Opel-Arbeiter in Bochum lehnen Sanierungsplan ab – Werk schließt Ende 2014

Opel-Arbeiter in Bochum lehnen Sanierungsplan ab – Werk schließt Ende 2014

"Die Zafira-Tourer-Produktion und der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen werden Ende 2014 auslaufen", erklärte der Autobauer Opel am Donnerstagabend.

Die Bochumer Opelaner hatten dem Sanierungsplan des Managements ihre Zustimmung verweigert. Die Belegschaft des Werks stimmte nach Angaben der IG Metall am Donnerstag auf zwei Betriebsversammlungen mehrheitlich gegen den von der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifvertrag. Im Gegenzug für Zugeständnisse der Beschäftigten hatte Opel angeboten, die Fahrzeugfertigung erst Ende 2016 zu schließen und 1200 der mehr als 3000 Arbeitsplätze im Lager und einer Komponentenfertigung zu erhalten.

"Wir bedauern sehr, dass die Beschäftigten in Bochum ein attraktives Angebot nicht angenommen haben", sagte Manfred Gellrich, Leiter des Opel-Werkes in Bochum. "Eine große Chance ist nun vertan." Es werde keine weiteren Verhandlungen zum vorliegenden Tarifvertrag geben.

Bereits ab dem zweiten Quartal soll die Fahrzeugproduktion vom Drei- auf Zweischichtbetrieb umgestellt werden. Dadurch fallen 700 Arbeitsplätze weg. Eine Transfergesellschaft soll eingerichtet werden, um ehemaligen Opelanern in der strukturschwachen Ruhrgebietsstadt eine Perspektive zu bieten.

Bei einer Wahlbeteiligung von 69,3 Prozent votierten 76,1 Prozent der abstimmenden Opelaner in Bochum gegen den Tarifvertrag. Im Gegensatz zu ihren Bochumer Kollegen hatten die Metaller bei Opel in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen der Vereinbarung zugestimmt. Sie akzeptieren damit, dass Tariferhöhungen erst mit Verzögerung gezahlt werden. Im Gegenzug sichert Opel ihnen eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2016 zu. Den Kürzungen stehen Milliardeninvestitionen gegenüber, durch die Opel ab der Mitte des Jahrzehnts schwarze Zahlen schreiben will. Im Opel-Werk in Eisenach sollen die Gewerkschaftsmitglieder am Dienstag über den Sanierungsplan abstimmen.

Milliardengrab Opel

GM hatte zugesagt, den Familienwagen Zafira bis Ende 2016 in Bochum vom Band laufen zu lassen. Für die anderen Standorte wurde die Produktion neuer Fahrzeuge vereinbart, die die Auslastung der Fabriken in den nächsten Jahren sichern sollen.

Die Konzernmutter hatte im vergangenen Jahr mit den beiden Marken Opel und Vauxhall einen Betriebsverlust von 1,8 Milliarden Dollar aufgetürmt, fast drei Mal so viel wie im Jahr davor. Ähnlich wie der französische Partner Peugeot setzte General Motors den Wert seiner Fabriken und Maschinen in Europa niedriger an - und zwar um 5,2 Milliarden Dollar. Opel und Peugeot wollen in den nächsten Jahren gemeinsam Autos entwickeln, um die Kosten zu senken. Sie haben zudem eine Zusammenarbeit bei Einkauf und Logistik vereinbart.

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