Urlaub auf Speed

Ferien auf der Rennstrecke: Das motorsportliche Wellnessprogramm für Automobilbegeisterte sorgt mit Speed und Adrenalin für Glückshormone der etwas anderen Art.

Urlaub auf Speed

Mit 200 Sachen über die Start-Ziel-Gerade, voll in die Eisen vor der nächsten Haarnadelkurve, G-Kräfte zerren an der Genickmuskulatur, und in der Nase der Geruch von heißem Metall und Benzin. Auch so können Urlaubserinnerungen aussehen - vorausgesetzt, man verbringt das Wochenende nicht im Wellnesshotel, sondern auf der Rennstrecke. Das fällt bei kreativer Auslegung sogar noch in die Kategorie Aktivurlaub.

Motorsport im Urlaub? Angesichts von Spritpreis-Rekorden im Wochentakt, allgegenwärtiger CO2- und Klimadebatte und genereller Autoskepsis scheint darin kein rechtes Geschäft zu liegen - doch weit gefehlt: Das freie Fahren auf der Rennstrecke erlebt nicht nur in Österreich einen regelrechten Boom. Derzeit entstehen in Europa fast ein Dutzend neuer Freizeitresorts, die sich nicht auf klassische Urlaubsunterhaltung, sondern auf Motorsport spezialisiert haben.

Für Benzinbrüder

Heimisches Mekka für automobilbegeisterte Bleifüße ist seit gut einem Jahr Spielberg. Unter dem Namen "Projekt Spielberg“ bietet man dort den - nach eigenen Angaben - "schönsten Spielplatz Österreichs“.

Und wirklich: Alles, was zwei bis vier Räder hat und mehr oder weniger viel Lärm erzeugt, ist auf der weitläufigen Anlage bestens aufgehoben. Das motorsportliche Betätigungsfeld reicht vom harmlosen Kartrennen bis hin zum freien Fahren auf dem Red Bull Ring - wahlweise mit eigenem Auto oder gleich in einem der zur Verfügung stehenden Leihfahrzeuge. Hier können Sie in einem KTM X-Bow oder BMW M3 mal so richtig Gummi geben oder hinter dem Steuer eines Formel-Renault-Einsitzers einen Blick auf Sebastian Vettels Arbeitsplatz werfen.

Besonders gefragt sind die in Spielberg angebotenen (Intensiv-)Trainingsprogramme. Anders als bei diversen Fahrsicherheitstrainings steht hier der Spaß im Vordergrund. Sie wollen sich am liebsten von einer Rennsportlegende unterrichten lassen? Kein Problem: Wie wär’s denn mit David Coulthard als persönlichem Fahrlehrer …

Neu am Konzept von Spielberg ist die Integration von Motorsport in ein klassisches Wochenend- oder Wellnessprogramm. Rennsport soll damit familienfreundlich werden. Bislang scheint das Konzept gut aufzugehen - über mangelnde Buchungszahlen kann man sich dort jedenfalls nicht beklagen.

Fast & luxurious

An eine deutlich exklusivere Klientel wendet sich das Ascari Race Resort in Spanien. Hier finden keine öffentlichen Motorsportveranstaltungen statt, Zuschauerränge, lange Zäune oder Betonmauern entlang der Rennstrecke sucht man vergebens - das Motorsport-Anwesen strahlt vielmehr das Flair einer gut gepflegten Parklandschaft aus, in der sich fast schon wie zufällig eine Rennstrecke befindet. Die hat mit einem gemütlichen Parkspaziergang freilich nicht viel zu tun: Der 5,2 Kilometer lange Rundkurs ist nicht nur der längste Spaniens, sondern kann mit seiner anspruchsvollen Topologie auch ausgesprochen fordernd sein. Was das fahrerische Erlebnis betrifft, bleiben damit schon mal keine Wünsche offen. Und noch einen Trumpf hat Ascari in der Hand: Der Namensgeber des exklusiven Motorsport-Resorts ist gleichzeitig Hersteller von Supersportwagen - das nötige Kleingeld vorausgesetzt, kann man dort auch einen Ascari KZ1R über die Strecke bewegen.

Damit das leibliche Wohl (und die Laune des möglicherweise nicht ganz so motorsportbegeisterten Partners) keinen Schaden erleidet, befindet sich direkt auf dem Gelände ein luxuriöses Club House mitsamt Swimmingpool, Wellnesseinrichtungen und natürlich Blick über die Rennstrecke. Wer gut 3.000 Euro pro Tag für sein Rennsportabenteuer investiert, darf derartigen Service allerdings auch erwarten.

Gatschhupfer

Deutlich bodenständiger - aber um nichts weniger unterhaltsam - geht es abseits asphaltierter Wege zur Sache. Rund eine Fahrstunde von Wien entfernt und am Ufer der Donau gelegen, befindet sich das Off-Road-Center-Acs - das vielleicht großartigste Offroad-Gelände in Österreich und im näheren Umkreis. Hier mischt sich Survival-Lifestyle mit Mechanikerambiente und Camping-Atmosphäre. Wer möchte, kann buchstäblich seine Zelte direkt auf dem weitläufigen Offroad-Gelände aufschlagen.

Für Familien hat Acs ein ganz besonderes Schmankerl: Wer seinem (noch führerscheinlosen) Nachwuchs das Offroad-Abenteuer nicht vorenthalten will, hat dazu in einem modifizierten Suzuki-Geländewagen mit zusätzlicher Pedalerie und Zweitlenkrad auf der Beifahrerseite Gelegenheit.

Wer auf motorsportliches Engagement schon allein aus Rücksicht auf die Natur verzichtet, sollte sich über eines im Klaren sein: Ein Tag Vollgas auf der Rennstrecke verursacht gerade einmal 5 Prozent der Treibhausgase eines typischen Städteflugs innerhalb von Europa. Alle Greenpeace-Mitglieder können also getrost den nächsten Urlaubsflug stornieren und im Cockpit eines Rennwagens Platz nehmen.

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