FORMAT Business Drive: Vier Business-Kapazunder in Höchstform

Business Talk Renault Espace: FORMAT und Renault nahmen Ernst Huber, Vorstandsvorsitzender der Hellobank BNP Paribas Austria AG, Start-up-Unternehmer Julian Juen, Mentaltrainer Manuel Horeth und Business Angel Michael Altrichter mit auf die Fahrt.

FORMAT Business Drive: Vier Business-Kapazunder in Höchstform
FORMAT Business Drive: Vier Business-Kapazunder in Höchstform

Vier im Espace: Business-Kapazunder im neuen Business-SUV von Renault

FORMAT: Herr Juen. Sie haben mit Kaahée ein gelungenes Start-Up hingelegt. Was hat Sie bewogen das Unternehmen zu gründen?

Juen: Ich habe es sehr genossen, das Unternehmen von der Stunde Null an aufzubauen. Unternehmertum ist meine Leidenschaft.

FORMAT: Herr Horeth, wie generiert man eigentlich den richtigen „Drive“, um als Gründer und Unternehmer Erfolg zu haben?

Horeth: Der richtige Drive besteht in der Motivation ein Projekt oder eine Auftrag jedenfalls umsetzen zu wollen. Der Antrieb ist am größten wenn man sich über die Auswirkungen bewusst ist. Der künftige Erfolg muss bereits zu Beginn vorhergesehen und auch gefühlsmäßig antizipiert werden. Idealerweise wird das an andere weiter gegeben. Es wirkt ansteckend, wenn Mitarbeiter und andere Beteiligte überzeugt werden können. Wenn das gelingt, springt der Funke über.

Huber: Herr Huen, wie kam Ihnen die zündende Idee, die in die Entwicklung von Kaahée mündete?

Juen: Die Geschäftsidee für Kaahée war von einer Reise nach Peru inspiriert. Mir wurde klar, dass man unter Verwendung der Hochlandkaktusfeige ein völlig neues Segment im Getränkemarkt besetzen kann. Es handelt sich dabei um das Segment der Anti-Hangover-Drinks. Die Feige kommt sehr oft in der peruanischen Volksmedizin zum Einsatz. Ihre Wirkstoffe haben eine sehr stark regenerierende Wirkung. Und diese wirken auch bei der Bekämpfung eines Katers. In weitere Folge wurde Kaahée unter meiner Federführung entwickelt. Das Extraktionsverfahren wurde in Österreich und den USA patentiert.

FORMAT: Haben Sie nicht Angst, das Sie Opfer des rauen Wettbewerbs im Lebensmitthandel werden?

Juen: Die Konsumgüter- oder Getränkebranche ist sehr kaptalintensiv. Das gilt besonders für unser Unternehmen, das stark expansionsorientiert ist. Im nächsten Schritt wollen wir die Expansion auf dem gesamten deutschsprachigen Raum vorantreiben. Auch der Aufbau der Marke erfordert ausreichende Investments. Deshalb braucht ein junges Unternehmen wie Kaahée Kapital. Uns war klar, dass wir die besten Chancen haben würden wenn wir als von Investoren finanziertes Unternehmen starten. In weiterer Folge haben wir mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen.

Altrichter: Auch über die PULS 4 Start-Up-Show „2 Minuten – 2 Millionen“. Damals kreuzten sich erstmals die Wege zwischen mir und Herrn Juen.

Juen: Damals gelang es ein hochkarätiges Investorenkonsortium mit Herrn Altrichter als „Business Angel of the Year“ sowie mit Hans Peter Haselsteiner und anderen für ein Engagement zu gewinnen.

FORMAT: Herr Altrichter, Sie waren also von Anfang an bei Kaahée an Bord. Was hat Sie zu Ihrem Engagement veranlasst?

