Teureres Parkpickerl für SUV-Fahrer?

Teureres Parkpickerl für SUV-Fahrer?

Für erheblichen Aufruhr unter den Freunden von Autos der so genannten SUV (Sports Utility Vehicle)-Klasse sorgt heute eine Forderung des VCÖ (Verkehrsclub Österreich). Demnach sollen für solche Autos höhere Parkgebühren fällig werden.

Hintergrund ist die steigende Popularität dieser Fahrzeugkategorie; laut VCÖ ist bereits jeder fünfte Neuwagen ein solches "Trumm" und im Vergleich zu den ersten beiden Monaten 2010 hat sich deren Verkaufszahl verdoppelt, gegenüber 2005 gar verdreifacht.

Was aber hat der VCÖ eigentlich gegen SUV? Schließlich sind diese in punkto Verbrauch, Abmessung in der Länge und generell Umweltfreundlichkeit in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden und das Klischee vom Städter, der einen solchen Geländewagen light höchstens braucht, um die Bordsteinkante zu besteigen, stimmt nicht durchgehend. VCÖ-Experte Markus Gansterer gegenüber format.at: „Wer mehr Platz braucht, soll auch mehr zahlen.“ Er bezieht sich dabei allerdings weniger auf die Länge der Autos, sondern auf deren Breite. „In den vergangenen Jahren sind die Autos im Schnitt um bis zu 30 Zentimeter breiter geworden.“ Das mache Probleme in der Stadt, so müssten etwa die Wiener Linien jährlich 1200 mal blockierende Autos abschleppen; die durchschnittliche Verzögerung deswegen betrage oft bis zu 40 Minuten. Und SUV seien nun mal besonders breit.

Weiteres Argument des VCÖ: „SUV sind auch gefährlichere Unfallgegner und schlecht für die Umwelt.“ Wäre es aber nicht besser, statt einer Quasi-Bestrafung von Benutzern solcher Autos Alternativen wie Elektrofahrzeuge zu forcieren? Gansterer sieht höhere Parkgebühren nicht als Strafe, es müsse „einfach eine faire Aufteilung geben: Ein Smart zahlt weniger als ein Passat und der wiederum weniger als ein SUV.“ Man solle einfach das „Bewusstsein heben, dass jemand, der für Umwelt, Platzverbrauch und andere Verkehrsteilnehmer schädlicher ist, auch mehr zahlen sollte“, sagt Gansterer weiter.

ARBÖ ist entsetzt

ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch kann der VCÖ-Idee naturgemäß wenig abgewinnen: „ Der SUV ist ein Fahrzeug wie jedes andere auch.“ Er sieht daher „keine Notwendigkeit“, an den Parkgebühren zu drehen. „Auch Fahrräder brauchen Platz und zahlen zu Recht gar nichts. Und es gibt in Wien sicher deutlich mehr Fahrräder als SUV“, sagt Woitsch.

Wie realistisch ist überhaupt die Forderung nach höheren Parkgebühren für SUV? VCÖ-Experte Markus Gansterer hat den Vorschlag bei der letzten Sitzung der Parkpickerlkommission eingebracht, zumindest sollte darüber nachgedacht werden. Eine Umsetzung schätzt aber selbst er als kurzfristig nicht durchführbar ein. „Aber langfristig sollte man sich überlegen, welches Signal man an die Autoindustrie aussendet: Machen wir die Parkbuchten größer oder geben wir in den kommenden Jahren nicht nach?“ ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch hingegen gibt der SUV-Idee keine Chance. „Das ist völlig unrealistisch, die Wienerinnen und Wiener sind mit Gebühren ohnehin schon bis oben hin zu.“ SUV seien generell nicht mehr die „großen Stinker“, gerade die Klasse der Mini-SUV könne heute niedrigen Spritverbrauch vorweisen.

City-Maut in Planung?

Nach der Volksbefragung in Wien, bei der auch zum Thema Parkpickerl für den Status Quo gestimmt wurde, stellt sich dann höchstens noch die Frage, ob die VCÖ-Forderung eine City-Maut für Wien vorbereiten soll? Gansterer: „Für Wien ist das derzeit sicher kein Thema, das ist politisch einfach nicht drinnen vor der nächsten Wahl.“ Für Graz oder Salzburg sei eine City-Maut aber sehr wohl zu überlegen.

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