Ducati-Kauf durch Audi erfreut KTM

Der Motorradhersteller KTM erwartet durch den Einstieg von Audi ins Zweiradgeschäft neue Impulse für die gesamte Branche.

"Wir sehen es generell sehr positiv, wenn ein strategischer Investor wie die Volkswagengruppe den letzten freien europäischen Player im Motorradsektor übernimmt", sagte KTM-Chef Stefan Pierer im FTD-Gespräch. VWs Tochter Audi steht kurz vor der Übernahme der italienischen Ikone Ducati vom Finanzinvestor Investindustrial. Bereits am Mittwoch nächster Woche könnte dies offiziell bekannt gegeben werden. Ducati-Maschinen sind der Ferrari unter den Motorrädern: schnell und exklusiv. KTM hingegen ist Weltmarktführer bei geländegängigen Motorrädern.

Konkret hofft Pierer, dass Audi Standards und Abläufe aus dem Autogeschäft in die Motorradbranche überträgt. Anders als bei den Pkw, wo es wenige Tabus bei der Zusammenarbeit gibt, findet bei den Motorradbauern kaum Technologieaustausch statt. "Es ist zu hoffen, dass dieser Zugang dadurch auch in der europäischen Motorradindustrie entstehen wird", sagte Pierer.

Schafft Audis Einstieg tatsächlich mehr Offenheit für gemeinsame Entwicklungen, hilft das den Motorradbauern immens. In der Autoindustrie führt ein großzügiger Teiletausch zu drastischen Kosteneinsparungen. Die Motorradhersteller hätten diese dringend nötig. "Wir spüren in der Motorradindustrie die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise schon lange. Der Markt hat sich halbiert", so Pierer. KTM ist nach BMW der zweitgrößte Motorradhersteller in Europa. Während BMW selbst im Krisenjahr 2009 noch schwarze Zahlen schrieb, rutschte KTM in die Verlustzone. Die meisten Zweiräder fertigt weltweit Honda.

Schon vor Audis Zweiradengagement näherten sich Auto- und Motorradbauer an. Auch KTM bezieht Motoren für sein vierrädriges Nischenmodell X-Bow von Audi. Diese Lieferantenbeziehung sei nicht durch den Ducati-Deal gefährdet, sagte Pierer. Zudem spreche KTM mit dem Premiumhersteller über ein Konzept für "urbane Mobilität". Für Opel hat KTM - zu dem auch das Designstudio Kiska und die Entwicklungssparte Technologies gehört - bereits das Stadtauto Rake entwickelt.

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