Niemand mag Opel und Peugeot

Niemand mag Opel und Peugeot

Der Druck auf Opel und Peugeot nimmt zu: Die beiden in einer Not-Allianz verbundenen Partner haben im Mai weiter an Boden verloren

Die Verbraucher machen inzwischen den achten Monat in Folge einen großen Bogen um die Autohäuser. Der Einbruch bei den Autoverkäufen trifft vor allem die Hersteller, die auf hohe Stückzahlen zu günstigen Preisen setzen - wegen der Schuldenkrise in Südeuropa bringen sie kaum noch Neuwagen an die Kunden. Auch bei Renault und Fiat schlug die Kaufzurückhaltung massiv zu Buche. Inzwischen setzen aber auch die Premiumhersteller weniger ab - sie waren bisher von der Krise verschont. Zu den wenigen Gewinnern gehören die koreanischen Marken Hyundai und Kia, die ihre europäischen Rivalen im Massenmarkt oft noch beim Preis unterbieten.

Dabei nahm der Abwärtstrend bei den Neuzulassungen noch einmal Fahrt auf: In den 27 EU-Staaten und den drei Efta-Ländern Island, Norwegen und Schweiz ging der Autoabsatz im Vorjahresvergleich insgesamt um acht Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Freitag mitteilte. Im April waren die Neuregistrierungen noch um 6,5 Prozent gesunken.

Den stärksten Verkaufsrückgang unter den großen Autobauern registrierte im Mai Peugeot: Der französische Hersteller verkaufte fast ein Fünftel weniger als vor Jahresfrist. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall setzten fast 13 Prozent weniger ab als vor einem Jahr. Während Opel/Vauxhall beim Marktanteil 0,4 Prozentpunkte einbüßten, sank er bei Peugeot um 1,7 Prozentpunkte. Die ebenfalls zum US-Weltmarktführer General Motors gehörende Marke Chevrolet legte bei den Neuzulassungen um 17 Prozent zu.

Werksschließungen

Die Opel-Mutter hat sich mit PSA Peugeot Citroen verbündet, um ihr Europageschäft zu sanieren. Durch den Verkaufsrückgang nimmt bei beiden Unternehmen der Druck zu, die Kapazitäten zu verringern, da die Fabriken kaum noch ausgelastet sind. Opel will sein Werk in Bochum nach 2016 schließen. Darüber verhandelt der Rüsselsheimer Autobauer derzeit mit den Arbeitnehmern.

Auch Fiat und Renault verkauften weniger von ihren Fahrzeugen. Die Neuzulassungen von beiden Herstellern schrumpften um zwölf beziehungsweise 13 Prozent. Fiat bereitet derzeit eine Partnerschaft mit dem ebenfalls schwächelnden japanischen Hersteller Mazda vor. Zunächst wollen die beiden gemeinsam einen Sportwagen entwickeln und bauen. Der Schritt gilt als Vorstufe für eine Allianz in Europa. Der massive Verkaufsrückgang dort könnte diese Überlegungen nun beschleunigen, glauben Experten. Im Mai setzte Mazda in Europa 18 Prozent weniger ab als vor einem Jahr.

BMW und Daimler schlugen im vergangenen Monat sechs beziehungsweise fünf Prozent weniger von ihren Oberklassemodellen los. Damit ist die Krise auch bei ihnen angekommen.

Seat verliert auch

Volkswagen verkaufte zwar ebenfalls weniger, allerdings hielt sich das Minus bei dem Wolfsburger Konzern mit 5,5 Prozent in Grenzen. Während der Absatz der Kernmarke VW um fast acht Prozent sank, legte die Premiumtochter Audi um vier Prozent zu. Der spanische VW-Ableger Seat, der besonders unter der Schwäche in seinem Heimatmarkt leidet, schlug 14 Prozent weniger los als vor einem Jahr. Insgesamt steigerte Europas Marktführer den Marktanteil im Mai aber um 0,7 Punkte.

Die beiden koreanischen Marken Hyundai und Kia, die mit ihren preiswerten und zuverlässigen Fahrzeugen schon seit längerem immer mehr den Geschmack der europäischen Kundschaft treffen, steigerten den Absatz um sieben beziehungsweise knapp 30 Prozent. Der japanische Autobauer Toyota legte um 13,2 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte nach der Erdbebenkatastrophe von Fukushima noch ein dickes Minus vor dessen Verkaufszahlen gestanden hatte.

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

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