Shanghai Auto Show: Heiße und skurille Autos "Made in China"

Das beweisen bemerkenswerte Studien wie ein Modell der Designschmiede Icona (siehe Bild) oder ein kleiner Offroader der Marke Geely. Doch auch dreiste Kopien gibt es nach wie vor - wenn auch nicht mehr so häufig wie früher.

Shanghai Auto Show: Heiße und skurille Autos "Made in China"

Noch vor kurzem galt die Automesse in China als reinstes Kuriositäten-Kabinett. Die Autos made in China stachen durch billige Kopien, seltsame Eigenkreationen und rückständige Technik hervor. Auch wenn es diese Seite der chinesischen Autoproduzenten nach wie vor gibt, präsentieren die Hersteller aus dem Reich der Mitte bei der diesjährigen Autoshow in Shanghai auch überraschend ansprechende Serienmodelle und beachtenswerte Studien. Statt an mangelnder Kompetenz beim Design zu scheitern, geht der Trend der chinesischen Hersteller hin zum Erwerb fehlender Kompetenzen.

Chinas Autobauer stehen auch kräftig unter Druck. Im nächsten Fünfjahresplan ist nämlich genau festgelegt, dass der chinesische Automobilsektor bis 2015 den Marktanteil von aktuell 40 Prozent auf 50 Prozent Marktanteil steigern muss. Die Etablierung eigenständiger chinesischer Automarken ist eines der erklärten Ziele der neuen chinesischen Regierung, die damit steuernd in den Markt eingreift, um die heimischen Produzenten zu stärken.

Auch bei den Gewinnen ist noch Luft nach oben. So verdient der große chinesische Autobauer BYD im Vorjahr nur 13 Millionen Euro. Die Nachfrage nach Modellen von Great Wall´s, Hersteller von SUVs, boomt dagegen. Der Autobauer steigerte seinen Gewinn im Vorjahr um 66 Prozent auf zumindest 934 Millionen Euro. Doch verglichen zu manchem westlichen Hersteller, ist das noch immer bescheiden.

Designschmiede entwickelt in China Supersportwagen

Wie schnell die Industrie lernt, zeigt eine bemerkenswerte Studie, die auch in Genf oder Detroit für Aufsehen gesorgt hätte. Die italienische Designschmiede Icona stellt in Shanghai einen neuen Supersportler vor (siehe Bild). Angetrieben wird der feuerrote Vulcano von einem V12-Frontmotor und 2 Elektromotoren. Gesamtleistung: 912 PS. Entwickelt wurde der Icona Vulcano nicht etwa in Italien, sondern in China. In der neuen, in Shanghai ansässigen Filiale des italienischen Designstudios, begann vor gut einem Jahr die Entwicklung des Supersportwagens. Icona führt allerdings auf seiner Gehaltsliste fast ausnahmslos Europäer, die chinesischen Autobauern Nachhilfe bei Technik und Gestaltung leisten.

Auch die bunte Studie eines kleinen Offroaders von Geely vermittelt Eigenständigkeit. Der jüngste Hersteller Quoros überzeugt mit Limousinen und einem kleinen SUV des ehemaligen Mini-Designers Gerd Hildebrand.

Produzenten westlicher Staaten geben Nachhilfe

Gute Chancen den Marktanteil zu steigern, dürften auch die vier großen Auto-Konzernen "FAW", "Chang`an Motors", "Dongfeng Motors" und "SAIC Motors" (Shanghai Automotive International Motors) haben. Sie befinden sich im Staatsbesitz und stellen die meisten der gesetzlich vorgeschriebenen Joint-Venture-Partner ausländischer Hersteller.

Chinesen bauen 400.000 Autos jährlich mit Mazda-Technik

Volkswagen ist beispielsweise mit FAW verbunden. Unter dem Dach von FAW arbeiten zwölf Hersteller. Diese Partner bestehen unter anderem aus VW, Audi, General Motors, Mazda und Toyota. Deshalb finden sich unter den chinesischen Marken stets zahlreiche Produkte, die mit Techniken, Formen oder Plattformen der ausländischen Partner arbeiten. Die vor mehr als zehn Jahren gegründete FAW-Marke "Haima" baut etwa jährlich rund 400.000 Autos mit Mazda-Technik.

Modell rote Fahne ist das Aushängeschild der China-Autobauer

Zu FAW gehört auch "Hongqi" ("Rote Fahne"), das Aushängeschild der chinesischen Autoindustrie. Der "Rote Fahne HQE" ist bis heute das Spitzenerzeugnis des chinesischen Autobaus, knapp acht Meter lang, von einem V12-Motor mit sechs Litern Hubraum, der 408 PS unter der Haube hat und umgerechnet rund 920.000 Euro kostet.

Dreiste Kopien von westlichen Premiumherstellern beliebt

Zwar ist die Zahl der dreisten Design-Kopien rückläufig, doch auf der "Shanghai Auto Show" finden sich noch immer etliche Nachbauten, die schamlos westliche Vorbilder kopieren. So präsentiert "Hawtei Motors" einen besonders frechen Nachbau des Porsche Cayenne. Der Doppelgänger des deutschen Luxus-SUV firmiert unter dem Namen "Boliger S 1.8 T".

Mercedes G-Klasse China-Art

B80VJ nennt sich der neueste Geländewagen der Marke BAIC. Das Modell orientiert sich nahezu exakt an dem klassischen Design der Mercedes G-Klasse, allerdings findet sich im Kühlerbereich noch ein wenige Suzuki Jimny.

Auch die Marke Mini wurde zu Gunsten einer anderen Marke imitiert. So hat die Geely-Tochter Emgrand ein praktisch identes Modell mit dem recht sperrig klingenden EC6-RV präsentiert. Der Name Countryman wäre wahrscheinlich zu offensichtlich gewesen.

Beim Brilliance A3 kommt einem nicht nur der Name vertraut vor, auch das Design lässt erkennen, von wem der Hersteller inspiriert wurde. Den BMW X1 hat Brillance auch einfach abgekupfert.

Wie hierzulande rücken auch bei den chinesischen Kreationen SUV, Roadster und Sportwagen immer mehr in den Fokus.

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