E-Autos – "150 Kilometer Reichweite sind genug"

E-Autos – "150 Kilometer Reichweite sind genug"

Der zweite große AlpEuregio-Kongress fand nach dem Auftakt in Bozen im Herbst nun in der Wiener Siemens City statt. Und dem nicht ganz neuen Thema, Mobilitätstrends der Zukunft, konnten die Vortragenden von Zukunftsforscher Matthias Horx bis Swiss-Boss und Demnächst-AUA-Aufsichtsratspräsident Harry Hohmeister dennoch einige neue Facetten abringen.

Besonders spannend war die Erklärung von BMW-Produktionsvorstand Harald Krüger, warum der Münchner Premium-Autohersteller nach wie vor fest an die Elektromobilität glaubt, während viele Mitbewerber inzwischen auf der Bremse stehen. Auch wenn in Europa die Aussichten derzeit gedämpft sind, sind die in China extrem erfolgreichen Münchner überzeugt, dass ihre E-Fahrzeuge – der i3 ab Ende des Jahres und der Sportwagen i8 ab 2014 – im Reich der Mitte besonders stark punkten können. „In Peking gab es letztes Jahr eine Million Bewerber für 20.000 Nummernschilder. Und E-Fahrzeuge werden dabei bevorzugt“, schildert Krüger konkrete „E-Vorteile“ in Asien. Bei einer durchschnittlichen Fahrtlänge von 40 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 Kilometern pro Stunde sind für die Bewohner der chinesischen Hauptstadt schon die derzeitigen Modelle ausreichend, um ihr Mobilitätsbedürfnis zu befriedigen. Krüger: „150 Kilometer Reichweite sind fürs erste genug.“

Der 48-jährige Krüger, seit April Produktionsvorstand bei BMW, sprach in Bezug auf die Fertigung von einer regelrechten „Revolution im Fahrzeugbau“. Das hohe Gewicht der Batterie wird mit Leichtbau kompensiert, wobei Carbonfaser (CFK) die zentrale Rolle zukommt. Die Fertigungszeit reduziere sich um fast die Hälfte, und der Flächen- und Ressourcenverbrauch sei deutlich geringer. Krüger: „Ich klebe nicht, ich schweiße nicht, ich brauche keine Lackiererei.“ Den Strom für die Fertigung im BMW-Werk Leipzig produzieren die bayrischen Autobauer mit vier 140 Meter hohen Windkrafträdern selbst.

Über den Anteil der E-Autos am Gesamtverkauf wollte er keine konkreten Angaben machen. Aber bei 427 verkauften Elektroautos in Österreich 2012 gebe es wohl noch „viel Luft nach oben“, so Krüger lachend. Angesichts neuer, erfolgreicher Konkurrenten wie Tesla ist für den Automanager klar, dass die Autoindustrie im kommenden Jahrzehnt aufgemischt wird: „In den nächsten zehn Jahren wird sich entscheiden, wer dabei bleibt – und wer nicht. Und die E-Mobilität wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.“

Business-Club AlpEuregio
Ein erlauchter Kreis von Führungskräften, Experten und Politikern, die ihre Aktivitäten in der Region mit den Achsenstädten Wien und Zürich sowie München und Bozen enger miteinander verzahnen– das ist die Grundidee des neuen Business-Clubs AlpEuregio, zu dessen Sponsoren unter anderem die Unicredit, die Wirtschaftskammer Österreich und Siemens gehören.

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