Ford Focus – Das meistverkaufte Auto der Welt

Ford Focus – Das meistverkaufte Auto der Welt

Alleine in China hat sich der Absatz des Ford Focus mehr als verdoppelt. Ford bezieht sich bei seinen Angaben auf das Forschungsinstitut R.L. Polk & Co. Demnach stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres die Neuzulassungen des Modells auf 288.724 Fahrzeuge.

In China verzeichnete der Focus-Absatz demnach eine Steigerung von 153 Prozent auf 104.065 Stück, womit China der mit Abstand größte Markt für das Fahrzeug geworden ist, gefolgt von den USA.

Ford fertigt den Focus in verschiedenen Versionen an insgesamt neun Standorten weltweit und verkaufte 1,02 Millionen Stück im letzten Jahr. In China ist neben dem aktuellen, in Europa und den USA erhältlichen Modell, auch noch der Vorgänger zu einem günstigeren Preis bestellbar.

Ford hatte bereits im vergangenen Jahr mit dem Focus das Konkurrenzmodell Corolla von Toyota als meistverkauftes Fahrzeug der Welt überholt, was allerdings von Toyota bestritten wird. Toyota rechnet Varianten auf Corolla-Basis wie das Modell Matrix ein und hält daher den Corolla weiter für das meistverkaufte Automodell der Welt. Der Streit verdeutlicht, wie ernst die Verkaufszahlen unter den global agierenden Herstellern in den einzelnen Segmenten genommen werden.

“Toyota bläst der Wind derzeit von allen Seiten ins Gesicht”, stellt der unabhängige Autoanalyst John Wolkonowicz aus Boston fest, “Toyota war die Marke, die es früher jedem Käufer recht machen konnte, aber sie haben inzwischen schon ein wenig an Biss verloren. An den Fahrzeugen liegt es aber eigentlich nicht - vor allem sind die anderen inzwischen wesentlich besser geworden”.

Focus mit Designplus

Speziell der Focus habe zulegen können, weil das Design ausgenfälliger geworden sei. Beide Fahrzeuge erfüllten die marktüblichen Anforderungen an Kompaktwagen, wie hohe Sicherheit und einen geringen Kraftstoffverbrauch. “Die Leute wollen ein Auto, nach dem man sich umdrehen kann und der Focus ist so”, sagt der Analyst. Toyota werde nun langsam klar, dass sie beim Design eine Achillesferse hätten. Das Toyota-Produktdesign, sagt er, “benötigt eine Runderneuerung”.

Und die will Toyota mit dem neuen Corolla ab dem kommenden Monat prompt abliefern. Das Fahrzeug ist mit scharfen Konturen gezeichnet und verfügt über einen modischen Trapezgrill. Nicht ganz so scharf gestaltet wie das Konzeptfahrzeug Furia, das Toyota im Januar zur Detroiter Autoausstellung enthüllte, soll das neue Auto der Forderung des Toyota-Präsidenten Akio Toyoda nach etwas mehr Stil gerecht werden.

Offenbar erfüllt das neue Modell diese Anforderung. “Der neue Corolla hat mehr Charakter. Es handelt sich um das Eingeständnis, dass das alte Modell etwas zu nichtssagend ausfiel”, sagt der leitende Analyst Tom Libby vom Institut Polk. Er habe zuletzt mit einem Focus-Fahrer Mitte 40 gesprochen, und der habe das neue Design sehr gelobt.

Seit dem ersten Quartal 2009 sind die Focus-Verkäufe um 57 Prozent gestiegen, wie Ford-Absatzanalyst Erich Merkle vorrechnet. 2010 folgte der Modellwechsel unter der Vorgabe des Ford-CEO Alan Mulally, der sich intelligente, benzinsparende Fahrzeuge mit fortschrittlichem Design auf die Fahnen schrieb. Zuvor gab es, zumindest in den USA, einen Schwerpunkt mit Pick- Up-Trucks und schweren SUV bei Ford.

Ford ist nicht der einzige Konkurrent, der gegen die einstmals dominierende Macht Toyota an Boden gewinnt. Der Absatz des General Motors-Kompaktmodells Chevrolet Cruze stieg in den USA im Juli um 70 Prozent und hat damit den Toyota Corolla verdrängt.

Autoanalyst Wolkonowicz halt das für einen Trend. “Die US-Autohersteller nehmen das Kompaktsegment inzwischen weitaus ernster als sie es bislang taten”, sagt er. Sollten die japanischen Hersteller die neuen konkurrierenden Angebote aus Detroit nicht ernst nehmen, so gingen sie ein Risiko ein.

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