Volkswagen: "Enormes Wachstum" in China

Volkswagen: "Enormes Wachstum" in China

Nach den Worten des Volkswagen-AG-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch wird der Absatz des Wolfsburger Konzerns in China im kommenden Jahr mindestens um neun Prozent wachsen. Im laufenden Jahr werde ein Absatzwachstum von zehn Prozent oder mehr erzielt.

Eine gewichtige Rolle spiele dabei die hohe Zahl chinesischer Erstkäufer, sagte Piëch am Dienstag in einem Gespräch mit Bloomberg News in der chinesischen Stadt Tianjin.

“Das Wachstum ist enorm”, so Piëch am Rande des Weltwirtschaftsforums in der chinesischen Metropole. Es gebe im Lande eine große Menge Verbraucher ohne Auto, “und wir rechnen mit einigen Käufern für unsere Produkte”. China ist der wichtigste Markt für Volkswagen und der Konzern will bis 2016 die dortige Produktion mit Investitionen von 14 Mrd. Euro aufstocken. Allerdings wächst mittlerweile der China-Absatz weniger schnell.

Analyst Jürgen Pieper vom Frankfurter Bankhaus Metzler hob die Bedeutung von China für Volkswagen hervor. Die Wachstumsaussichten seien unverändert gut, obgleich sich der chinesische Markt gerade etwas abkühle.

Alleine im ersten Halbjahr generierte Volkswagen mit seinem Chinageschäft 1,78 Mrd. Euro operativen Gewinn, was einem Plus im Vergleich zum Vorjahr von 53 Prozent entsprach. Volkswagen setzt insgesamt 29 Prozent seiner Konzernproduktion in China ab.

Mit den prognostizierten neun Prozent Steigerung in China sei Volkswagen zufrieden, sagte Piëch. “Ein zweistelliges Wachstum kann riskant sein”, sagte er. Ein Wachstum von rund zehn Prozent sei in Ordnung.
Auch in Europa sei die Lage eher entspannt, sicherte Piëch zu. Hier bleibe zwar der Preisdruck erhalten und es sei notwendig, dass einige Hersteller verschwänden, um die Gesundheit der Branche zu sichern. “Es gibt zuviele Hersteller”, sagte er.

Volkswagen hat im August in Westeuropa weniger Pkw seiner Kernmarke verkauft, kann dies aber dank Zuwächsen in den USA und China mehr als wettmachen. Im vergangenen Monat schlugen die Wolfsburger weltweit 466.300 Fahrzeuge los. Das war knapp ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist und damit der bisher höchste monatliche Anstieg in diesem Jahr, wie VW am Dienstag mitteilte. Seit Jahresbeginn rollten rund um den Globus 3,7 Millionen Neuwagen zu den Kunden, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Absatzprognose für Europa gesenkt

"Das anhaltend schwierige Marktumfeld in Westeuropa benötigt jedoch weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit", betonte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Wegen der Krise in den Euro-Schuldenländern hat VW seine Absatzplanung für dieses Jahr leicht gesenkt. Der "Spiegel" berichtete ohne Quellenangabe jüngst von rund 150.000 Fahrzeugen, um die der Konzern seine Prognose für Westeuropa zurückgeschraubt habe. VW wollte sich bisher nicht zu der Planung äußern. Ein Insider ließ allerdings durchblicken, dass das Absatzziel um weniger als 150.000 Einheiten gesenkt worden sei.

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr 8,3 Mio. Fahrzeuge verkauft und zuletzt bekräftigt, den Absatz zu steigern. Analysten gehen bisher davon aus, dass der Konzern mit alleine acht Pkw-Marken in diesem Jahr die Marke von neun Millionen Einheiten erreichen kann.

Während direkte Konkurrenten wie Peugeot, Fiat und Opel herbe Verkaufseinbrüche verbuchen und ihre Fabriken wegen der Nachfrageschwäche nicht auslasten können, kann VW dies durch Verkäufe in anderen Regionen wettmachen. Allerdings produziert VW immer mehr Autos in anderen Regionen der Welt. Mithin kann der Export aus Europa die Schwäche hierzulande immer weniger ausgleichen. Weiteren Schub erhoffen sich die Wolfsburger vom neuen Golf, der im November in siebenter Generation zu den Händlern rollen und die Käufer in Europa in die Verkaufsräume locken soll.

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

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