911 neu: Wie Porsche die Ikone modernisiert hat

Jede Automesse hat seinen Star. Bei der IAA in Frankfurt ist es der neue Porsche 911. Zwar hat der Sportwagen nur ein Facelift bekommen, doch mit neuen Techfeatures und sparsameren Motoren sind die Stuttgarter wieder auf der Höhe der Zeit.

Der neue Porsche 911: Erstmals mit Biturbo, dafür mit weniger Hubraum ausgestattet.

Der neue Porsche 911: Erstmals mit Biturbo, dafür mit weniger Hubraum ausgestattet.

Porsche hat den 911, den meistverkaufte Sportwagen der Welt, nach vier Jahren, überarbeitet. Äußerlich sind die Veränderungen dezent: Neue lange schmale Scheinwerfer und Heckleuchten mit speziellem Tagfahrlicht, neue Türgriffe und das Heck zieren erstmals vertikale Lamellen.

Der neue 911: Turbomotor und weniger Hubraum

Doch für Porsche-Fahrer entscheidender sind die technischen Neuheiten. Bei sämtlichen 911-Ausführungen ist der Hubraum in der Basisversion von 3,4 auf drei Liter geschrumpft. Um trotzdem ordentlich Dampf machen zu können, haben die Stuttgarter, wie derzeit bei vielen anderen Herstellern üblich, Turbomotoren eingebaut. Um den 911 standesgemäß auf den Weg zu bringen, sind es allerdings wesentlich kräftigere Biturbo-Boxermotoren. Das Basismodell, bisher 350 PS ausgestattet, hat nun 370 PS. Das Triebwerk des Carrera S donnert mit 420 PS Sachen durch die Gegend. Auch in der verschärften S-Variante liegt das Leistungsplus bei 20 PS. Beide Motoren verfügen über je drei Liter Hubraum. Der Carrera S ist sogar das erste Carrera-Modell, das in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h rennt. Wer das Modell mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bestellt, schafft den Weg in 3,9 Sekunden.

7,4 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer

Das Ergebnis der Spritsparmaßnahmen: Die neue Motorengeneration braucht um knapp zwölf Prozent weniger Kraftstoff, der Verbrauch sinkt um bis zu einem Liter pro 100 Kilometer. Der 911 Carrera begnügt sich damit mit 7,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer (minus 0,8 l/100 km), der 911 Carrera S liegt bei 7,7 l/100 km (minus 1,0 l/100 km).

Noch mehr Kraft beim Beschleunigung

Die neuen Porsche-Motoren verfügen mit einem Plus von 60 Newtonmeter über ein deutlich höheres Drehmoment als bisher. Wer die höchste Form der Beschleunigung wählt, kriegt zwischen 450 Nm beziehungsweise 500 Nm. In beiden Fällen steht die Leistung bereits ab 1.700/min konstant bis 5.000/min zur Verfügung. Gleichzeitig übertrifft die neue Motorengeneration mit einer Maximaldrehzahl von 7.500/min die Spitzendrehzahlen üblicher Turbomotoren deutlich.

Die beiden neuen Porsche 911 Carrera Coupé und Cabriolet.

„Überholknopf“ bietet 20 Sekunden die bestmögliche Beschleunigung

Neu ist auch ein sogenannter Mode-Schalter am Lenkrad. Der vom 918 Spyder abgeleitet Schalter bietet die Wahl zwischen den vier Fahrprogrammen „Normal“, „Sport“, „Sport Plus“ und „Individual“. Wer bei der Extra-Liste das PDK-Getriebe ankreuzt, kriegt dafür auch eine ordentliche Portion Extraspaß. Mit dem zusätzlichen Druckknopf, dem sogenannten "Sport Response Button", wird der Antriebsstrang für 20 Sekunden für eine bestmögliche Beschleunigung ausgestattet. Das ist beispielsweise besonders beim Überholen nützlich. Dazu wird der optimale Gang eingelegt und die Motorsteuerung so kurzzeitig noch spontaner.

Neues praktischeres Navi mit Echtzeitverkehrsinfos

Ein nerviges Feature des bisherigen Porsche 911er, das Navi, es war klein und umständlich zu bedienen, gehört nun der Vergangenheit an. Der Hersteller verspricht beim neuen 7-Zoll-Multitouch-Bildschirm ein deutlich erweitertes Funktionsspektrum und eine erheblich vereinfachte Bedienung. So ist zum Beispiel die Eingabe per Handschrift möglich. So stehen dem Fahrer Echtzeit-Verkehrsinformationen zur Verfügung, die dem Fahrer einen schnellen Überblick über die Verkehrslage und eine dynamische Anpassung der Route ermöglichen. Erstmals sind auch Google Earth und Google Streetview integriert. Und Mobiltelefone können nun auch per W-LAN verbunden werden.

Stabiler beim Überholen, wendiger im Stadtverkehr und flexibel bei Garagenausfahrten

Das Fahrwerk wurde weiterentwickelt und bietet nun noch mehr Spreizung zwischen Performance und Komfort. Erstmals wird optional eine Hinterachslenkung angeboten, um die Fahrdynamik noch mehr zu erhöhen. Beim Einlenken wird der Elfer so noch deutlich agiler. Wer mit hohem Tempo die Spur wechselt, kann das Auto mit dem neuen Fahrwerk noch stabiler halten. Gleichzeitig ist der neue Porsche im Stadtverkehr dank eines geringeren Wendekreises noch handlicher. Die Alltagstauglichkeit weiter steigern soll ein hydraulisches Liftsystem: Auf Knopfdruck steigt damit innerhalb von fünf Sekunden die Bodenfreiheit um 40 Millimeter und verhindert damit etwa dass das Auto bei steilen Garagenausfahrten aufsetzt.

Die neuen Porsche 911 Carrera-Modelle kommen in Österreich am 12. Dezember 2015 auf den Markt.

Die Preise:
911 Carrera Coupé ab 115.252 Euro
911 Carrera S Coupé ab 132.990 Euro
911 Carrera Cabriolet ab 131.082 Euro
911 Carrera S Cabriolet ab 149.296 Euro

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

Kulturwandel: VW krempelt die Fahrzeugentwicklung um

Bei VW bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Nun wird die …

Umfrage zu VW: Das Vertrauen ist massiv erschüttert

Eine neue Umfrage zeigt das Imagetief der Marke VW nach dem Auffliegen …

Slideshow
MercedesAMG

Die Schönheiten auf der Wiener Automesse

Träume in PS und Chrom: Die schönsten Modelle auf der Vienna Autoshow …

Der neue Tiguan als Plug-in-Hybrid.

Umweltminister Rupprechter will E-Mobilität forcieren

Umweltminister André Rupprechter will Schwung in den E-Automarkt bringen. …