Fliegendes Auto: Abheben auf vier Rädern

Kann man in Zukunft verstopften Straßen entfliehen, indem man einfach abhebt? Ein Start-up aus Bratislava will mit einem fliegenden Auto die Personenbeförderung revolutionieren. Beim Pioneers Festival in der Wiener Hofburg feierte das Hybrid-Fahrzeug seine Weltpremiere.

Fliegendes Auto: Abheben auf vier Rädern
Fliegendes Auto: Abheben auf vier Rädern

Auf der Autobahn nach Italien fahren oder doch lieber über die Alpen fliegen? Vom Cockpit aus lässt sich der "Flying Roadster" vom Auto zum Flugzeug verwandeln.

Einfach abheben, wenn man mit dem Auto im Stau steht, zum Baden kurz an die Adria fliegen oder über die Pannonische Tiefebene gleiten? Mit dem fliegenden Auto der beiden Erfinder Stefan Klein und Juraj Vaculik soll das bald kein Problem mehr. Auf dem Pioneers-Festival in der Wiener Hofburg präsentierten sie ihren "Flying Roadster", ein Hybrid aus Auto und leichtem Sportflugzeug.

Das blau-weiße Vehikel erreicht auf Straßen eine Geschwindigkeit von rund 160 Kilometern pro Stunde, 130 reichen zum Abheben. Mit vollem Tank liegt die Reichweite im Flug bei rund 700 Kilometern, also etwa die Strecke von Wien nach Frankfurt am Main. Der Rotax-Motor, der auch viele Leicht- und Motorsegelflugzeuge antreibt, läuft mit normalem Benzin. Will man von der Straße in die Luft wechseln, lässt sich das Gefährt bequem vom Cockpit aus in ein Leichtflugzeug verwandeln, die Flügel lassen sich ein- und ausklappen. In der Luft stören die sechs Meter Länge nicht, die Parkplatzsuche gestaltet sich hingegen etwas schwieriger.

AeroMobil 3.0 - official video

Da das Aeromobil ein Zweisitzer ist, kann der Fahrer bzw. Pilot auch jemand mitnehmen. „Flughäfen braucht man nicht“, so Stefan Klein, einer der Aeromobil-Gründer, bei der Präsentation. 200 Meter Wiese als Startbahn würden ausreichen, zum Landen gar nur 50 Meter. Klein hat den „Flying Roadster“ designt und kann ihn selbst auch fliegen. Er besitzt neben dem Führer- auch einen Pilotenschein, rund 40 Flugstunden würde man für eine Privatpilotenlizenz (PPL) benötigen. Rechtlich dürften sich dennoch einige Hürden für das private Flugauto ergeben. Die Länge von sechs Metern wäre für den Straßenverkehr zwar laut ÖAMTC kein Problem - für PKW sind bis zu zwölf Meter Länge erlaubt - für den Flugbetrieb allerdings bräuchte man eine europäische Zulassung, so die Austro Control, die für die Sicherheit im österreichischen Luftraum zuständig ist.

Flugauto wird so viel kosten wie ein Luxussportauto

Klein und Vaculik sprechen bei der Enthüllung des futuristischen Fahrzeugs vom "freedom to travel", die NASA spreche hingegen von „door-to-door-transportation“, also dem Reisen von der Haustüre bis zum Zielort.

1989 begann Klein, der auch das Institut für Transport-Design an der Akademie der Bildenden Künste in Bratislava leitet, ein Flugauto zu entwickeln. 2010 hat er zusammen mit Juraj Vaculík das Unternehmen Aeromobil gegründet, um das Auto kommerziell umzusetzen. Mit dem Vorgänger-Modell "Aeromobil 2.5" wurden im Herbst vergangenen Jahres Testflüge absolviert, der Prototyp wurde auf der SAE Aerotech, einer großen Flugmesse in Kanada, vorgestellt. Den jetzigen Zweisitzer "Aeromobil 3.0" wurde in Rekordzeit von nur zehn Monaten gebaut, im Dezember 2013 erhielt das Start-up die Fluglizenz von den slowakischen Behörden. Das Flugauto ist nach Angaben von Aeromobil so entwickelt, dass es den Vorgaben der Europäischen Union für die Fahrzeugklasse M1 und leichte Sportflugzeuge entspricht.

Höhenmesser neben dem Tacho: Im "Flying Roadster" sitzt man vor einer Vielzahl an Armaturen.

Den Erfindern zufolge soll der derzeitige Prototyp schon sehr nahe am finalen Produkt sein. Wann der fliegende Roadster auf den Markt kommen kann, steht allerdings noch in den Sternen: „Wir nehmen noch keine Bestellungen an“, sagte Vaculik. Erst habe man die technischen Probleme lösen wollen, nun stehen die rechtlichen Fragen ganz oben auf der To-Do-Liste, so Vaculik weiter. Auch über den Preis schwiegen sich die beiden slowakischen Erfinder noch aus, „der Roadster werde aber in etwa so viel kosten wie ein Luxussportauto“, so Klein. Der Interessentenkreis dürfte sich damit wohl erheblich einschränken.

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