Opel sperrt zu – vorerst zwei Werke in Europa

Am kommenden Mittwoch werde sich der Aufsichtsrat der GM-Tochter mit einem Geschäftsplan befassen, der voraussichtlich die Senkung der Produktionskapazitäten um 30 Prozent vorsehe.

"GM hat wiederholt erklärt, dass es angesichts von Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr zwei Werke zu viel gebe. Der neue Produktionschef hat ein Werk nach dem anderen besucht und spielt sie gegeneinander aus", sagte ein Aufsichtsratsmitglied aus dem Arbeitnehmerlager. "Wir kennen die Kernpunkte des neuen Geschäftsplans, der am Mittwoch präsentiert werden könnte. Dieser sieht Werksschließungen vor, Wachstum soll es für Opel nicht geben." Sollte es zu einer Abstimmung kommen, werde die Arbeitnehmerseite geschlossen gegen die Pläne stimmen, erklärte das Aufsichtsratsmitglied. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse können die Arbeitnehmervertreter eine Entscheidung aber nicht blockieren.

Ein Vertreter aus dem Unternehmen erklärte, es sei keine Entscheidung über Werksschließungen in Europa getroffen worden. Der Handlungsspielraum des Opel-Managements werde aber zunehmend enger. "Das Geschäft in Europa ist für die gesamte Branche ziemlich schwierig, eine Besserung ist nicht in Sicht. Wenn es so schlecht läuft, muss man Entscheidungen treffen. Es geht nicht so sehr darum, was wir oder die Gewerkschaften wollen - es ist das Umfeld, dass uns zwingt". Man dürfe nicht viel mehr Zeit verlieren.

Kein Kommentar von Opel

Ein Opel-Sprecher wollte mögliche Werksschließungen nicht kommentieren. Er wiederholte frühere Aussagten, dass Manager eng mit den Gewerkschaften und Betriebsräten zusammenarbeiteten, um Opel profitabel zu machen.

Von Umstrukturierungen im GM-Konzern wäre unmittelbar auch das Wiener Motoren- und Getriebewerk des Opel-Mutterkonzerns General Motors ­Powertrain betroffen, das rund 75 Prozent seiner Fabrikate an die Opelwerke liefert.

Reuters/hahn

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