Altrichter: Bei meinen Engagements ist immer entscheidend, wer hinter einem Projekt steht. Die Menschen und das Team sind ausschlaggebend. Investmententscheidungen sind im Wesentlichen von zwei Fragen getrieben. Sind die Gründer in der Lage das umzusetzen, was sie versprechen? Gibt es eine gegenseitige Sympathie? Grundsätzlich muss die Chemie einfach stimmen. Dabei verlasse ich mich völlig auf mein Bauchgefühl. Natürlich sind Zahlen, Marktchancen und andere Aspekte wichtig. Dabei muss ich aber darauf vertrauen, dass sich ein Unternehmensgründer damit intensiv auseinandergesetzt hat. Die Entscheidung ist also nicht von den Hard Facts getrieben, sondern davon, ob ich einem Gründer die Umsetzung der Geschäftsidee zutraue.

FORMAT: Herr Horeth, angenommen sie wollen mit den Mitfahrern des FORMAT Drive ein Start-Up auf die Beine stellen und zum Erfolg bringen. Was würden Sie zuerst tun?

Horeth: Ich würde die Beteiligten ein Wochenende lang in einer Almhütte versammeln um Gedanken sprudeln zu lassen und um gemeinsame Ideen zu entwickeln. Unmittelbar danach ist für die entwickelten Ideen eine geeignete Struktur aufzubauen. Im Nächsten Schritt sollte die Detailplanung für die Umsetzung vorgenommen werden.

FORMAT: Wie wird man eigentlich Business Angel? Gehört viel Mut dazu, Start-Ups zu unterstützen?

Altrichter: Mut gehört dazu, ist aber nicht die hauptsächliche Triebfeder. Wichtig ist, immer wieder die Leidenschaft mitzubringen, an Neugründungen beteiligt zu sein. Es geht immer wieder darum eine Idee gemeinsam mit interessanten Personen auf den Boden zu bringen. Eine wichtige Voraussetzung, um als Business Angel erfolgreich sein zu können besteht darin, auch selbst zumindest ein Unternehmen gegründet und damit unterschiedliche Phasen durchlaufen zu haben.


Die ersten drei Jahre waren sehr schmerzhaft, wir gingen fast Pleite.

FORMAT: Wie können diese Phasen aussehen?

Altrichter: Bei der Gründung herrscht meist Jubelstimmung. Man muss aber darauf vorbereitet sein, dass manche Dinge nicht so schnell oder gut gehen, wie man es gerne hätte. Das habe ich am eigenen Leib bei meinem ersten Unternehmen Pay Safe Card erlebt. Damals habe ich alle Phasen durchgemacht. Es waren richtige Berg- und Talfahrten dabei. Damals war der Hype der Internet-Blase. Wir glaubten, dass uns alleine schon die Idee zu Milliardären machen würde und dass wir die Welt revolutionieren könnten. Das Gegenteil war der Fall. Die ersten drei Jahre waren sehr schmerzhaft, wir gingen fast Pleite. Wir erreichten den Break Even erst nach sieben Jahren. Viel später kam der Ausstieg. Alle diese Phasen muss man einmal durchgemacht haben, um als Business Angel mitreden zu können.

FORMAT: Herr Altrichter hat die Jubelstimmung im Zuge einer Unternehmensgründung erwähnt. Was ist zu tun, wenn die erste Euphorie schwindet?

Horeth: Wenn der Drive, der Antrieb schwindet ist es wichtig Bilder abzurufen die auf das Ergebnis und den Erfolg bezogen sind. Das erlaubt, sich wieder die Erreichung von Zwischenzielen und Meilensteinen in das Gedächtnis zu rufen.

Huber: Herr Altrichter, wie viele Projekte betreiben Sie aktuell?

Altrichter: Derzeit umfasst mein Portfolio 19 Investments. Das ist schon recht stattlich und auch der Grund dafür, dass ich bereits ein wenig auf der Bremse stehe. Aber die dritte Staffel der PULS 4 Start-Up-Show „2 Minuten 2 Millionen“, das in Puls 4 ausgestrahlt wird, zeichnet sich bereits ab. Im Oktober ist bereits wieder der Dreh.

FORMAT: Herr Huber, die Finanzierung von Start-Ups zählt nicht zum Geschäft der Banken. Trotzdem interessiert Ihre Meinung zu Business Angels in Österreich.

