Carsharing im Praxis-Test

FORMAT testet das Carsharing-Angebot von car2go im Alltag: Kann das Gemeinschafts-Kfz wirklich das eigene Auto ersetzen? Wir fuhren eine Woche car2go-Smart, um es herauszufinden.

Mehr als 7.000 Wiener tun es bereits. Sie fahren einen der 500 Smart von car2go, dem Carsharing-Dienst von Daimler. Über 60.000 Fahrten wurden mit den ultrakompakten Stadtflitzern schon absolviert.

Doch was ist dran am Hype rund um die weiß-blauen Mini-Autos? Kann das scheinbar chaotische Mietwagen-System wirklich das eigene Auto ersetzen?

Ein siebentägiger Test sollte Klarheit verschaffen: Wann immer es möglich war und eines der car2go-Fahrzeuge in vertretbarer Nähe war, wurden eigenes Auto und öffentliche Verkehrsmittel stehen gelassen und stattdessen "cargeshared“.

Allzu große Hoffnungen darauf, wirklich immer einen der Mietwagen zu ergattern, machten wir uns anfangs nicht: 500 Fahrzeuge, verteilt auf ein 80 Quadratkilometer großes Geschäftsgebiet - da könnte der Weg zum nächsten Mietwagen schon mal jenseits der persönlichen Schmerzgrenze ausfallen.

In der Praxis erwies sich diese Befürchtung schnell als unangebracht: Rund um die Innenstadt muss man kaum mehr als ein paar Hundert Meter zum nächsten car2go gehen. Was uns jedoch aufgefallen ist: Im Laufe eines Tages bilden sich in Wien schon mal "Hotspots“, wo mehrere Fahrzeuge geparkt sind. Die car2go-Betreiber steuern hier jedoch aktiv gegen und parken Fahrzeuge schon einmal gezielt um. Damit man auf der Suche nach einem Miet-Smart nicht ziellos durch halb Wien mäandern muss, stellt car2go seinen Kunden eine Smartphone-App zur Verfügung, die einen zum nächsten freien Fahrzeug hinlotst.

Damit das angepeilte Auto nicht während des Anmarsches weggeschnappt wird, bietet die App die Möglichkeit, Fahrzeuge zu reservieren. Etwas kleinlich: Wer diese Reservierungsfunktion nutzen will, benötigt die "Pro“-Version (€ 0,79) der App.

Keine Universallösung

Was man car2go nach einer Woche Nutzung attestieren kann: Daimler hat nicht die eierlegende Wollmilchsau urbaner Verkehrslösungen geschaffen. Zu eingeschränkt ist man doch in der Nutzung der Mietwagen: Fahrzeugbedingt passen weder mehr als zwei Personen noch größere Einkäufe ins knappe Volumen des Citycars.

Gut angekommen ist im FORMAT-Test aber das Preismodell von car2go: Der gemietete Smart kostet 29 Cent pro Minute, maximal aber 12,90 Euro pro Stunde bzw. 39 Euro pro Tag. Teurer wird’s erst, wenn mehr als 21 Kilometer gefahren werden - dann kommen zu diesen Kosten nochmals 29 Cent pro weiteren Kilometer hinzu.

Fazit: Ein gelungenes Konzept, das jedoch nur in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln seine Stärken ausspielt.

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