Autojahr 2016: NoVA-Refundierung, Vignette und VW-Skandal

Autojahr 2016: NoVA-Refundierung, Vignette und VW-Skandal

2016 bringt auch einige Neuerungen für die Autofahrer: Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) bekommen Autobesitzer zurück, wenn der gebrauchte Pkw ins Ausland verkauft wird. Außerdem wird die private Nutzung des Dienstwagens und die Vignette teurer und die ersten vom VW-Skandal betroffenen Besitzer müssen ihre Wagen in die Werkstatt bringen.

Ab 1. Jänner 2016 können Privatpersonen, die ihren gebrauchten Pkw ins Ausland verkaufen, die Normverbrauchsabgabe (NoVA) vom Finanzamt zurück verlangen. Diese Regelung gibt es bis dato nur für Unternehmen. Die NoVA entspricht dabei dem Restwert des Fahrzeuges, also nicht dem Neuwert, gibt der ÖAMTC zu bedenken. Auslöser dieser Neuregelung war ein Entscheid des Verfassungsgerichtshofs (VfGH). Das Höchstgericht hatte einen Ausschluss von der Refundierung für "unsachlich und daher gleichheitswidrig" erkannt.

Seit 1. März 2014 wird die NoVA für Pkw und Kombi anhand eines vom jeweiligen CO2-Emissions-Wert abhängigen Prozentsatzes auf den Nettowert des Fahrzeugs berechnet - nach der Formel: (CO2-Emissionen (in g/km) - 90) / 5 = Steuersatz. Der Höchststeuersatz liegt bei 32 Prozent.

Der anschließend anzusetzende Abzugsbetrag wurde mit 1. Jänner 2015 für diesel- und benzinbetriebene Pkw auf 400 Euro vereinheitlicht, ab 1.Jänner 2016 gelten 300 Euro. Für Benziner stieg dadurch die Steuerbelastung um 50 Euro, jene für Diesel sank um 50 Euro. Der Abzugsbetrag für alternativ angetriebene Pkw blieb unverändert bei 600 Euro. Abzugsbetrag von 300 Euro für alle Pkw/Kombi. Bei CO2-Emissionen über 250 Gramm je km ist ein Malus vorgesehen, und zwar erhöht sich die zu leistende NoVA für jedes Gramm (über 250 g) um 20 Euro.

Die Vignettentarife werden 2016 um 1,5 Prozent teurer und somit an den harmonisierten Verbraucherpreisindex angepasst. Gleichzeitig wechselt die Farbe des - schon seit 1. Dezember gültigen - Autobahnpickerls von Azurblau auf Mandarin-Orange. Ein PKW-Jahres-Pickerl kostet den Autofahrer damit nun 85,70 statt 84,40 Euro. Motorradfahrer haben statt 33,60 Euro jetzt 34,10 Euro zu zahlen. Erhältlich sind auch 10-Tages- bzw. 2 Monats-Vignetten.

Private Nutzung von Firmenwagen wird teurer

Ebenfalls etwas teurer wird die private Nutzung des Dienstwagens. Nutzt man einen Firmen-Pkw mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 130 Gramm je Kilometer auch privat, dann erhöht sich der monatlich anzusetzende Sachbezugswert von derzeit 1,5 Prozent (maximal 720 Euro) der Anschaffungskosten auf 2 Prozent (maximal 960 Euro).

Diese Regelung gilt für sämtliche Dienstwagen mit Privatnutzung, nicht nur für Neuzulassungen. Für Arbeitnehmer die mit dem Dienstwagen weniger als 500 Kilometer pro Monat privat fahren, besteht auch weiterhin die Möglichkeit den halben Sachbezug anzusetzen. Für Fahrzeuge mit CO2-Emissionen von Null Gramm je Kilometer (z.B. Elektroautos) entfällt der Sachbezug gänzlich.

Die Änderung betrifft einen immer wichtigeren Bereich für die Autoindustrie. Mittlerweile sind zwei von drei neu zugelassenen Pkw bereits Firmenwagen.

Neue Pendler-Regelung

Änderungen gibt es auch beim Verkehrsabsetzbetrag. Dieser steht all jenen zu, die Einkünfte aus einem bestehenden Dienstverhältnis beziehen. Ab dem Jahr 2016 wird der Arbeitnehmerabsetzbetrag (bisher 54 Euro) in den Verkehrsabsetzbetrag (bisher 291 Euro) integriert und die Summe wird auf 400 Euro pro Jahr erhöht.

Ebenfalls auf Änderungen einstellen müssen sich die Pendler. Bei einem jährlichen Einkommen von maximal 12.200 Euro und einem bestehenden Anspruch auf Pendlerpauschale erhöht sich ab 2016 der Verkehrsabsetzbetrag auf 690 Euro. Dieser vermindert sich zwischen Einkommen von 12.200 Euro und 13.000 Euro gleichmäßig bis auf den regulären Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro.

Der bisherige Pendlerzuschlag wird durch eine neue Regelung ersetzt. Arbeitnehmer, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine Einkommensteuer zahlen, erhalten ab dem Jahr 2016 eine Gutschrift in der Höhe von 50 Prozent bestimmter Werbungskosten, insbesondere den Sozialversicherungsbeiträgen, maximal jedoch 400 Euro. Würde jedoch auch eine Pendlerpauschale zustehen, dann erhöht sich dieser maximale Erstattungsbeitrag auf 500 Euro.

363.000 Volkswagen müssen in die Werkstatt

Rund 363.000 Autos des VW-Konzerns müssen im Laufe des kommenden Jahres zurück in die Werkstatt, um den Schadstoffausstoß der Betriebszulassung anzupassen. Bereits im Jänner geht es los. "Nach aktueller Einschätzung werden sich sämtliche Maßnahmen im Zuge des Rückrufs für alle Motorvarianten über das Kalenderjahr 2016 erstrecken", so Richard Mieling, Sprecher des Generalimporteurs Porsche Austria.

Die Dauer der Umsetzung der Maßnahmen werde pro Fahrzeug zwischen 30 Minuten für ein reines Software-Update bzw. weniger als eine Stunde für die Kombination Software-Update und Hardware-Lösung betragen. "Allen Kunden wird auf Wunsch eine angemessene Ersatzmobilität kostenfrei angeboten", so Mieling zur APA. Die betroffenen Autobesitzer werden vom VW-Konzern angeschrieben. Ziel sei es, dass es durch die Anpassungen keinen Mehrverbrauch und keine Einbußen bei der Fahrleistung gibt. "Nach der Umsetzung der technischen Maßnahmen erfüllen die Fahrzeuge die jeweils gültigen Abgasnormen", erklärte dazu der deutsche Autobauer kürzlich.

Rückruftermine für betroffene VW-Besitzer

  • Ab Jänner beginnt die Umrüstung der 2.0-Liter-Motoren in Form eines Softwareupdates.
  • Zur Jahresmitte ist die technische Umrüstung für den 1.2-Liter-Motor geplant. Dies wird voraussichtlich ebenfalls durch ein Software-Update erfolgen.
  • Im 4. Quartal werden die 1,6-Liter-Motoren umgestellt. Neben der Erneuerung der Software ist auch eine Änderung bei der Hardware nötig - die Motoren erhalten Strömungstransformatoren.
VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

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