Tesla Model S schlägt alle

Tesla Model S schlägt alle

Norwegen ist bekannt für seine Erdölvorkommen, ein ausgezeichnetes Schulsystem und bunt gemusterte Pullover. Und bisher fuhr man dort in erster Linie Modelle des Volkswagen-Konzerns. Mitte des Jahres hat sich das jedoch geändert: Das meist verkaufte Fahrzeug in Norwegen ist derzeit der Tesla Model S.

Norweger kaufen die rein elektrische Premiumlimousine öfter als den Golf, den Passat und den Polo zusammengenommen. Elektroautos werden in Norwegen massiv gefördert - doch das allein erklärt den Erfolg noch nicht: Der Tesla Model S ist ein E-Auto, das keine Kompromisse von seinem Besitzer abverlangt.

Das US-Konsumentenmagazin Consumer Reports bescheinigte dem Model S das beste Testergebnis, das jemals für einen PKW erzielt wurde. Bei den Crahstests der amerikanischen Verkehrsbehörde durchbrach er gleich die Wertungsskala nach oben: 5,2 Sterne von 5 möglichen - der Model S ist damit sicherer, als es die Crashtests überhaupt vorsehen. Jetzt muss man dort wohl die Prüfverfahren ändern.

Was die allermeisten jedoch schlussendlich überzeugt, ist nicht nur der Umweltfaktor, nicht bloß der Kostenvorteil gegenüber vergleichbaren (deutschen) Premium-Limousinen und nicht nur das ultramoderne Marken-Image. Wer einmal in einem Tesla Model S Platz genommen hat, stellt nämlich schnell fest, dass die stylische Öko-Karre ein richtig gutes Automobil ist.

Noch vor der ersten Probefahrt fällt als Fahrer das futuristische Cockpit auf. Statt der üblichen Knöpfchenlandschaft auf der Mittelkonsole prangt beim Model S ein 17-Zoll-Touchscreen, über den fast alle Einstellungen am Fahrzeug vorgenommen werden. Von Navigation bis Unterhaltung ist hier alles in Smartphone-üblichen Apps zusammengefasst. Die Bedienung funktioniert hervorragend - auch ohne Studium eines Handbuchs findet man sich problemlos zurecht. Nach wenigen Minuten fragt man sich unweigerlich, warum das nicht längst alle Premiumhersteller so machen.

Lautlos

Ungewohnt ist die Geräuschkulisse. Es gibt nämlich keine. Ein erster sanfter Druck auf’s Gaspedal, und der Model S setzt sich in Bewegung. Den Elektromotor hört man so gut wie nie - lediglich das Rollgeräusch der Reifen sorgt dafür, dass das Model S nicht komplett lautlos über die Straßen schleichen kann.

Tesla hat trotz all der cleveren Umwelt- und Sicherheitstechnik nicht vergessen, dass Autofahren auch Spaß machen soll: Im von uns gefahrenen 85kWh Performance Modell bedeutet Spaß 4,4 Sekunden von Null auf Hundert. Da kommt nicht allzuviel hinterher. Das Spiel mit dem Gaspedal (oder sollten wir Elektropedal sagen?) hat allerdings dramatische Auswirkungen auf die Reichweite. Die angegebenen 480 km schaffen wohl nur Fahrer, die ihren rechten Fuß im Zaum halten können. Realistischer sind wohl 350 Kilometer - die machen dann aber auch wirklich viel Spaß.

Selbst bei Komfort und Ausstattung muss sich der Tesla Model S nicht hinter der Konkurrenz verstecken: Der Fahrkomfort ist dank Luftfederung auf dem Niveau eines Mercedes S-Klasse, die Materialien fühlen sich wertig und modern an, nichts klappert, quietscht oder vibriert. Dass dieses Auto von einem kalifornischen Startup unter Leitung eines Internet-Milliardärs gebaut wurde, merkt man ihm nur im positiven Sinne an.

Der größte Nachteil des Model S ist allerdings die Lieferzeit. Restlos ausverkauft ist das Produktionsjahr 2013, wer jetzt ordert, wird wohl bis Anfang Sommer 2014 warten müssen. Bis dahin sind dann aber immerhin auch in Europa die ersten Supercharger-Ladestationen von Tesla errichtet. Dort kann man nicht nur in 20 Minuten den Tesla volltanken - man muss dafür auch nichts bezahlen.

Tesla Model S Elektro-Limousine
Preis:
€ 72.440 (60 kWh) / 82.890 (85 kWh) / 97.140 (85 kWh Performance)
Leistung: 302 PS / 362 PS / 416 PS
Drehmoment: 403 Nm / 440 Nm / 600 Nm
Spitze: ca. 200 km/h
0-100 km/h: 4,4 sec (85 kWh Performance)
CO2: 35 g/km (im österreichischen Strommix)

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