Automarkt in Europa rauscht weiter abwärts

Automarkt in Europa rauscht weiter abwärts

Damit schrumpfte der Pkw-Absatz den 17. Monat infolge und erreichte mit weniger als 800.000 neu registrierten Fahrzeugen das niedrigste Niveau in diesem Zeitraum.

Unter den großen Ländern in der Union verzeichnete lediglich Großbritannien ein Plus, in den anderen schlugen die Verbraucher einen Bogen um die Autohäuser. Besonders hoch war der Rückgang im krisengeschüttelten Italien mit minus 17,4 Prozent. Auch in den beiden größten Pkw-Märkten in Frankreich und Deutschland war der Rückgang zweistellig.

Die Pkw-Nachfrage in Europa befindet sich seit langem im freien Fall. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr seit 1995. Vor allem im schuldenbeladenen Süden des Kontinents trauen sich die Menschen wegen hoher Arbeitslosigkeit und düsteren Perspektiven nicht, sich ein neues Auto anzuschaffen. In Großbritannien fühlen sich die Verbraucher dagegen weniger von der Krise betroffen und vertrauen auf eine stabile Zukunft. In Spanien sackte der Markt um 9,8 Prozent ab, in Frankreich um 12,1 Prozent und in Deutschland um 10,5 Prozent.

Darunter litten erneut vor allem die Massenhersteller, die auf hohe Stückzahlen zu günstigen Preisen setzen, um ihre Kapazitäten auslasten zu können. Den höchsten Rückgang unter den großen Autobauern verbuchte Ford mit minus 21 Prozent. Der US-Hersteller hat bereits Werksschließungen und Massenentlassungen in Belgien und Großbritannien angekündigt, um in den nächsten Jahren in Europa aus den roten Zahlen zu kommen. Bei der angeschlagenen GM -Europatochter Opel, die sich mit der Gewerkschaft gerade auf Eckpunkte für ein Sparprogramm verständigt hat, brachen die Verkäufe um 15,8 Prozent ein. Der Marktanteil sank im Februar auf 6,1 (Vorjahr: 6,4) Prozent, wodurch der Druck auf Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall weiter zunimmt.

Der ebenfalls taumelnde GM-Partner Peugeot, der zusammen mit Opel in den nächsten Jahren die Kosten senken will, verbuchte einen Rückgang der Neuzulassungen um 13,2 Prozent. Beim französischen Lokalrivalen Renault fiel das Minus mit 8,5 Prozent nicht so hoch aus, weil die Billigmarke Dacia kräftig zulegte. Beim italienischen Autobauer Fiat schrumpfte der Absatz um 15,8 Prozent.

Keiner bleibt verschont

Europas Marktführer Volkswagen bekam die Krise vor allem bei seiner Kernmarke zu spüren, die im Februar knapp zehn Prozent weniger Wagen losschlug als vor einem Jahr. Die lange schwächelnde spanische Tochter Seat konnte ihre Neuzulassungen überraschen stabil halten. Dafür brachen die Verkäufe bei Skoda um fast 14 Prozent weg.

Dagegen hielt sich der Rückgang bei den Oberklasseherstellern in Grenzen. BMW brachte im Februar 2,5 Prozent weniger Neuwagen auf die Straßen, vor allem weil die Kleinwagenmarke Mini weniger verkaufte. Die VW-Tochter Audi büßte 3,9 Prozent ein, bei Daimler waren 1,8 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Weltmarktführer Toyota lieferte in der EU acht Prozent weniger aus, wobei vor allem die Premiummarke Lexus mit minus 36 Prozent Federn ließ. Einen kleinen Zuwachs von zwei Prozent verbuchte die aufstrebende koreanische Marke Hyundai.

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

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