Lancia ist am Ende

Lancia ist am Ende

"Die Lancia-Produktion wird schrittweise reduziert und dann ganz eingestellt. Wir dürfen uns nicht mehr der Illusion hingeben, dass wir Lancias historisches Image wieder aufbauen können. Lancia hat nicht mehr die Attraktivität wie in der Vergangenheit. Das einzige wirtschaftlich tragfähige Modell in Europa ist Ypsilon, das weiterhin in Polen produziert wird", erklärte Fiats Chef Sergio Marchionne nach Medienangaben vom Mittwoch.

Fiat werde weiterhin auf die Brands Alfa Romeo und Maserati setzen. Alfa-Modelle sollen auch in den USA für den amerikanischen Markt produziert werden.

Marchionne versicherte, dass trotz des dramatischen Nachfragenrückgangs auf dem Heimmarkt keine Fiat-Fabrik in Italien geschlossen wird. In dem Produktionswerk Turin Mirafiori wird Fiat zwei neue Maserati-Modelle produzieren. Außerdem soll ein neuer Geländewagen hergestellt werden. Der Autobauer wird jedoch seine Produktion verringern. Statt sechs Millionen Autos wie bisher soll die Produktion in zwei Jahren auf 4,8 Millionen Fahrzeuge schrumpfen.

Die Gewerkschaften reagierten kritisch auf Marchionnes Worte. "Vor zwei Jahren hatte er versprochen, dass Fiat 51 Modelle in Italien produzieren würde, jetzt ist diese Zahl auf 17 geschrumpft", kommentierte der Chef der Metallgewerkschaft FIOM, Giorgio Airaudo.

Österreichische Pressestelle meldet sich zu Wort

Lancia-Autos sollen künftig aus Modellen der US-Tochter Chrysler entwickelt werden. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Marke Lancia vom Markt verschwinden werde. "Auch viele Fiat-Konkurrenten haben ähnliche Schritte unternommen", sagte ein Fiat-Pressesprecher auf APA-Anfrage am Mittwoch. In Polen werde Fiat weiterhin das Modell Ypsilon produzieren.

Die Pressestelle stellte somit Aussagen von Fiat-Chef Sergio Marchionne klar, die für Wirbel gesorgt hatten: "Wir dürfen uns nicht mehr der Illusion hingeben, dass wir Lancias historisches Image wieder aufbauen können. Lancia hat nicht mehr die Attraktivität wie in der Vergangenheit. Das einzige wirtschaftlich tragfähige Modell in Europa ist Ypsilon, das weiterhin in Polen produziert wird", erklärte Fiats Chef Sergio Marchionne nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen.

Chrysler stützt

Der kriselnde italienische Autobauer hält sich weiter nur dank des florierenden Geschäfts der US-Tochter Chrysler über Wasser. Wie der Konzern am Dienstag in Turin mitteilte, erzielte die Gruppe im dritten Quartal einen Nettogewinn von 286 Mio. Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vergleichsquartal 2011 (112 Mio. Euro). Fiat allein hätte im dritten Quartal allerdings einen Verlust von 281 Mio. Euro eingefahren. Im zweiten Quartal 2012 hatte die Gruppe noch 358 Mio. Euro Nettogewinn verzeichnet, der Verlust von Fiat allein lag bei 246 Mio. Euro.

Chrysler hatte am Montag mitgeteilt, in dem Quartal den Gewinn auf 381 Mio. Dollar (293,94 Mio. Euro) beinahe verdoppelt zu haben. Dank der Kauflust der Amerikaner konnte Chrysler seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 15,5 Mrd. Dollar steigern. Die Verkäufe nahmen um 12 Prozent auf 556.000 Autos zu. Damit setzt Chrysler seinen Erfolgskurs fort.

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