Tesla Model S: Die sagen, sie haben das beste Auto der Welt gebaut...

Als wir aus dem Hotelparkplatz, Ausgangspunkt unserer Testfahrt mit dem Tesla Model S, hinaus auf die Landstraße bogen, wären wir fast in den gegenüberliegenden Kleingarten hineingeschossen, gespenstisch lautlos durch die dichte Thujenhecke brechend. Weil wir das Gas­pedal traten wie gewohnt.

Tesla Model S: Die sagen, sie haben das beste Auto der Welt gebaut...

Das ist der eine Aspekt. Der andere ist: Wenn Sie derzeit ein Elektroauto in Österreich aufladen, werden Sie danach im Schnitt zu 14 Prozent von Atomenergie angetrieben, zu knapp 40 Prozent von Kohle, Gas und anderen fossilen Energieträgern und immerhin zu über 46 Prozent von Wasser, Wind und weiteren sich selbst erneuernden Quellen (Greenpeace 2010). Bis der Tesla wirklich emissionsfrei unterwegs ist, wird es also noch eine Weile dauern. Aber irgendwann wird es genau so sein, das ist fix.

Der Tesla S ist eine eigene Schöpfung der Kalifornier (Designer Franz von Holzhausen). Und er ist gut gezeichnet, ein bissl Citroën (Numero 9 Concept), ein Schuss Aston Martin, etwas Jaguar. Im Gesamteindruck aber dann doch eigenständig – abgesehen davon, dass man innen auf Blinkerhebel, Fensterhebertasten und Dosenhalter von Mercedes stößt, aber wer noch nie in einem Mercedes saß, merkt das eh nicht. Und, wie man uns seitens Tesla versicherte, kann sich das noch ändern, sollten sich zu viele beschweren.

Bediehnung via Touch

Aber was überhaupt mit Blinkerhebel? Das Ärgste hier ist der Touchscreen, der neben zahllosen Spielereien (öffnet man die Tür, geht auch die des auf dem Bildschirm dargestellten Autos auf, natürlich in der richtigen Farbe) für fast alle wichtigen Funktionen verantwortlich zeichnet: Klima, ­Entertainment, Navigation. Die Kartendarstellung ist riesig. Das Navi wird entweder über ultrastarken Empfänger internetgespeist (daher kann man auch Webradio hören – unendlich viele Sender) oder, wenn kein Empfang ist, via Satellit.

Das Auto ist zudem eine komplette Informationsgesellschaft. Alles, was mit Batteriestatus und Reichweite und friktionsfreier Anlegung einer Fahrt zu tun hat, ist zu finden. Auch in den banalen Disziplinen wie Kofferraum (es gibt zwei), Sitzplätze (es gibt auf Bestellung sieben – dann allerdings nur mehr einen Kofferraum) und Preis (um die 100.000 Euro in der Top-Ver­sion) kann der S punkten, sodass die Tesla-Leute sagen, sie hätten das beste Auto der Welt gebaut. Und irgendwie fällt es einem schwer, ihnen zu widersprechen – vorläufig einmal. Sogar die Türgriffe verschwinden plan in der Karosserie, wenn man sie nicht braucht (z. B. beim Fahren).

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