Huber: In Österreich schaffen nur relativ wenige neue Unternehmen den Sprung auf den Markt. Das zeigt, dass mehr Aktivitäten nötig sind. Die Gruppe an Business Angels ist überschaubar. Und Themen wie Crowd Investing und Crowd Funding sind noch unterbelichtet. In Österreich tut man sich schwer, die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese Formen der Finanzierung zu schaffen.

FORMAT: Was könnte man anders machen?

Huber: Die Kapitalhinterlegungen, die Banken aus regulatorischen Gründen vorzunehmen haben, sind ein Hemmschuh für Finanzierungen. Für Banken sind Finanzierungen generell aufwendiger und schwieriger geworden.

Altrichter: Man sollte bei der öffentlichen Meinung ansetzen. Dann springt auch die Politik auf. Österreich gilt nicht als Gründerland. Noch nicht. Wer ein Unternehmen startet und damit keinen Erfolg hat, wird schnell als Buhmann eingestuft. In den USA ist das genau umgekehrt. In Österreich muss man sogar Erfolg ein wenig verstecken. In anderen Ländern kann man Erfolg dagegen zur Schau tragen.

Huber: ich glaube, dass wir in Österreich in einer Art Neidgesellschaft leben. Das war nicht immer so. Vor zehn Jahren war man stolz, wenn man in Aktien investiert hat. Heute muss man sich dafür fast schon schämen. Kapitalist zu sein ist hierzulande negativ behaftet.

Juen: Ich glaube trotzdem dass ein Sinneswandel eingesetzt hat. Viele Kleinanleger kommen davon ab, das Geld auf ein Sparbuch zu legen. Und viele suchen nach alternativen Formen wie etwa Crowd Investing.

Huber: Das stimmt schon. Aber das hängt auch mit dem derzeitigen Wirtschafts- und Zinsumfeld zusammen. Es liegt auch daran, dass die Sparzinsen extrem tief sind. Deshalb suchen Anleger nach Alternativen.

Altrichter: Man muss viel stärker kommunizieren, dass Stakeholder gefragt sind. Dabei muss auch die Politik mitmachen. Auch Steuerthemen spielen eine wichtige Rolle. Wären etwa Modelle verfügbar, die bei einem Investment in Start-Ups Steuerbefreiungen vorsehen, würde die Lage anders ausschauen. Ich glaube, dass junge Unternehmen durch eine solche Regelung schlagartig hunderte Millionen Euro zur Verfügung hätten.

Huber: In der ganzen Diskussion spielt auch Finanzwissen der österreichischen Bevölkerung eine wichtige Rolle. In der Regel wissen die Menschen nicht einmal, was ein Start-Up oder was Crowd Investing ist oder wie ein Aktieninvestment funktioniert. Im Bereich des Finanzwissens gibt es enormen Aufholbedarf.


Unternehmen wie Facebook hätten es in Österreich nie geschafft.

Juen: Unternehmen wie Facebook hätten es in Österreich nie geschafft. Entweder wäre Facebook scher schnell Pleite gegangen oder in ein anderes Land abgewandert. In Österreich sind rund 90 Prozent alles Start-Ups mit einem Finanzierungsengpass konfrontiert.

Huber: Es war schon immer viel die Rede von Gründungen im Silicon Valley. In Amerika ist das kein Thema das von Banken abhängt. Es gibt einfach auf anderen Ebenen genügend Investoren.

Altrichter: Private Equity ist in den USA viel weiter entwickelt.

Huber: Ich glaube, dass in Österreich auch genug Geld unterwegs sein könnte. Aber die Rahmenbedingungen erweisen sich als Hindernis. An den Menschen kann es nicht liegen. Die schlauen Köpfe, des überall gibt, sind auch on Österreich zu finden.

Altrichter: Unternehmen wie Facebook, Google oder ebay hätten es in Europa nie geschafft. In Österreich kann eine halbe Million Euro relativ einfach über Business Angels finanziert werden. Dieser Betrag lässt sich auch schnell über Förderstellen verdoppeln oder verdreifachen. Und die österreichische Förderlandschaft ist gut. Oft wird dabei von einem Förderdschungel geredet. Das ist aber immer noch deutlich besser als eine Förderwüste. Wer sich durch den Dschungel nicht durchkämpfen will, sollte von Gründungen absehen.

Huber: Aber was ist danach?

