Mercedes – Eine Milliarde Euro für die neue E-Klasse

Mercedes – Eine Milliarde Euro für die neue E-Klasse

Die Mercedes E-Klasse, das einstige Statussymbol für Generationen von Taxifahrern und Managern der zweiten Ebene, hat an Ansehen eingebüßt. Dem Modell setzt der Konkurrenzkampf mit Kalibern wie BMW 5er und Audi A6 kräftig zu. Seit 2004 verkaufen die Stuttgarter regelmäßig weniger Autos als Erzrivale BMW.

Jetzt wollen die Erfinder der gehobenen Geschäftslimousine mit einem Facelift „Emporkömmlinge“ in die Schranken weisen. Ziel ist es, den Konzernabsatz bis 2020 zu verdoppeln. Dafür hat Mercedes die jüngste E-Modellreihe, die erst seit 2009 auf der Straße ist, in einem bislang nie da gewesenen Ausmaß überarbeitet und für die Entwicklung eine Milliarde Euro lockergemacht.

So richtig teuer wurde der Relaunch, weil nicht nur technische Updates vorgenommen wurden, sondern auch das Design von Grund auf geändert wurde. Am meisten fällt die neue Frontpartie auf, die es gleich doppelt gibt. Nämlich einmal die moderne, lässige Variante mit einem riesigen Stern mitten in der Kühlermaske. Für all jene, die ohne Stern auf der Haube nur schwer leben können, gibt es wie zu Opa-Benz-Zeiten die klassische Version.

136 bis 585 PS

Die Ingenieure von Mercedes haben auch unter der Haube solide Arbeit geleistet. So wurden ein neuer V6-Benziner mit Doppelturbo und zwei neue Vierzylinder-Benziner entwickelt. Die Passagiere gleiten selbst bei der Vierzylinder-Edition ohne Turboloch und von Außengeräuschen nahezu ungestört durch die Landschaft. 350 Newtonmeter wuchten die 211 PS des E 250 so elegant und kraftvoll voran, dass auch bei diesem schwächeren Modell der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt. Je fünf Diesel und Benziner mit vier, sechs oder acht Zylindern stehen zur Wahl. Diese werden in Limousinen, Kombis, Coupés, Cabrios und AMGs verbaut. Das Leistungsspektrum reicht von 136 PS bis 585 PS. Insgesamt, verkündet der Hersteller stolz, gibt es 75 Varianten von der neuen E-Klasse.

Das umfassende Facelift der Oberklasse ist ein Paradebeispiel für den verschärften Kampf um Kunden. In einem erlahmenden Privatkundenmarkt in Europa müssen möglichst viele Autos an Firmenkunden verkauft werden. Also versuchen die Hersteller, durch tiefgreifende Neuerungen das Interesse der Bestandskunden aufrechtzuerhalten. Mercedes hat diese Taktik derzeit bitter nötig. Weltweit hat Mercedes im Vorjahr mit 4,4 Milliarden Euro um 15 Prozent weniger verdient als 2011. Auch die Modellpalette war in der Vergangenheit wenig erfolgreich. Es fehlt an kleineren Geländewagen, die S-Klasse, eines der Flaggschiffe, ist bereits seit acht Jahren am Markt. Insgesamt sind die Modelle bei Audi und BMW deutlich jünger und teils auch sparsamer.

Audi in China meilenweit vorn.

Das größte Problem hat Mercedes jedoch in China, dem wachstumsstärksten Autoland. Gerade dort, wo die Konkurrenz das große Geld verdient, spielt Mercedes nur eine Nebenrolle. Der Absatz sank dort im Vorjahr um 15.000 Stück auf 208.000. Das ist nicht einmal halb so viel, wie Audi verkauft, und auch BMW liegt meilenweit vorn. Ob es Konzernchef Dieter Zetsche gelingt, bis 2020 wieder zur Nummer eins unter den Premiumherstellern zu werden, wird daher maßgeblich vom Erfolg in China abhängen.

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Intelligentes Fahren in der E-Klasse

• Spezialscheinwerfer
Die neuen LED-Scheinwerfer strahlen fast immer, blenden den Gegenverkehr nicht.

• Schaltung
Ist nicht mehr in der Mittelkonsole, sondern beim Lenkrad. (gewöhnungsbedürftig!)

• Auto bremst selbst
Wer mit bis zu Tempo 50 auf einen Fußgänger zufährt, für den bremst das Auto.

• Hilfe beim Lenken
Wenn die Spur nicht gehalten wird und ein Auto entgegenkommt, schubst sich die E-Klasse durch Bremsen wieder in die Fahrbahn.

• Stau-Assi
Das Auto regelt im Stau den Abstand zum Vordermann automatisch und hält den Wagen in der Mitte der Spur. Auto folgt dem Vordermann.

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