Tesla S – Das beste Auto der Welt

Die Beschleunigung ist so ziemlich das elementarste Ereignis eines Autos. Kein anderer Vorgang zeigt sosehr die Kraft der Maschine, nichts kommt dem Gefühl gleich, in die Lehne gepresst zu werden, während gleichzeitig das schmale Band der Straße unter einem weggesaugt wird.

Tesla S – Das beste Auto der Welt

Weil: In die Kurve legen kann ich mich auch beim Skifahren, und wenn ich pistenrands gegen einen Baum fahre, kann ich die stärksten Bremsen simulieren. Aber so richtig abfetzen geht nur im Auto (okay, Motorrad und Kampfjet).

Die ärgste aller Beschleunigungsshows liefert derzeit der Tesla S. Wir kennen durchaus das von räudigem Bellen begleitete Von der Leine Lassen der leichten Lamborghinis und Ferraris, dieser Knallkörper, die unseren Testalltag bevölkern. Aber in nur wenig mehr als vier Sekunden ein 2100-Kilo-Auto praktisch lautlos auf hundert zu wuchten, ist vor dem Tesla ein nicht bekannter Vorgang gewesen. So wie zum Beispiel im Mittelalter das Telefonieren.

Neuland

Obwohl schon seit einiger Zeit am Markt, ist der Tesla S nach wie vor Neuland. Elektroautos haben sich bislang nicht durchgesetzt, zu dürftig die Reichweite, zu löchrig das Versorgungsnetz. Wer sein Auto nicht zu Hause oder in einer Bürogarage aufladen kann, für den wird das nichts.

In den USA mit seiner hohen Eigenheimdichte geht das besser. Dort hat der Tesla S im Segment der Luxuslimousinen auch schon gut zugeschlagen. Weltweit wurden im Vorjahr 23.000 Autos angebracht, davon rund 18.000 in den USA, wo der S damit die meistverkaufte Luxuslimousine ist (Mercedes S-Klasse, 7er-BMW, Audi A8 und der große Lexus kommen im ehemaligen V8-Land zum Teil erheblich schlechter an).

In Norwegen hat der Elektro-Luxusliner sogar den VW Golf überholt, was zwar auch mit den vielen Förderungen für E-Autos zu tun hat, aber ganz bestimmt nicht nur.

Denn, wie gesagt: Luxusliner. Mit fast fünf Metern Länge ist der S im Grunde ein Siebensitzer, eine dritte Sitzreihe kann als Extra in der Tat gekauft werden.

So gut wie alles an diesem Auto ist anders. Keine Knöpfe. In der Mitte ein Touchscreen von schon fast sinnloser Größe. Mit ihm lässt sich alles erledigen, was zu erledigen ist: Temperatur verstellen, Entertainment, Navigation, Internet, Google Maps, Webradio, das volle Programm in astreiner Apple-Ästhetik. Das Auto, man darf das nicht vergessen, kommt aus Kalifornien, und es leistet sich entsprechend auch keine Coolness-Schwächen. Elon Musk , Tesla-Mastermind, ist auch so ein cooler California-Internet-Turnschuhtyp, wenn auch in Südafrika geboren. Seine Geschichte ist überall als Heldenepos nachzulesen , und jetzt hat er auch noch alle Tesla-Patente freigegeben . Jeder kann sich einen Tesla S bauen. Wenn er ihm um die Ohren fliegt, kann er Musk dafür auch nicht klagen, diesen coolen Hund.

Aber das Auto: innen so groß. Kein Getriebetunnel, das macht noch mehr Platz. Helles Leder, gute Mischung aus hip und luxuriös. Unter dem Boden ist das Kraftzentrum: Batterien für 500 Kilometer Reichweite in unserem Fall, in der Realität mit viel Stadt werden 300 draus, aber was soll's: immer noch viel. Psychologisch freilich bleibt ein Haken. Bei 300 Kilometer Reichweite sind wir bisher eigentlich schon bald tanken gegangen. Jetzt fangen wir da erst an zu fahren. Das ist für Vorsorgetypen nicht so toll. Aber Vorsorge wird ohnehin überschätzt.

Hardcore-Plusminus allerdings beim Tanken selbst: Mit Haushaltsstrom holt sich der Tesla 20 Kilometer Reichweite pro Stunde aus der Dose. Über Nacht geht das schon. Mit Starkstrom sind es 50 Kilometer. Bei den eigenen Tesla-Superchargern ist das Ding in einer halben Stunde vollgetankt, aber die werden in den USA gerade aufgestellt. Auch für Europa existieren Pläne; überhaupt will man expandieren und auch hier den großen Deutschen das Wasser abgraben. Wir glauben, dass das funktionieren könnte. Wenn an jeder Ecke ein Supercharger steht.

Wer nämlich ein paar Kilometer im Tesla S abgespult hat, will sich der öden Primitivität verbrennungsbasierter Fortbewegung gar nicht mehr aussetzen. Dass etwa eine neue S-Klasse ein besseres Fahrwerk hat - keine Frage. Und dass bei uns der Tesla zu 14 Prozent mit Atomstrom fährt - was soll's? Nichts kommt dem Gefühl gleich, einen Tesla zu bewegen. Da rutschen uns sogar Werbesprüche raus.

Tesla S Performance

Preis: € 96.700
Motor: E-Motor, Li-Ionen-Akku, 310 kW (421 PS)
Spitze: 210 km/h
0-100 km/h: 4,4 sec
CO2-Ausstoß: 0 g/km Reichweite 480 km
Ausstattung: 17-Zoll-Touchscreen, 200-Watt-Audio, Supercharger
Extras: Dritte Sitzreihe €1600, Hutablage €300, Panoramaglasdach € 1600, Parksensoren €550
Fazit: Wenn überall schnelle Ladestationen herumstehen würden, gäbe es keinen Grund, ein anderes Auto als den Tesla S zu kaufen. Aber das wird schon noch kommen.

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