Der Tesla-Chef baut Elektroautos, Raketen und will zum Mars fliegen

Der Tesla-Chef baut Elektroautos, Raketen und will zum Mars fliegen

Den Anfang machte Musk, als er kurz vor der Jahrtausendwende eine einfache Bezahlmöglichkeit im Internet erfand: PayPal. Drei Jahre später verkaufte er das Unternehmen an Amazon zum Preis von 1,5 Milliarden Dollar.

Wo andere sich bereits in den verfrühten Ruhestand verabschiedet hätten, gab Musk erst so richtig Gas: PayPal war für ihn nur das Vorspiel, er gründete SpaceX - das erste kommerziell erfolgreiche private Raumfahrtunternehmen, und Tesla Motors, den erfolgreichsten Hersteller von Elektrofahrzeugen bisher.

All das hat ihm nun den Titel " Businessperson of the Year 2013 “ vom Wirtschaftsmagazin Fortune eingebracht.

Gerne werden Parallelen zwischen Elon Musk und Steve Jobs gezogen: Wie auch Jobs hat Musk einen transformierenden Einfluss auf alle Geschäftsbereiche, in die er sich hineinwagt. Mit PayPal revolutionierte er Bezahlen im Web, mit SpaceX läutete er eine neue Ära in der Raumfahrt ein und Tesla Motors hat Elektroautos fast im Alleingang zu einem begeisternden Image verholfen.

Wie auch Jobs ist Musk kein Erfinder im eigentlichen Sinne: Genauso wie die meisten Technologien im iPhone nicht von Apple selbst entwickelt wurden, stammen auch die einzelnen Teile in Teslas Elektroautos oder SpaceXs Raketen nicht aus eigener Produktion. Beide Unternehmer sind Visionäre, die das große Ganze bereits aus einer noch formlosen Ansammlung von Technologien erkennen können - und das in ein erfolgreiches Geschäftsmodell verpacken.

Elektrische Revolution

Elon Musks Denk- und Arbeitsweise ist besonders gut an der Entwicklung von Teslas Premium-Limousine Model S zu sehen. Musk war nicht der erste, der daran gedacht hatte leichte, aber teure, Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos zu stecken. Er war auch nicht der erste, der eine elegante Limousine designte. Und er war nicht der erste, der bei der Bedienung eines Autos auf ein Touchscreen-Interface setzte. Er nahm all diese Ideen und verpackte sie in ein Produkt, das nicht nur funktionierte, sondern zum Lustobjekt für Technologiefans und Automobilliebhaber gleichermaßen wurde. Der "Model S“ ist Teslas "Apple Moment“.

Mit dem Model S gelang es Tesla erstmals, das Thema Elektromobilität ohne das unweigerliche Assoziationsbild "Verzicht“ aufzunehmen. Mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern und einer Ausstattung auf dem Niveau deutscher Premium-Limousinen war das bisherige Image von E-Autos pulverisiert. Und erst recht angesichts der Leistungsfähigkeit: Bis hinauf zum Top-Speed von 210 km/h gibt es nur wenige, denen der Model S nicht davonzieht. Emmissionsfrei, versteht sich.

Wer den Model S fährt, bekommt schnell den Eindruck, dass dieses Auto von jemanden entwickelt wurde, der eine echte Leidenschaft für sein Produkt versprührt. Bei Elon Musk erstreckt sich dieses Engagement in fast alle noch so kleinen Aspekte seiner Unternehmens-Projekte. Eine "falsche“ Schraube an der Sonnenblende tauscht er da schon mal selbst an einem Prototypen aus. Das macht Musks Brillianz aus: Er sieht das "Big Picture“ und hat trotzdem Sinn für Design bis hinunter zu den kleinsten Komponenten. Und er weiß es, Begeisterung für seine Produkte zu wecken: Sei es Tesla oder SpaceX - umgerechnet auf den Jahresumsatz bekommt kein anderes Unternehmen der Welt mehr Berichterstattung in TV und Internet.

Bei seinen Angestellten ist Elon Musk für seine bedingungslose Hingabe bekannt: Nachdem 2008 der Testflug einer Trägerrakete seines Weltraum-Start-ups in einer Katastrophe endete, hob er mit einer noch heute legendären Rede die Stimmung der Belegschaft.

Musks Führungsstil ist so ungewöhnlich, dass sich Analysten am Finanzsektor oft grob verschätzen, wenn es um die Erfolgsaussichten seiner Unternehmungen geht. Über Monate hinweg wurde Tesla dieses Jahr von fast allen Analysten auf dem absteigenden Ast gesehen, von ernsthaften Schwierigkeiten ist der Autohersteller jedoch weit entfernt: Der Model S ist seit drei Monaten das meist verkaufte Auto in Norwegen, und die Auftragslage übersteigt weltweit sogar die Produktion für die nächsten sechs Monate. Allzuleicht lassen sich Analysten, die aus dem starren Umfeld der Finanzbranche stammen, von Musk blenden. Wer eine Mars-Kolonie gründen möchte, oder das Transportsystem " Hyperloop “ (eine Rohrleitung, die Menschen in Kapseln quer über Kontinente schießen sollen) bauen will, kann man doch nicht ernstnehmen, oder?

Mission Mars

Musks Überzeugung, noch zu seinen Lebzeiten den Mars zu erreichen , ist eine der treibenden Kräfte hinter seinen Projekten. Raketen, die den Mars erreichen können, wird SpaceX bald im Programm haben. "Ich würde gerne auf dem Mars sterben“, sagt Musk. "Nur bitte nicht schon beim Aufprall auf die Oberfläche.“

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

Wirtschaft

Kulturwandel: VW krempelt die Fahrzeugentwicklung um

Auto & Motor

Umfrage zu VW: Das Vertrauen ist massiv erschüttert

Slideshow
MercedesAMG

Auto & Motor

Die Schönheiten auf der Wiener Automesse