Maserati bringt Niedrig-Preis-Auto Ghibli: "Wir müssen den Deutschen Kunden klauen"

Der Ghibli wird beispielsweise in den USA ab September zum Startpreis von 65.600 Dollar (rund 50.000 Euro) zum Verkauf angeboten. Maserati fordert damit eine Reihe deutscher Luxuswagen heraus – die BMW 5er-Klasse, Mercedes Benz E-Klasse oder auch den Audi A6. Die Tochter von Fiat setzt darauf, dass das Auto etwas bieten kann, zu dem die Deutschen nicht in der Lage sind: italienischen Sexappeal, kombiniert mit Motoren der Schwester-Firma Ferrari unter der Haube.

Maserati bringt Niedrig-Preis-Auto Ghibli: "Wir müssen den Deutschen Kunden klauen"

“Wir müssen den Deutschen Kunden klauen”, sagte Benedetto Orvietani, als Manager für Produktentwicklung verantwortlich. “Wir machen Jagd auf ihre Kunden mit den höchsten Ansprüchen - auf diejenigen, die gelangweilt sind von ihrem Audi A6 und herausstechen wollen.”

Der Ghibli ist ein Kernpunkt beim Ziel von Maserati, den Absatz bis 2015 auf 50.000 Autos zu verachtfachten. Das wäre aus Sicht der Deutschen nicht viel, da jeder der großen Hersteller mehr als eine Mio. Fahrzeuge pro Jahr verkauft. Dennoch stellt es eine Gefahr dar, da Maserati die Kunden für ihre teuersten und stärksten Autos anvisiert.

Luxus-Limousinen-Segment mit etwas Besonderem

“Mich überzeugt” die Strategie von Maserati, erklärte Max Warburton, ein Analyst bei Sanford C. Bernstein. “Auch wenn der Plan ganz sicher ehrgeizig ist, so gibt es doch Raum für ein Luxus-Limousinen-Segment mit etwas Besonderem. Und mit der richtigen Qualität und einem Netzwerkvertrieb kann Maserati sein Ziel erreichen.”

Auch an anderer Stelle überarbeitet Maserati derzeit das Angebot. Zu Beginn des Jahres wurde bereits das wohl wichtigste Auto des Unternehmens, der Quattroporte, überarbeitet. Und bis zum Jahr 2015 will Maserati zudem seinen ersten eigenen SUV namens Levante vorstellen. Der Fiat-Konzern, der derzeit vor einer Fusion mit Chrysler steht, steckt unterm Strich rund 1,2 Mrd. Euro in die Neuaufstellung der Tochter. Im Werk von Maranello werden 200 Mitarbeiter eingestellt, um Motoren für Maserati zu produzieren.

“Was wir bislang bei Maserati beobachtet haben, ist sehr ermutigend”, sagte Fiat-Chairman John Elkann am vergangenen Donnerstag. “Der Quattroporte wurde sehr gut akzeptiert. Der Ghibli hatte sehr gute Besprechungen in der Presse. Dies macht deutlich, dass die Fiat-Chrysler-Premium-Strategie beginnt, Früchte zu tragen.”

Gegründet wurde Maserati bereits im Jahr 1914, zu Fiat gehört das Unternehmen seit 1993. Dieses Jahr will die Firma mindestens 20.000 Fahrzeuge ausliefern. Das wären drei Mal so viele wie in 2012. Ziel ist es, vom Ghibli rund 20.000 Autos pro Jahr zu verkaufen - damit würde das Modell hinter 40 Prozent der für 2015 angestrebten Absätze stehen.
Der operative Gewinn der Sparte wird im laufenden Jahr wohl um zwölf Prozent auf 47 Mio. Euro klettern, wie aus Prognosen der Commerzbank AG hervorgeht.

Es ist schwer, gegen die Deutschen zu gewinnen

Doch es gibt auch zurückhaltende Stimmen. IHS Automotive beispielsweise geht davon aus, dass Maserati in 2015 lediglich 31.300 statt der anvisieren 50.000 Wagen verkaufen wird, darunter nur 9900 Ghiblis.

“Es ist sehr schwer, gegen die Deutschen zu gewinnen”, meinte Gianluca Spina, Dekan der Business School am Polytechnikum Mailand, in einem Interview mit Bloomberg News. Seiner Meinung nach könnte Maserati zu sehr am oberen Ende des Luxussegments positioniert sein, um auf dem Markt für mittelgroße Luxus-Limousinen mitspielen zu können. “Mit Sicherheit ist dies der lukrativste Teil des Marktes. Und die Stärke der deutschen Autohersteller ergibt sich daraus, dass sie dieses Segment geschaffen haben.”

Was der Ghibli kann...

Maserati bietet den Ghibli mit einem 3,0-Liter-V6 in zwei Leistungsstufen an. Der Ghibli S mit dem 410 PS starken 3,0-Liter-V6 kostet 79.500 Euro aufwärts. Diese heiße Version verfügt über 550 Nm Drehmoment und soll in 5 Sekunden auf Tempo 100 rennen. Erst bei 285 km/h ist das Ende der Beschleunigungsarie erreicht.

Neben dem Maserati Ghibli S steht auch ein Q4-Allradmodell zur Auswahl. Dieses kostet 82.470 Euro. Als Einstieg in die Ghibli-Welt dient der erste Diesel-Motor. Ebenfalls ein 3,0-Liter-V6, aber mit 275 PS Leistung steht der Selbstzünder mit 64.950 Euro in der Preisliste. Den Spurt auf 100 Sachen schafft der Ghibli-Diesel in 6,3 Sekunden.

Zur Serienausstattung aller Modelle gehören unter anderem Lederinterieur, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Reifendruckkontrollsystem sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Beim Design folgt der kleine viertürige Ghibli den Linien des großen Quattroporte. Der Dachverlauf wird allerdings coupéhafter, der hintere Überhang deutlich kürzer. Die Scheinwerfer sowie die Schürzengestaltung an der Front sind eng mit dem größeren Bruder verwandt, die Motorhaube erhält jedoch ein anderes Styling. Das Heck zeigt sich mit einem leichten Bürzel sowie eingepassten breiteren Heckleuchten. Gefertigt wird der Maserati Ghibli nicht im Stammwerk Modena, hier sind die Kapazitäten nicht ausreichend, sondern in den ehemaligen Werkshallen von Bertone.

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