China rettet VW-Konzern aufs Neue

China rettet VW-Konzern aufs Neue

Das Reich der Mitte ist schon für ein Drittel der Gesamtrechnung des VW-Konzerns verantwortlich. Die Chinesen kaufen in den ersten vier Monaten erstmals mehr als eine Million Autos des Konzerns. Der Zukunftsmarkt boomt, der Heimmarkt kränkelt. Osteuropa beschert Skoda erhebliche Rückgänge.

Europas größter Autobauer Volkswagen hat mit seinen Verkaufszahlen im April eine historische Schwelle erreicht. Der Konzern setzte in den ersten vier Monaten des Jahres erstmals mehr als drei Millionen Autos ab und schraubte den Anteil seines China-Geschäfts auf ein gutes Drittel der Gesamtrechnung. Die wichtige Stütze im Reich der Mitte, mit Abstand Volkswagens bedeutendster Einzelmarkt, brachte 1,02 der insgesamt 3,05 Millionen ausgelieferten Fahrzeuge - 33,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte das Verhältnis noch keine 30 Prozent betragen.

Auch Aprilzahlen werden von China-Verkäufen aufpoliert

Die wichtige Stütze China, wo VW derzeit sieben seiner weltweit zehn geplanten Werke aus dem Boden stampft, rettete dem Dax-Riesen damit auch beim Start ins zweite Quartal die Verkaufsstatistik. Die im April in Kundenhand ausgelieferten 784.600 Fahrzeuge sind 7,2 Prozent Plus gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat, wie VW am Freitag mitteilte. Bereinigt um die Verkäufe der neuen Marke Porsche, die vor einem Jahr noch nicht mitgezählt worden war, liegt das Aprilplus immer noch solide bei guten 5 Prozent Verbesserung.

Die 3,05 Millionen in den ersten vier Monaten weltweit ausgelieferten Autos sind 5,6 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Lkw-Bauer MAN und Scania sind darin nicht enthalten, die Luxusmarke Porsche dagegen schon. Vergangenes Jahr hatte Deutschlands größter Industriekonzern 9,074 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ausgeliefert. Das war gegenüber dem Vorjahr ein zweistelliges Plus, nämlich 11,2 Prozent.

China und USA als einzige Länder mit zweistelligen Zuwächsen

Zweistellig im Plus sind derzeit aber nur noch Nordamerika mit 12,9 Prozent (279.900 Fahrzeuge) und das Zugpferd China mit 18,4 Prozent beziehungsweise die Region Asien/Pazifik, die per April für 1,14 Autos und einen Zuwachs von 16,5 Prozent steht. Die Region Europa dagegen bereitet weiter Sorgen. Lediglich Russland ist mit 0,4 Prozent Verbesserung im Plus, alle anderen Teilbereiche des Marktes liegen klar im Minus, jedoch weit entfernt von zweistelligen Werten.

Skoda-Absatz ging am wichtigsten Markt um 11,2 Prozent zurück

Bei den einzelnen zentralen Pkw-Marken ist nur Skoda ein Ausreißer nach unten. Der tschechische Automobilhersteller lag in den ersten vier Monaten auf seinem wichtigen Markt Zentral- und Osteuropa mit 11,2 Prozent zweistellig im Minus. Noch moderat fiel der Rückgang bei den europalastigen VW-Nutzfahrzeugen aus, die 2,0 Prozent verloren. Die auf der Gewinnseite kriselnde Marke Seat liegt dagegen zumindest bei den Auslieferungszahlen stark im Plus: 11,5 Prozent per April.

VW-Vertriebschef Christian Klingler warnte zwar vor dem Trend in Europa, doch sagte auch: "Die Märkte in den Regionen Nordamerika und vor allem Asien wachsen aber weiter, sodass wir zuversichtlich sind, hier den Trend aus den ersten drei Monaten ins zweite Quartal mitnehmen zu können."

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

Wirtschaft

Kulturwandel: VW krempelt die Fahrzeugentwicklung um

Auto & Motor

Umfrage zu VW: Das Vertrauen ist massiv erschüttert

Slideshow
MercedesAMG

Auto & Motor

Die Schönheiten auf der Wiener Automesse