Der FORMAT Online-Wein-Test

Es ist kein großes Geheimnis. Österreich ist ein Weinland. Beim Produzieren und auch beim Trinken. Auf heimische Winzer regnet es für ihre gekelterten Tropfen internationale Auszeichnungen. Wien ist die einzige Metropole der Welt, in der Wein gemacht wird. Und gar kein schlechter, sorgt doch gerade der "Gemischte Satz“ weltweit in Spitzenrestaurants für Furore.

Der FORMAT Online-Wein-Test

Nicht minder wichtig, weil ja doch ein Wirtschaftsfaktor, ist der Konsum von Wein in Österreich. Pro Kopf (ab 15 Jahren) werden pro Jahr in Österreich rund 29 Liter Rebensaft vertilgt.

Recht passabel. Aber - Gott sei Dank - globales Mittelmaß. Spitzenreiter in Sachen Weinkonsum pro Kopf und Nase ist mit 74 Litern übrigens der Vatikanstaat, aber das sei nur als kleines statistisches Kuriosum am Rande erwähnt. 250 Millionen Liter Wein wurden im Vorjahr übrigens in Österreich von Einheimischen und Gästen getrunken. Zehn Millionen Liter mehr als noch vor sechs Jahren. Der Großteil davon (54 Prozent) in Gaststätten und bei Volks- und Feuerwehrfesten, rund 103 Millionen Liter gehen im Heimkonsum die Gurgeln runter (siehe Grafik unten).

Online am Vormarsch

Und hier wird es gleich nochmals spannend. Denn neben Ab-Hof-Käufen und Weinshoppingtouren durch Kaufhäuser entdecken immer mehr Genussmenschen und Hobby-Önologen den Onlineversandhandel für sich, wenn es darum geht, schnell und vielleicht auch günstig an gute Tröpfchen ranzukommen oder eine Rarität aufzuspüren.

Stöbern, Preise vergleichen, per Mausklick bestellen. Anbieter für Weinkauf im Internet gibt es viele und im Online-Food-Handel - dessen Umsatz in Österreich laut einer rezenten Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney mit der Wirtschaftsuniversität Wien auf 70 Millionen Euro geschätzt wird - ist dieses Segment kein unwichtiges, weil Weine, respektive Spirituosen, wegen ihrer Haltbarkeit ein ideales Produkt zum Bestellen sind.

Die ÖGVS - Gesellschaft für Verbraucherstudien hat deswegen in Kooperation mit FORMAT zehn große, heimische Online-Weinhändler etwas genauer unter die Lupe genommen. Bewertet wurden neben der Angebotsvielfalt vor allem Preise, Versand und die Benutzerfreundlichkeit/Transparenz der jeweiligen Webseiten. Irene Breitfellner vom ÖGVS resümiert die Resultate durchaus positiv: "Die Online-Weinhändler überzeugen mit sehr großer Auswahl an Weinen und problemlosem Versand.“

Harter Test

Als Sieger beim Test ging die Seite vinorama.at hervor. Sie wird von der Weinhandelfamilie Morandell betrieben, und man kann auf fast 20 Jahre Interneterfahrung in Sachen Onlinehandel verweisen, wie Vinorama-Verkaufsleiter Johannes Fiala erzählt. "Unsere Kunden sind vor allem Weinkenner mittleren Alters, die unser breit gefächertes Angebot zu schätzen wissen“, so Fiala. Monatlich werden über den Webshop zwischen 1.500 und 2.000 Bestellungen abgewickelt.

Überhaupt ist die Sortimentsbreite der Onlineanbieter, so das Testergebnis, beeindruckend. Nebst Wein kann man auch Spirituosen und Lebensmittel bestellen. Beim Wein führen alle Anbieter die gängigen Produktgruppen Weiß-, Rot- und Roséwein und auch Port-, Bio- und Dessertweine haben die Getesteten im Programm. Happig wird’s bei den zur Zeit gefeierten Orange Wines, die liefern online nur shop.doellerer.com , weinco.at und ewein.com .

Letzerer überzeugte in diesem Testsegment als Sieger. Rund 6.200 Produkte führt der Webshop mit Sitz in Wien, den es seit 2007 gibt. "Wir haben jährlich rund 15-20 Prozent Umsatzsteigerung, der Markt entwickelt sich und wächst“, analysiert eWein-Geschäftsführer Dietmar Trummer. Das bestätigt auch Oliver Sertana, Marketingchef von Wein & Co: "Seit 1998 betreiben wir auch Onlineversand. Dieses Jahr wird das Onlinegeschäft erstmals 15 Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmachen.“

Der Vergleich macht sicher. Intensiv getestet wurde zudem auch noch Benutzerfreundlichkeit der Websites. Kriterien wie Übersichtlichkeit, Service/Transparenz, Produktdarstellung und Bezahlverfahren wurden bewertet. Hier ist bei vielen Händlern viel Luft nach oben. Sucht man etwa gezielt nach Weinen, findet man sie nicht, Datenschutzregeln und Widerrufsrecht sind nicht immer angegeben, und von der Tatsache, dass Jugendliche bestellte Weinflaschen nicht annehmen dürfen (Jugendschutzgesetz), erfährt man überhaupt nur auf fünf Plattformen.

Zudem appelliert ÖGVS-Studienleiterin Irene Breitfellner an die Rabbattjägerinstinkte von Onlinekunden. "Man soll sich Zeit für Preisvergleiche nehmen, hier gibt es erhebliche Unterschiede.“ Im Detail kann es da schon einmal passieren, dass die gleiche Flasche Wein beim teuersten Anbieter um die Hälfte mehr kostet als beim günstigsten Händler. Vor allem bei größeren Bestellungen lohnt sich der Vergleich, auch wenn nicht jeder Mengenrabatt anbietet. Sonderangebote und Aktionspreise gibt es aber in jedem Webshop.

Geliefert wird im Weinland Österreich übrigens von jedem Anbieter verlässlich, innerhalb vernünftiger Zeitfenster, und die Ware kommt, auch nicht immer selbstverständlich im Internet, stets unbeschädigt an, wenn auch manchmal nicht ganz ökologisch korrekt verpackt.

Die Ergebnisse der einzelnen Testsegmente

Was den Österreichern ihr Christstollen ist den Italienern ihr Panettone oder Pandoro. Die beiden Weihnachtskuchen schmecken nicht nur köstlich, sondern sorgen bei den Produzenten auch alle Jahre wieder für ein Riesengeschäft. Sie werden auch in Österreich immer populärer.
 

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