Inside IAA: Opel verabschiedet sich von seiner Exportstrategie

"All diese tollen Pläne über China, auch Australien, die sicher nett gedacht waren, hätten uns nur von unserem Hauptweg abgelenkt", sagte Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann am Dienstag zu Beginn der Automesse IAA in Frankfurt. Die GM-Tochter müsse sich in Europa behaupten.

Inside IAA: Opel verabschiedet sich von seiner Exportstrategie

Außerhalb ihres Heimatmarktes wolle die Marke mit dem Blitz lediglich in Russland und der Türkei wachsen. "Es ist die Aufgabe des Gesamtkonzerns, uns so zu finanzieren, dass das auch geht." Es sei über viele Jahre ein Fehler gewesen, Opel nicht als Teil des US-Konzerns zu betrachten.

Die Detroiter Mutter investiert insgesamt vier Milliarden Euro in neue Fahrzeuge und Motoren, um die Rüsselsheimer Tochter bis 2016 aus den roten Zahlen zu führen. Das Geld dafür verdient GM in den USA und Asien, wo die Geschäft besser laufen als in Europa.

Pläne kann man korrigieren

An dem Ziel hält Neumann trotz der nach wie vor schwachen Pkw-Märkte in vielen Ländern Westeuropas fest, lässt sich angesichts der vermutlich noch mehrere Jahre schleppenden Nachfrage aber ein Hintertürchen: "Einen Plan, wenn man sieht, er funktioniert nicht, muss man korrigieren." Derzeit liege Opel auf Kurs und habe nach 20 Jahren den Rückgang bei den Marktanteilen gestoppt, die Verluste würden eingedämmt. "Wir wollen uns gegenüber dem Vorjahr verbessern", betonte der ehemalige VW -Manager, der die Marke mit dem Blitz seit März führt.

Einen Grund, den mit der Gewerkschaft vereinbarten Sparkurs zu verschärfen, sieht Neumann jedenfalls nicht. Die Pläne zur Rückkehr in die Gewinnzone seien nicht auf Utopien gebaut. Allerdings hätte er auch nicht gedacht, dass 2013 "so schlecht" werde, wie es sich abzeichne. Experten gehen davon aus, dass in Westeuropa in diesem Jahr so wenige Autos verkauft werden wie seit 20 Jahren nicht.

Opel profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach den neuen Modellen Adam und Mokka, ringt aber weiter mit hohen Überkapazitäten. Das Werk in Bochum wird 2014 dichtgemacht - zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Zudem wurde die Zahl der Produktionsschichten in einigen Werken reduziert. "Damit sind wir immer noch nicht ausgelastet", räumte Neumann ein. Allerdings gibt es auch einen Lichtblick: Derzeit arbeitet Opel einen Berg von 120.000 Bestellungen für den kleinen Geländewagen Mokka ab, der deshalb ab 2014 auch in Spanien gebaut wird.

Allianz mit Peugeot könnte ausgeweitet werden

Die Allianz mit dem angeschlagenen französischen GM-Partner Peugeot könnte ausgebaut werden. Nachdem der Einkauf bereits zusammengelegt wurde und drei Automodelle gemeinsam entwickelt werden, könnte die Kooperation später auf Produktion ausgedehnt werden, deutete Neumann an: "Wir werden alles überprüfen, um unsere Aufstellung in Europa zu verbessern und Kostenvorteile zu nutzen." Entschieden sei aber noch nichts.

GM hatte zur Jahresmitte erste Erfolge bei der Sanierung seiner deutschen Tochter gemeldet. Mit Hilfe des scharfen Sparkurses und Investitionen in neue Modelle verringerte sich der Verlust im zweiten Quartal im Europa-Geschäft von Opel und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall deutlich. Binnen eines Jahres wurden die Kosten in Europa um 400 Millionen Dollar gesenkt.

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