitaminreicher und gesünder zu machen. Und bei Henkel CEE in Wien arbeitet der Küchenchef Ulrich Vollhofer mit der Vital-Ernährungstrainerin Claudia Haas zusammen.

Selbst wenn es am Arbeitsplatz keine Kantine gibt, kann man gesunde Ernährung für Mitarbeiter verankern. Catering-Services wie das junge Klosterneuburger Unternehmen "Office-Menu“ bieten Mittagmenüs abseits von Einheitspampe an. Gekocht wird täglich frisch, dann das Essen verpackt und gekühlt ausgeliefert und vor Ort aufgewärmt. Idealerweise in einem Wärmeofen, den die junge Firma ab 20 Bestellungen täglich zur Verfügung stellt. Kunde ist unter anderem bereits das Teehaus Demmer. Hedda Scheeweiß, verantwortlich für das Gastronomie-Konzept bei Demmer, bringt Problem und Lösung auf den Punkt: Früher hatten wir einen Lieferanten mit Tiefkühlprodukten, die wir in der Mikrowelle aufgetaut haben. Die Gerichte - und damit der Geschmack - waren aber immer dieselben. Jetzt hat sich im Unternehmen ein Bewusstsein eingestellt, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung auch die Arbeitsfähigkeit verbessert, also am Nachmittag kein Tief eintritt.“

Was den Österreichern ihr Christstollen ist den Italienern ihr Panettone oder Pandoro. Die beiden Weihnachtskuchen schmecken nicht nur köstlich, sondern sorgen bei den Produzenten auch alle Jahre wieder für ein Riesengeschäft. Sie werden auch in Österreich immer populärer.
 

Österreicher fahren auf italienischen Panettone ab

Was den Österreichern ihr Christstollen ist den Italienern ihr Panettone …

Schoko-Nikolo fallen im Greenpeace-Test durch

Schoko-Nikolo fallen im Greenpeace-Test durch

Süß, aber weder bio noch fair: Nikolo-Schokolade schneidet im …

Jetzt wird Geliefert: Online-Supermärkte im Test

Essen per Mausklick. Frisches Brot morgens an die Tür, ein Bio-Obst-Kistl …

Die Rennaissance alter Schweinerassen

Mangalitza, Duroc, Turopolje: Die Renaissance alter Schweinerassen hat …