BMW i3 – Das ultimative Elektroauto

BMW i3 – Das ultimative Elektroauto

BMW hat zwei Milliarden Euro in die Entwicklung des ultimativen Elektroautos investiert: den i3.

Wenn das mit dem Elektroauto noch was werden soll, dann genau so. Bislang hatten und haben die Stromer mehrheitlich diesen gewissen Institut-Bständig-Charme. Ein Opel Ampera, man muss das einmal sagen, ist so cool wie weiße Birkenstockschlapfen. Und der Mercedes SLS Electric Drive oder der Porsche 918, für die sich ihre Besitzer kaum genieren müssen, erweisen sich mit Preisen von 500.000 und 800.000 Euro in der Anschaffung dann doch als zu komplex.

BMW hat das jetzt anders gemacht, vermutlich richtig, und wenn doch nicht richtig, dann hat man sich eben ein kleines Zwei-Milliardengrab geschaufelt. Soviel nämlich hat BMW in die Entwicklung des i3 gesteckt, womit nun Ruhm und Geld oder die geballteste Häme der neidischen Welt zu ernten sind.

Es gibt Argumente gegen den i3: zu teuer, letztlich nicht alltagstauglich, und sowieso ist die Umweltfreundlichkeit ein Witz, wenn der Strom aus Braunkohle- und Atomkraftwerken kommt.

Es ist der i3 selbst, in seiner ganzen Wesenheit, der diese Argumente zwar nicht entkräftet, aber relativiert. Designmäßig wurde an das Äußerste gegangen, was man BMW-Kunden zumuten will, und das ist im internationalen Kontext nicht allzuviel. Denn, wie Chefdesigner Adrian van Hooydonk sagt, die Besitzer wollen nicht in Erklärungsnotstand geraten, ob dies noch ein Auto sei.

Es ist also eines. Und dass es so smart ist wie kein Elektroauto zuvor, liegt nicht zuletzt an der Strahlkraft der Marke. Vereinfacht gesagt: Wenn BMW jetzt auch sowas macht, muss ja was dran sein. Abgesehen davon schafft auch der Preis ein gewisses Vertrauen.

Wir öffnen alle Türen und haben damit das ganze Innenleben entblößt, denn die hinteren Türen sind auch hinten montiert. Ein alter Trick, aber immer noch witzig. Innen umfängt uns die Aura des Luxus auf überraschend großem Raum, vor allem in der Länge. Mit edler Materialvielfalt wurde nicht gegeizt, man soll wissen, dass man sich technologisch ebenso wie stilistisch und damit letztlich auch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung vorne befindet. Und dann drücken wir den Startknopf und sirren los, aber gleich - wie vom dicken Rexgummi gezogen - bis zum Horizont. Sieben Sekunden auf Hundert mit maximalem Drehmoment von Anfang an haben was Irreales. Dazu kommt, dass aufgrund der im Wagenboden gelagerten Batterien (acht Jahre Garantie) der Schwerpunkt des Autos sehr tief liegt - wer den i3 als lustfeindliches Müslifresserauto verunglimpft, wird sich unversehens in einem echten, sportlichen Slalomwedler finden. Es ist ein BMW, die müssen so sein. Abzug gibt es nur für die schmalen Reifen, aber das hat wieder mit dem Energieverbrauch zu tun.

Wie es aussieht, gibt es derzeit keine lustigere Möglichkeit, sich durch die Stadt zu bewegen.

Wie lange aber bewegen? BMW gibt eine maximale Reichweite von rund 160 Kilometern an. Mit Range-Extender, ein kleiner Benzinmotor plus Neunlitertank, sind es sogar 300 Kilometer (zuzüglich 4700 Euro Mehrpreis). Alles hängt hier noch unmittelbarerer als beim Benzinauto an der Fahrweise. Wer sich ein paarmal vom unsichtbaren Rexgummi in die Umlaufbahn fetzen lässt, dem wird das Infodisplay nach ein paar Minuten den traurigen Verlust der halben Reichweite mitteilen. Das müsste aber immer noch für die durchschnittliche Kilometerleistung des Mitteleuropäers reichen, die 36 Kilometer pro Tag beträgt. Stadtbewohner fahren noch deutlich weniger.

Leidiger Punkt ist natürlich das Tanken vulgo Aufladen. An der normalen Steckdose in der Garage dauert das bis zu acht Stunden. An (öffentlichen) DC-Schnellladestationen und mit dem dazupassenden Kabel sind nach einer halben Stunde 80 Prozent der Batteriekapazität wieder da. Aber erstens ist das diesbezügliche Tankstellennetz in Österreich noch eher virtuell, und zweitens tut das Schnellladen auch den Akkus nicht gut. Bleiben als Zielgruppe bis auf Weiteres die urbanen Hausbesitzer mit Garage zu Hause oder im Büro: also Menschen, die nicht nur in der gesellschaftlichen Wahrnehmung, sondern zum Beispiel auch im Flugzeug eher vorne zu finden sind.

BMW i3
Preis:
€ 35.700
Motor: Elektromotor, Spitzenleistung 125 kW (170 PS)
Antrieb: Einstufige Automatik, Heckantrieb Spitze 150 km/h
0-100 km/h: 7,2 sec
CO2-Ausstoß: 0 g/km
Verbrauch: 12,9 kWh/100 km
Reichweite: 130-160 km
Ladezeit: 30 min (Schnelllader)
Ausstattung: Klimaanlage, Einparkhilfe hinten, CD-Radio
Extras: Schnellladefunktion € 1608, Internet € 90
Fazit: Hat das Zeug zum It-Auto für die urbane Oberschicht. Alltagstauglich ist er auf jeden Fall - man braucht nur eine Garage mit Steckdose.

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