Altrichter: Nach Finanzierung der ersten oder zweiten Million wird es schwierig. Für größere Sprünge sind fünf oder zehn Millionen Euro nötig. An solche Summen ist schlicht und einfach nicht heranzukommen. Kein Wunder, dass Neugründervoller Neid nach Silicon Valley blicken. Dort können schon für die Gründung von Websites 20 Millionen Dollar aufgestellt werden. Diese Verfügbarkeit von Private Equity, dieses Risikodenken gibt es bei uns nicht.

Juen: Vor allem, was Anschlussfinanzierungen betrifft.

Huber: Dazu kommt, dass Gründer in Europa jeden nationalen Markt einzeln bearbeiten müssen. In den USA ist das völlig anders. Jenseits des großen Teichs ist es viel einfacher, an mehrere Hundert Millionen potenzielle Kunden heranzukommen.

Altrichter: Weniger schwierig ist die Erschließung von Österreich und Deutschland. Ein Beispiel ist wiederum Pay Safe Card, das zu Beginn in Österreich gestartet hat. Wie die Expansion in das große Nachbarland gelingen kann, zeigt sich auch bei der Expansion von Kaahée. Für ein Start-Up ist es ein großer Vorteil, einen Markt nach dem anderen aufbereiten zu können.

FORMAT: Denken Unternehmensgründer zu wenig an Business Angels? Legen Sie zu wenig Wert auf die Bildung von Netzwerken?

Huber: Das Potenzial geht weit über die überschaubare Anzahl an Business Angels hinaus.

Altrichter: Wer Gründer sein will, sollte sich das nötige Fachwissen über Private Equity und andere Finanzierungsformen selbst aneignen. Vielleicht scheitert die Umsetzung von Plänen auch an mangelndem Selbstvertrauen. Mut in die Selbstständigkeit zu gehen ist unbedingt nötig. Nicht an allem ist die Politik schuld. Wer sich mit einem neuen Unternehmen auf den Weg macht, muss den Spirit zum Gründen mitbringen.

Huber: Wichtig ist, dass Gründer längere Zeit an Bord bleiben. Nur sie haben das nötige Know-how über ihr Unternehmen.

FORMAT: Themenwechsel - was denken Sie eigentlich über den neuen Renault Espace?

Huber: In diesem Modell sind die Massagesitze einfach super. Auch das Fahrgefühl ist sehr angenehm.

Altrichter: Der Renault Espace war federführend bei der Verbreitung von Vans. In diesem Wagen sind die Massagesitze die größte Neuigkeit für mich. Ich wurde die ganze Fahrt lang durchmassiert. Das habe ich noch in keinem Auto erlebt.

Juen: Der Wagen ist sehr elegant.

Horeth: Der Espace ist ein tolles Business-Auto. Das Design gefällt mir sehr gut.

FORMAT: In welcher Form machen Sie im Auto Geschäfte?

Altrichter: Herr Huber und ich haben während der Fahrt eine Geschäftsidee entwickelt, die in eine Zusammenarbeit münden kann.

Huber: Wir beide sind über Wikifolio verbunden. Herr Altrichter ist daran beteiligt, ich will die Zusammenarbeit intensivieren. Das war ein Teil unseres Gedankenaustauschs.

Juen: Ich habe im Auto bereits Verträge ausverhandelt und unterschrieben.

Huber: Ich denke im Auto viel nach. Ich komme auf neue Ideen, ich plane Meetings und gehe im Gedanken Szenarien durch. Wenn ich mit Kollegen unterwegs bin, wird natürlich über das Geschäft geredet. Ich kontaktiere vom Auto aus auch Geschäftspartner und nutze damit die Zeit optimal aus.

Altrichter: Meine Geschäftspartner wissen bereits, dass ich während Autofahrten über die Freisprecheinrichtung mit Ihnen in Kontakt trete. Im Auto zu arbeiten ist sehr produktiv.

Horeth: Ich nutze das Auto für Besprechungen mit Kunden oder meinem Partner. Das Auto ist für mich eine Art mobiles Besprechungszimmer. Die Zeit, die beim Autofahren zuzubringen ist lässt sich sehr gut nutzen.

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