Salzburger Porsche-Holding steht
vor ihrem größten Wachstumsschub

Die Übernahme durch VW kostete den Salzburger Autohändler Porsche Holding zwar die Eigenständigkeit, dafür wächst er schneller: 9.000 neue Mitarbeiter 2012.

Die Welt ist ungerecht - auch in der Glitzerwelt der Autobranche. So mancher Autohändler wird heuer angesichts schwächelnder Märkte und geringer Margen Mühe haben, sich über Wasser zu halten. Auf der anderen Seite steht die Porsche Holding, der schillernde Star der Branche. Der Salzburger Autohändler steht heuer vor dem größten Wachstumsschub seiner Geschichte, egal wie die Konjunktur ausfällt. Schon jetzt beschäftigt das Unternehmen bei einem Umsatz von 11,3 Milliarden Euro 21.000 Mitarbeiter. "Heuer werden es zu Jahresende wohl 30.000 sein“, schätzt Alain Favey. Der Franzose ist seit Jahresbeginn Chef der Porsche Holding.

Übernahme von 76 Betrieben

9.000 Leute mehr, das ist schon ein riesiger Sprung. Und der liegt in einer beispiellosen Wachstumsoffensive im Ausland begründet, die von Europa bis Südamerika und China reicht. Schon jetzt ist der Groß- und Einzelhändler mit über 600.000 verkauften Autos pro Jahr der größte Vertrieb des VW-Konzerns in Europa. Erst jüngst wurde dem Branchenprimus auch das Management für sämtliche VW-eigenen Einzelhandelsbetriebe in Spanien und Polen übertragen. In Spanien kommen so 70 Händler unter die Fittiche der Österreicher, in Polen sechs. Allein die Spanier setzen pro Jahr 25.000 Stück ab. Seit die Porsche Holding, die zuvor den Familien Porsche und Piëch gehörte, im März 2011 vom VW-Konzern übernommen wurde, musste sie zwar ihre Eigenständigkeit aufgeben, bekommt dafür aber laufend neue Aufgaben und neue Märkte dazu.

Die Porsche Holding ist ein wichtiges Puzzle im Wachstumskonzept von VW. Denn das Unternehmen verfügt über Vertriebs-Know-how, das dem Konzern in manchen Bereichen fehlt. Vor allem interessieren sich die Herren in Wolfsburg brennend für die Händlersoftware Cross, die in Salzburg entwickelt wurde und nun in den VW-eigenen Betrieben weltweit implementiert werden soll. Die Software ermöglicht es dem Hersteller erstmals, auf Knopfdruck den aktuellen Stand der verkauften Autos in allen Filialen abzufragen.

Weltweiter Großhandel ist im Visier

Auch als Importeur eröffnen sich der Porsche Holding durch die Integration in den Konzern völlig neue Möglichkeiten. So ist der Vertriebsriese seit Jänner VW-Großhändler in Tschechien. Das Volumen liegt mit rund 25.000 Stück so hoch wie in Spanien. Erst mit Jahresbeginn wurde der VW-Import für Kolumbien übernommen. Die Salzburger entwickeln sich zu einem echten Global Player. "Wir werden uns in anderen Ländern Südamerikas, aber auch in anderen Teilen der Erde um Importeursverträge bemühen“, verrät Alain Favey.

Vor allem der Großhandel in kleineren Ländern zählt zu den Spezialitäten des österreichischen Autohändlers. Um die großen Strukturen in Staaten wie Brasilien und Argentinien, Frankreich oder Italien wird sich weiterhin der Volkswagen-Konzern kümmern, "aber kleinere Strukturen aufzubauen, das ist unsere Stärke“, so Favey. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Porsche Holding sowohl in Südamerika als auch in Osteuropa als Importeur noch massiv ausdehnen wird.

70 Millionen Euro für China

Aber nicht jeder Wachstumsschritt erfolgt in enger Absprache mit der Wolfsburger Mutter, wie die Salzburger betonen. So ist ein weiterer Eckpunkt der Expansion, nämlich das Wachstum in China, einzig ein Projekt der Porsche Holding. In China sollen zu den bestehenden elf Handelsbetrieben sechs weitere hinzukommen. Und weil China in der Hand von VW bleibt, verlegen sich die Salzburger dort auf andere Marken. "Wir konzentrieren uns auf Porsche und BMW“, sagt Favey. Noch ist das Geschäft mit rund 10.000 Autos pro Jahr vergleichsweise bescheiden, das Potenzial aber enorm.

Die in diesem Jahr für Aktivitäten in China veranschlagte Investitionssumme ist erklecklich: 70 Millionen Euro. Damit lässt sich einiges bewegen.

- Anneliese Proissl

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