LaFerrari war erst der Anfang – Ferrari will mit Hybrid-Flitzern durchstarten

LaFerrari war erst der Anfang – Ferrari will mit Hybrid-Flitzern durchstarten

Ferrari, die prestigeträchtige Tochter des Fiat-Konzerns aus Maranello, setzt mit der Hybrid-Strategie vermehrt auf eine ebenso umweltbewusste wie reiche Klientel. “Ich glaube nicht an das Elektroauto, aber ich glaube an das Hybridfahrzeug”, sagt Luca Cordero di Montezemolo, der Chairman von Ferrari, im Interview mit Bloomberg Television.

Ferrari ist der profitabelste Geschäftsbereich der Turiner Fiat, und hatte den Sportwagen LaFerrari auf dem Genfer Autosalon im März vorgestellt. Er hat 963 PS und ist bereits ausverkauft. Das Geschoss ist Teil der Strategie von Montezemolo, den Gewinn mit Hilfe von maßgeschneiderten Fahrzeugen auszubauen. Gleichzeitig wird die Produktionszahl limitiert, was die Exklusivität steigert.

Ferrari schließt sich damit einem wachsenden Trend unter Autokonzernen an. Vermehrt finden sich an der Spitze der Modellpaletten Hochleistungsfahrzeuge mit reduziertem Verbrauch und Emissionen. So wird die Porsche AG will bei der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt im nächsten Monat den 918 Spyder für 845.000 Dollar vorstellen. Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) wird den i8-Hybrid-Sportwagen vorstellen. Land Rover will ab September einen ersten Hybrid- Geländewägen ausliefern.

Neue Technologien erst im High-End-Bereich testen

“Es ist sinnvoll, neue Technologien erst im Luxus- und im High-End-Bereich zu testen, weil Kunden hier weniger sensibel auf den Preis reagieren und überdies bereit sind, für mehr Technologie auch mehr zu zahlen”, sagt Sascha Gommel, ein Analyst der Commerzbank AG in Frankfurt. “Außerdem kann die Hybrid-Technologie ein Fahrzeug dynamischer machen, weil der Elektroantrieb die Beschleunigung verbessert.”

Unter Einsatz von Formel-Eins-Technologie verbindet der LaFerrari zwei Elektromotoren mit einem 12-Zylinder-Ottomotor, um mehr PS zu produzieren als jedes zuvor dagewesene Ferrari- Modell. Gleichzeitig wurde der Kraftstoffverbrauch um bis zu 40 Prozent reduziert.

“Ich will unterschiedliche Ferrari für unterschiedliche Ferraristi”, sagt der 65-jährige Montezemolo im Interview. Zudem sollen auch andere Bereiche ausgebaut werden, beispielsweise durch die Lizenzierung des Ferrari-Logos mit dem steigenden Pferd.

Seit 1991 ist Montezemolo Chairman von Ferrari und in dieser Zeit hat er den Sportwagenhersteller zu einer “Cashcow” ausgebaut. Mittlerweile entfallen zehn Prozent des Betriebsgewinns von Fiat auf Ferrari.

Im ersten Halbjahr kam Ferrari auf einen Anteil des Gewinns von Steuern, Zinsen und Sonderposten am Umsatz von 15 Prozent, verglichen mit 13 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: Fiat insgesamt erreicht 4,9 Prozent. Im Gesamtjahr will Montezemolo den Rekordgewinn des Vorjahres von 350 Mio. Euro einstellen. Der Beitrag des LaFerrari ist dabei nicht eingerechnet.

Ausverkauft schon vor der Vorstellung

Der Hybrid-Ferrari war bereits ausverkauft, bevor er überhaupt vorgestellt wurde. Lediglich 499 Fahrzeuge sollen hergestellt werden. Sie sind abgezählt und die Sitzposition wird auf den Körper des Fahrers zugeschnitten. In diesem Jahr sollen 200 der Superautos produziert werden, die verbleibenden dann 2014, sagt Montezemolo. Auf die Frage, ob Ferrari weitere Hybrid-Modelle plane, sagt der Konzernchef: “Die Antwort ist ’Ja’”. Weitere Angaben darüber hinaus machte er nicht.

Zur IAA wird Ferrari überdies den 458 Speciale mit 605 PS vorstellen, der den Sprint auf 100 Stundenkilometer in drei Sekunden schafft. Es soll das aerodynamischste Serienfahrzeug des Unternehmens werden. Ausgestattet mit einem V8-Motor kommt der 458 Speciale auf einen Grundpreis von etwa 240.000 Euro, erklärte eine mit den Plänen vertraute Person Bloomberg nur unter Zusicherung ihrer Anonymität.

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