Hände weg vom Steuer: Autos lenken sich selbst

Hände weg vom Steuer: Autos lenken sich selbst

Autos, die sich selbst steuern, sind keine Science-Fiction mehr. Volvo sieht die entsprechende Technologie knapp vor Serienreife, ein EU-Projekt könnte ab 2020 Pkw im "Autopilot-Modus" fahren lassen.

Es klingt traumhaft: Die Heimfahrt nach dem Skiurlaub gestaltet sich nicht stressig, sondern entspannt. Während der Fahrt können die Insassen des Autos lesen, im Internet surfen oder sich unterhalten – und zwar inklusive Fahrer. Denn der braucht nicht das Lenkrad zu umklammern und sich auf die Straße zu konzentrieren. Das Auto fährt von selbst, hält automatisch den richtigen Abstand zum vorderen Fahrzeug und bremst automatisch, wenn sich die Kolonne verlangsamt.

Klingt nach Science-Fiction? Ist es aber nicht: Schon in zwei Jahren soll es solche selbstfahrenden Automobile zu kaufen geben. Das behauptet zumindest der schwedische Hersteller Volvo laut einem Bericht des Technologie-Portals Engadget. Demnach soll es bereits 2014 Modelle geben, die bis zu einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h alleine fahren können. Die Voraussetzung dafür ist Wlan; via Internet wird jedem Auto auf der Straße ein bestimmter „Slot“ zugewiesen, auf dem das Auto dann unterwegs ist. Das erinnert an die Routen von Flugzeugen. Die Autos sollen sich auch untereinander verständigen können. Bereits 2020 könnte dann die gesamte Fahrzeugflotte in der EU auf diese Weise unterwegs sein, glaubt Volvo.

Europaweites Projekt

Jetzt könnte man das Ganze als Marketing-Gag von Volvo abtun, doch die EU glaubt an die Visionen eines sicheren Autoverkehrs – schließlich sind Fahrfehler die häufigste Ursache von Unfällen. Unter dem Titel „Sartre“ gibt es ein Projekt , das in diese Richtung zielt. Sartre steht für „Safe Road Trains for the Environment“ und Volvo ist der einzige Autoproduzent, der da mitmacht. Die anderen Projektpartner sind deutsche und schwedische Forschungsinstitute sowie Privatfirmen aus dem Technologiebereich.

Neben der Bequemlichkeit der Autofahrer und einer gesteigerten Sicherheit soll Sartre auch der Umwelt nutzen: Der Benzinverbrauch könne durch automatisiertes Fahren um 10 bis 20 Prozent sinken, heißt es. Konkret sieht das Projekt in dieser Phase allerdings nicht vor, dass jedes Auto auf der Autobahn oder auf sonstigen Straßen einfach von alleine fährt, sondern es wird eine Art „Auto-Zug“ gebildet. Demnach reihen sich die Pkw hinter einen Lkw ein, der voranfährt und sozusagen eine Art „Schiene“ legt. Dahinter fädeln sich die Autos auf, die sich quasi selbst steuern.

Letztendlich könnte dieser Konvoi mit bis zu 90 km/h unterwegs sein und der Abstand zwischen den Autos soll nicht mehr als vier Meter sein. Die Fahrer könnten diesen „Zug“ verlassen, um etwa an einer Ausfahrt abzuzweigen oder wenn sie schneller unterwegs sein wollen.

Hier ein Werbe-Video von Volvo zum Sartre-Projekt:

Hier ein weiteres Video, das Testfahrten zeigt:

Im Mai dieses Jahres wurden in Spanien weitere Testfahrten durchgeführt:

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