Der sagenhafte Dieselboom...

Pro 1.000 Einwohner gibt es laut einer neuen Studie des Verkehrsclubs VCÖ in Österreich bereits doppelt so viele Autos mit Dieselantrieb wie in Deutschland und drei Mal so viele wie in der Schweiz. 1,7 Millionen Diesel in Österreich haben keinen Partikelfilter.

Der sagenhafte Dieselboom...

Die Zahl der Diesel-Pkw ist im Vorjahr erneut gestiegen. Hierzulande gibt es bereits 2,57 Millionen Diesel-Pkw. Seit dem Jahr 1995 hat sich die Zahl der Diesel-Pkw verdreifacht, wie eine neue Studie des VCÖ zeigt. Die Zahl der Benzin-Pkw ist im gleichen Zeitraum um 770.000 gesunken. Österreich hat mit 304 Diesel-Pkw pro 1.000 Einwohner mehr als doppelt so viele Diesel-Autos wie Deutschland. Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 141 Diesel und fast drei Mal so viele wie in der Schweiz. Dort kommen auf 1.000 Einwohner 112 Diesel.

Burgenländer fahren die meisten Diesel

Im Bundesländer-Vergleich ist im Burgenland der Diesel-Anteil am höchsten und in Vorarlberg und Wien am niedrigsten. Pro 1.000 Einwohner sind im Burgenland 362 Diesel-Autos gemeldet, in Niederösterreich 342, in Oberösterreich 341 und in Kärnten 340. In Wien, Vorarlberg und Tirol ist der Anteil der Diesel-Pkw geringer als im Österreich-Schnitt.

Die Zahl der Diesel-Pkw hat sich in Österreich seit dem Jahr 1995 verdreifacht. Diesel-Abgase sind wegen der Stickoxide und des Feinstaubs ein Gesundheitsrisiko, warnt der VCÖ.

EU plant 2013 neue Luftqualitätsrichtlinie

„Die EU-Kommission plant für heuer eine neue Luftqualitätsrichtlinie. Die Luftqualität soll unabhängig von den Wetterbedingungen deutlich verbessert werden. Österreich hat im Verkehr großen Handlungsbedarf“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Der Diesel-Boom ist ein Gesundheitsrisiko. Ältere Diesel-Pkw verursachen hohe Feinstaub-Emissionen. Rund 1,7 Millionen Diesel-Pkw in Österreich haben keinen serienmäßig eingebauten Partikelfilter. Wer einen älteren Diesel-Pkw hat, wird bei Reisen nach Deutschland und Italien in viele Städte nicht einfahren können: In den beiden Autonationen gibt es in mehr als 150 Städten eine Umweltzone, informiert der VCÖ. Für ältere Diesel-Pkw gilt in Umweltzonen ein Fahrverbot.

Extrem gefährliche Kleinstpartikel

Besonders hoch ist bei den Dieselabgasen der Anteil der Kleinstpartikel. Diese PM0,1 und PM2,5 Partikel sind extrem gefährlich, weil sie in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen können. Im Vorjahr hat der Verkehr in Österreich die Luft mit mehr als 4.000 Tonnen Kleinstpartikel (PM2,5) verschmutzt. Zudem stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO Dieselabgase als krebserregend ein. Der VCÖ fordert gemeinsam mit 17 europäischen Organisationen, dass die EU klare Grenzwerte für Kleinstpartikel festlegt und die Teilchenanzahl begrenzt.

Diesel-Fahrzeuge sind auch wegen der Stickoxid-Emissionen schädlich. Diesel-Pkw verursachen drei Mal so viele Stickoxide wie Benzin-Pkw, macht der VCÖ aufmerksam. Stickoxide schädigen die Atemwege und können Herzkreislauf-Erkrankungen verursachen. Insgesamt verursacht der Verkehr 60 Prozent von Österreichs Stickoxid-Emissionen. Davon stammen rund 70.000 Tonnen von Lkw und rund 35.000 Tonnen von Pkw. „Erst mit der EURO 6 Abgasnorm, die für Neuwagen ab 2015 gilt, werden Diesel-Pkw etwa gleich viele Schadstoffe verursachen wie Benziner“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

Kontraprodukte Anreize zum Kauf von Diesel-Pkw

Der VCÖ kritisiert, dass Diesel gegenüber Benzin durch eine um 8,5 Cent pro Liter niedrigere Mineralölsteuer steuerlich begünstigt wird. „Die rund zwei Millionen Österreicher, die einen Benzin-Pkw fahren, werden benachteiligt. Hier setzt die öffentliche Hand einen für die Luftqualität kontraproduktiven Anreiz zum Kauf von Diesel-Pkw“, tritt VCÖ-Expertin Rasmussen für eine Abschaffung der steuerlichen Bevorzugung von Diesel ein.

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