Nissan-CEO erwartet "durchwachsene Jahre, aber keinen Weltuntergang"

Nissan-CEO erwartet "durchwachsene Jahre, aber keinen Weltuntergang"

Der Vorstandsvorsitzende des Autokonzerns Nissan erwartet für die europäische Autoindustrie eine langjährige Durststrecke vor einer Erholung von sinkender Nachfrage und Überkapazitäten.

Nissan bereitet sich in Europa auf eine ganze Reihe durchwachsener Jahre vor, wie Nissan-CEO Carlos Ghosn am Donnerstag in einem Interview mit Bloomberg News in Hongkong ankündigte. Es sei zwar mit Belastungen wegen hoher Überkapazitäten zu rechnen, sagte er, “aber ich sehe in keiner Weise den Weltuntergang aufziehen”.

Der Neuwagenverkauf in Europa ist auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gefallen, was mit dem Nachfrageeinbruch im Zuge der steigenden Arbeitslosigkeit ebenso zusammenhängt wie mit dem schwindendenden Wirtschaftswachstum. Nissan passe derzeit die Kapazitäten in Europa der niedrigeren Nachfrage an, sagte Ghosn.

“Der Gesamtmarkt schrumpft, und da ist es von Nissan zu erwarten, dass die Produktion entsprechend gekürzt wird”, sagte Finanzexperte Mitsushige Akino von Ichiyoshi Asset Management in Tokio voraus. Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass sich die derzeitige Lage in Europa noch über mehrere Jahre hinziehen wird. Das Absatzwachstum von Nissan werde sich voraussichtlich mit dem Markt bewegen.

Wachstum in den USA und Südostasien

Der Hersteller aus Yokohama hatte im August in Europa insgesamt 41.832 Fahrzeuge verkauft, was einem Plus zum Vormonat von 3,1 Prozent entsprach, wie aus Firmenangaben hervorging. Im laufenden Jahr will der Hersteller mehr als 5 Mio. Fahrzeuge herstellen, sagte Ghosn, das Wachstum werde vor allem aus den USA und aus Südostasien stammen. “Myanmar könnte sich in der Zukunft als besonders wachstumsreich erweisen”, sagte er, und nannte zudem Vietnam und Indonesien als potenzielle Wachstumskandidaten. Die neue Mittelklasselimousine Altima werde in ihrem Segment die Spitzenposition in den USA einnehmen, sagte er voraus, denn hier erhole sich die Branche derzeit weiter.

Der zweitgrößte japanische Autohersteller hatte im Juli einen um 15 Prozent niedrigeren Quartalsgewinn als im Vorjahr vorgelegt und damit die Analystenerwartung verfehlt. Begründet wurde das mit höheren Rabattaufwendungen und Marketingkosten, unter anderem für das neue Modell Altima in den USA.

Ghosn, der auch Vorstandsvorsitzender beim französischen Autokonzern Renault ist, will nach den eigenen Worten die Produktion in Südostasien steigern, während der starke Yen eine Expansion der Kapazitäten in Japan verhindere.

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

Wirtschaft

Kulturwandel: VW krempelt die Fahrzeugentwicklung um

Auto & Motor

Umfrage zu VW: Das Vertrauen ist massiv erschüttert

Slideshow
MercedesAMG

Auto & Motor

Die Schönheiten auf der Wiener Automesse